2 Millionen Euro ESA-Förderung für Ionenantrieb aus Wiener Neustadt
Das Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt FOTEC und das FH-Spin-off Enpulsion erhalten eine zwei Millionen Euro Förderung für die Weiterentwicklung eines Ionenantriebs für künftige Weltraummissionen.
Ionentriebwerke kommen bei Satelliten und interplanetaren Sonden zur Kurskorrektur zum Einsatz. Das Triebwerk nützt dabei den Rückstoß eines erzeugten Ionenstrahls zur Fortbewegung. Aufgrund der geringen Masse sind sie als Sekundärtriebwerke speziell für einen energieschonenden Dauerbetrieb ausgelegt. Der Antrieb wird dabei durch Energie gespeist, die mit Hilfe von Solarpanelen gewonnen wird.
ESA-Förderung
In Österreich haben sich zwei Unternehmen auf die Entwicklung derartiger Antriebe spezialisiert – dazu zählen das Forschungsunternehmen FOTEC der FH Wiener Neustadt und das FH-Spin-off Enpulsion (siehe brutkasten-Nachlese weiter unten). Wie die FH nun mitteilte, fördert die europäische Weltraumorganisation ESA die Weiterentwicklung des Ionenantriebs aus Wiener Neustadt im Rahmen des „Sci-FIT“-Projekts mit insgesamt zwei Millionen Euro.
(c) Enpulsion: Der Antrieb
Förderung für künftige ESA-Missionen
Bis Mitte 2021 sollen insgesamt 13 FOTEC-Forscher und drei weitere Mitarbeiter von Enpulsion am sogenannten FEEP-Ionentriebwerk arbeiten. Dafür erhält FOTEC rund 1,8 Millionen Euro Förderung und Enpulsion 200.000 Euro Förderung.
Ziel ist die Weiterentwicklung und Optimierung des Ionentriebwerks, damit dieses für künftige Wissenschaftsmissionen der ESA zum Einsatz kommen kann. Dazu zählt laut der FH Wiener Neustadt unter anderem das Projekt „Laser Interferometer Space Antenna“ (LISA), bei dem Gravitationswellen von Schwarzen Löchern gemessen werden sollen.
FOTEC-Geschäftsführer Helmut Loibl über die künftige Zusammenarbeit mit der ESA: „Wir freuen uns sehr, dass die ESA auf die FOTEC-Technologie setzt und diese für künftige Wissenschaftsmissionen in Betracht zieht. Europaweit gibt es nur ganz wenige Organisationen, die in der Lage sind, die von der ESA gestellten Anforderungen an hochpräzise und hochverlässliche Triebwerke für Wissenschaftsmissionen zu erfüllen.“
Die Phasen des Projekts
Das Projekt ist in drei Phasen aufgeteilt: In der ersten Phase soll eine Konsolidierung des Ist-Standes und die Erstellung von Spezifikationen des FEEP-Triebwerks im Vordergrund stehen. In der zweiten Phase ist eine konzeptionelle Weiterentwicklung geplant. In einem letzten Schritt erfolgen die Adaption der Testanlagen und der Bau des weiterentwickelten Triebwerks, so die FH Wiener Neustadt in einer Aussendung.
Wie Kwizda Agro Innovation und Landwirtschaft vereint
Digitale Technologien revolutionieren den Pflanzenschutz. Brutkasten sprach mit Geschäftsführer Ronald Hamedl und Head of Digitalization Mark Winkler von Kwizda Agro, die gemeinsam mit Startups ein digitales Ökosystem aufbauen – für präzisere Anwendungen, mehr Effizienz und nachhaltige Landwirtschaft.
Wie Kwizda Agro Innovation und Landwirtschaft vereint
Digitale Technologien revolutionieren den Pflanzenschutz. Brutkasten sprach mit Geschäftsführer Ronald Hamedl und Head of Digitalization Mark Winkler von Kwizda Agro, die gemeinsam mit Startups ein digitales Ökosystem aufbauen – für präzisere Anwendungen, mehr Effizienz und nachhaltige Landwirtschaft.
Mark Winkler, Head of Digitalization, und Ronald Hamedl, Geschäftsführer | (c) Kwizda Agro & citronenrot
Die Landwirtschaft steht heute vor enormen Herausforderungen: Unberechenbare Wetterextreme, erhöhter Schädlings- und Krankheitsdruck, strengere regulatorische Vorgaben und wirtschaftlicher Druck prägen den Alltag in den Betrieben. „Der administrative Aufwand ist hoch, Fachkräfte sind rar und viele Wirkstoffe verschwinden vom Markt“, sagt Ronald Hamedl, Geschäftsführer von Kwizda Agro. Gleichzeitig steige der Bedarf an Lösungen, die Pflanzenschutz möglichst ressourcenschonend und effizient gestalten – sowohl ökologisch als auch ökonomisch.
