28.03.2017

Inspiration und Support: Die Entrepreneurship Avenue startet wieder

Von der Idee zur Umsetzung ist es oft ein weiter und steiniger Weg. Die Entrepreneurship Avenue möchte auch 2017 gründungsbegeisterte Studierende auf diesem Weg begleiten.
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Am 30. März statet die Entrepreneurship Avenue.
kooperation

Inspiration, Ermutigung und Unterstützung – das alles sollen die Teilnehmer der Entrepreneurship Avenue, Europas größter Entrepreneurship-Eventserie für Studenten, vom 30. März bis zum 12. Mai vermittelt bekommen. Studierende unterschiedlicher österreichischer Universitäten treffen dabei auf Gründer, Investoren und andere kreative Köpfe aus der Startup-Szene.

Zusammen weiterkommen

Die sogenannten „Labs“ der Veranstaltungsreihe sind in fünf Teile gegliedert. Beim Kickoff am 30. März auf der WU bekommen die Studierenden einen ersten Einblick, was Entrepreneuership eigentlich bedeutet. Die Keynote trägt dazu passend den Titel „Entrepreneurship is Freedom“. Information, Inspiration und Networking sollen Interessierte dabei unterstützen, ihre eigenen Ideen (weiter) zu entwickeln. Mit Hilfe von Mentoren und Coaches können sie lernen, wirklich gute Ideen von weniger guten zu unterscheiden. Außerdem werden unterschiedliche Gründer und Teilnehmer aus dem letzten Jahr über ihre Erfahrungen sprechen.

Das Team entscheidet

Am 4. April geht es dann darum, aus einer Idee ein Business zu machen. Weil dabei so einiges schief gehen kann, sollen die Teilnehmer vor allem lernen, häufige Anfängerfehler zu vermeiden. Aber was nutzt das beste Businessmodel, wenn die falschen Leute an seiner Umsetzung arbeiten? Um das zu verhindern, gibt es ein eigenes Teambuilding-Modul, bevor beim nächsten Termin, am 26. April, wiederum zahlreiche Mentoren aus der österreichischen Startup-Szene mit Rat und Tat bei der Umsetzung der Ziele zur Seite stehen. Für alle Bereiche gibt es die richtigen Ansprechpartner.

Redaktionstipps

Der perfekte Pitch

Wenn Idee, Team und Business-Modell passen, gilt es, die richtigen Investoren zu finden. Aber wie stellt man es an, sie vom Konzept zu überzeugen? Beim Pitch-Training bekommen die Teilnehmere die wichtigsten Skills vermittelt, um andere davon zu überzeugen, in ihr Produkt zu investieren. Unter den Trainern ist unter anderem Daniel Cronin – Österreichs Startup Vorzeigeschild.

Demoday und Conference

Wenn dann genug geübt worden ist, gibt es am Demo Day, am 8. Mai, die Möglichkeit, vor einer Experten-Jury und dem Publikum zu Pitchen und mit dem Pitch Award 2017 ausgezeichnet zu werden. Die besten Teilnehmer erhalten die Chance, sich bei der Conference am 12. Mai auf der WU zu präsentieren.

Die Conference ist der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe. Keynotes, Workshops und zahlreiche andere Sessions bringen Interessierte und Experten zusammen, um gemeinsam möglichst Großes zu erreichen.

Hier könnt ihr euch für die Labs und die Conference registrieren.

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Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.

Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.

Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.

Zwei Jahre Pilotphase

Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.

Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.

Souveränität als Leitthema

Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.

Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.

„Noch nicht so sehr am Radar“

Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.

Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.

Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.

Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.

ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen

Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.

Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.

Acht Startups auf der Bühne

Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.

Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.

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