Nachhaltig und ressourcenschonend: Digitalisierung als Schlüssel
Kwizda Agro ist seit Jahrzehnten ein führender Anbieter chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel und Teil der österreichischen Kwizda Unternehmensgruppe. Mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Standorten in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Rumänien und den USA steht das Unternehmen für ein breites Spektrum an Expertise in der Produktion komplexer, hochwertiger Formulierungen. „Wir wissen, wie wichtig ein standortgerechter, nachhaltiger Pflanzenschutz ist und welche Herausforderungen Landwirte haben“, erklärt Hamedl. „Doch traditionelle Methoden allein reichen nicht mehr aus. Wir müssen innovative Wege gehen.“
Copyright: Kwizda Agro | Kwizda Xperience (KX) bietet Landwirten und Winzern vier digitale Microservices für gesunde Pflanzen.
Digitale Werkzeuge gelten heute in vielen Branchen als Effizienztreiber. Auch in der Landwirtschaft können sie einen nachhaltigen Beitrag leisten. Denn nicht nur, dass sich der Krankheitsdruck und das Infektionsrisiko erhöht haben, spielt auch zunehmend der Umweltschutz eine entscheidende Rolle: Pflanzenschutzmittel dürfen nur noch streng reguliert eingesetzt werden, und auch Verbraucher fordern mehr Transparenz. Die klimatischen Veränderungen führen zudem zu Extremwetterlagen, die den Pflanzenschutz komplizierter machen.
Daher baut Kwizda Agro sein Portfolio seit einiger Zeit konsequent in Richtung Digitalisierung aus. „Daten sind das Betriebsmittel der Zukunft für Landwirte“, betont Hamedl. Er ist überzeugt, dass sich mithilfe moderner Technologien nicht nur die Pflege und Schutz der Kulturpflanzen, sondern auch betriebliche Abläufe optimieren lassen. „Uns geht es darum, gezielte Entscheidungen zu ermöglichen und fehlende Alternativen im Pflanzenschutz zu kompensieren, damit Landwirte langfristig erfolgreich und nachhaltig wirtschaften.“
Kooperationen für ein „Ecosystem Agriculture“
Um diese digitale Transformation voranzutreiben, hat Kwizda Agro bewusst den Weg der Zusammenarbeit gewählt. „Es gibt so viele Startups mit innovativen Ideen. Wir wollen nicht nur beobachtend daneben stehen, sondern uns aktiv einbringen und Partnerschaften aufbauen“, erklärt Hamedl. Das Ziel: Ein vernetztes „Ecosystem Agriculture“, in dem verschiedene Anwendungen, Datenquellen und Vorhersagemodelle zu einer Gesamtlösung verschmelzen.
Bereits jetzt kooperiert Kwizda Agro mit dem niederländischen Scaleup AppsforAgri, das auf Agrar-Software und -Services spezialisiert ist, und mit dem österreichischen Softwareunternehmen Cubido. Mark Winkler, Head of Digitalization, erläutert: „Gerade in der Kombination von Praxiserfahrung, Cloud-Technologie und intuitiven Apps entsteht ein echter Mehrwert für Landwirtinnen und Landwirte.“ Zudem seien solche Partnerschaften ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie: „Wir wollen unser Geschäft nicht nur vergrößern, sondern auch sinnvoll weiterentwickeln. Der Markt braucht Lösungen, die einfach zu bedienen sind und direkte Vorteile bringen.“
KX – Eine Plattform für die Praxis
Das Leuchtturmprojekt im Digitalbereich heißt KX: Eine Plattform, die Landwirten und Winzern eine Reihe digitaler Services bietet. Anders als reine Software-Insellösungen verbindet KX praktische Expertise mit Datenintelligenz. Dabei ist die Anwendung bewusst so gestaltet, dass auch kleinere Familienbetriebe von ihr profitieren können. „Nicht jeder Landwirt hat Hightech-Geräte und Studien in Agrarwissenschaften“, erklärt Winkler. „KX muss also intuitiv funktionieren und den Anwendern einen direkten Nutzen stiften.“
Copyright: Kwizda Agro | KX Planer In wenigen Minuten können mit dem KX Planner optimierte Spritzpläne – angepasst an regionale Gegebenheiten, Feldgrößen und Rebsorten – erstellt werden.
Ein konkretes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz kommt aus dem Weingut Andreas Holzer in Nussdorf/Neusiedl. Dort hilft KX, die punktgenaue Anwendung von Pflanzenschutzmitteln umzusetzen. Winkler berichtet: „Im Weinbau ist Präzision extrem wichtig, weil Trauben sehr empfindlich sind und die Qualität stark vom richtigen Zeitpunkt und der optimalen Dosierung abhängt. KX analysiert Wettervorhersagen, regionale Gegebenheiten wie Rebsorte oder phänologischen Entwicklungsstadien und Krankheitsrisiken. So kann der Winzer rechtzeitig entscheiden, wann, wie und wo er eingreifen muss.“
Copyright: Kwizda Agro | KX Vine Mit dem Infektionsfrühwarnsystem von KX Vine werden Wetterprognosen mit den optimalen Spritzplanbedingungen für einen optimalen Schutz von Weinreben kombiniert.
Daten als Motor für bessere Entscheidungen
Die wichtigste Ressource, die KX zur Verfügung stellt, sind Daten. Jedoch setzt Kwizda nicht auf physische Datenstationen, sondern arbeitet mit virtuellen Datenpunkten, die flexibel von Landwirten auf ihren Feldern gesetzt werden können. „Mit den virtuellen Datenpunkten bündeln wir Wettermodelle und Krankheitsprognosen mit geografischen Daten und kombinieren diese mit unserem landwirtschaftlichen Wissen in Bezug auf Kulturen und Schaderregern“, sagt Winkler. „Die Landwirte erhalten so konkrete Handlungsempfehlungen für den Schutz ihrer Kulturen.“
Auch in puncto Infektionsrisiken ist das wertvoll. Hamedl erklärt: „Wer früh weiß, in welchen Regionen oder bei welchen klimatischen Bedingungen Schädlinge und Krankheiten auftreten, kann gegensteuern. Das vermeidet Ertragsausfälle und ermöglicht einen deutlich reduzierten Mitteleinsatz.“ Letztlich spare das nicht nur Geld und Ressourcen, sondern verbessere auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. „Sichtbar weniger Spritzmittel auf dem Feld tragen zu einem positiveren Bild der Landwirtschaft bei“, betont er.
Digital, aber nicht unpersönlich
Kwizda Agro setzt daher auf eine enge Verzahnung von Beratung und Technologie. Das firmeneigene Vertriebsnetzwerk steht den Kunden weiterhin zur Seite, hilft bei der Integration der digitalen Tools und schult die Anwender in deren Nutzung. „So bekommt jede Betriebsgröße die Unterstützung, die sie braucht“, ergänzt Winkler. Trotz aller Technik bleibt der Mensch aber entscheidend.
Warum jetzt?
Der Zeitpunkt für diesen Schritt ist laut Kwizda Agro ideal. Einerseits verlangen Klimawandel, steigende Kosten und Fachkräftemangel nach neuen, smarten Lösungen. Andererseits wächst der Druck von Gesellschaft und Politik, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren oder genauer zu kontrollieren. „Wenn wir weiterhin stabile Erträge sichern wollen, müssen wir nachhaltig produzieren. Das geht nicht ohne digitale Unterstützung“, sagt Hamedl. „Denn nur so können wir gleichzeitig gesetzliche Vorgaben einhalten und wettbewerbsfähig bleiben.“
Zudem sieht Kwizda Agro die Digitalisierung als Teil der unternehmerischen Weiterentwicklung. „Wir kommen aus dem klassischen Pflanzenschutz, haben aber erkannt, dass die Zukunft stark datengetrieben ist. Da wollen wir nicht Nachzügler sein, sondern Vorreiter“, sagt er. Und Winkler ergänzt: „Digitalisierung ist kein Trendwort, sondern ein echter Nutzenfaktor. Gerade wenn Daten verarbeitet und ausgewertet werden, entstehen fundierte Entscheidungen. Wir erleben jeden Tag, wie das in der Praxis funktioniert.“
Ausblick: Ein starkes Netzwerk
Um die Digitalisierung im Agrarbereich weiter auszubauen, sucht Kwizda Agro aktiv nach Partnern: von Gründern mit bahnbrechenden Ideen bis hin zu etablierten Unternehmen, die spezialisierte Technologien anbieten. „Ein innovatives Produkt allein reicht selten aus“, sagt Hamedl. „Wir brauchen ein Netzwerk, in dem verschiedene Lösungen nahtlos zusammenwirken. So können wir Landwirten ein Rundum-Paket liefern, das ihre Arbeit wirklich erleichtert.“
Das langfristige Ziel ist klar: „Wir wollen, dass sich alle relevanten Daten in einem Cockpit bündeln lassen. Vom Schädlingsdruck über den Pflanzenzustand bis hin zum genauen Ausbringzeitpunkt einzelner Mittel“, erklärt Winkler. „Dann kann jeder Betrieb individuell anpassen, welche Parameter für ihn relevant sind. Und er findet alle Informationen auf einer Plattform, ohne sich durch verschiedene Software-Insellösungen navigieren zu müssen.“
Einladung zur Zusammenarbeit
Kwizda Agro sieht sich dabei nicht nur als Anbieter digitaler Tools, sondern vor allem als Mitgestalter einer lebendigen Zukunftsbranche. „Wir laden alle ein, die an nachhaltigen und innovativen Konzepten für die Landwirtschaft arbeiten wollen“, so Hamedl. „Unser Weg führt weg vom reinen Produktvertrieb hin zu einem Ökosystem, in dem sich Ideen gegenseitig verstärken und Lösungen schnell in die Praxis gelangen.“
Wer sich dafür interessiert, kann sich direkt an Kwizda Agro wenden. Denn die Türen stehen offen für Kooperationen mit Startups, Scaleups und Forschungseinrichtungen. „So kann sich eine ganze Branche zukunftssicher aufstellen“, fasst Winkler zusammen. “Ob neue Drohnentechnologie, Satellitenbildanalysen oder Pflanzenschutz-Apps – alles kann miteinander verschmelzen, wenn man den Mut hat, sich zu vernetzen.“
Wie Kwizda Agro Innovation und Landwirtschaft vereint
Digitale Technologien revolutionieren den Pflanzenschutz. Brutkasten sprach mit Geschäftsführer Ronald Hamedl und Head of Digitalization Mark Winkler von Kwizda Agro, die gemeinsam mit Startups ein digitales Ökosystem aufbauen – für präzisere Anwendungen, mehr Effizienz und nachhaltige Landwirtschaft.
Wie Kwizda Agro Innovation und Landwirtschaft vereint
Digitale Technologien revolutionieren den Pflanzenschutz. Brutkasten sprach mit Geschäftsführer Ronald Hamedl und Head of Digitalization Mark Winkler von Kwizda Agro, die gemeinsam mit Startups ein digitales Ökosystem aufbauen – für präzisere Anwendungen, mehr Effizienz und nachhaltige Landwirtschaft.
Mark Winkler, Head of Digitalization, und Ronald Hamedl, Geschäftsführer | (c) Kwizda Agro & citronenrot
Die Landwirtschaft steht heute vor enormen Herausforderungen: Unberechenbare Wetterextreme, erhöhter Schädlings- und Krankheitsdruck, strengere regulatorische Vorgaben und wirtschaftlicher Druck prägen den Alltag in den Betrieben. „Der administrative Aufwand ist hoch, Fachkräfte sind rar und viele Wirkstoffe verschwinden vom Markt“, sagt Ronald Hamedl, Geschäftsführer von Kwizda Agro. Gleichzeitig steige der Bedarf an Lösungen, die Pflanzenschutz möglichst ressourcenschonend und effizient gestalten – sowohl ökologisch als auch ökonomisch.
Nachhaltig und ressourcenschonend: Digitalisierung als Schlüssel
Kwizda Agro ist seit Jahrzehnten ein führender Anbieter chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel und Teil der österreichischen Kwizda Unternehmensgruppe. Mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Standorten in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Rumänien und den USA steht das Unternehmen für ein breites Spektrum an Expertise in der Produktion komplexer, hochwertiger Formulierungen. „Wir wissen, wie wichtig ein standortgerechter, nachhaltiger Pflanzenschutz ist und welche Herausforderungen Landwirte haben“, erklärt Hamedl. „Doch traditionelle Methoden allein reichen nicht mehr aus. Wir müssen innovative Wege gehen.“
Copyright: Kwizda Agro | Kwizda Xperience (KX) bietet Landwirten und Winzern vier digitale Microservices für gesunde Pflanzen.
Digitale Werkzeuge gelten heute in vielen Branchen als Effizienztreiber. Auch in der Landwirtschaft können sie einen nachhaltigen Beitrag leisten. Denn nicht nur, dass sich der Krankheitsdruck und das Infektionsrisiko erhöht haben, spielt auch zunehmend der Umweltschutz eine entscheidende Rolle: Pflanzenschutzmittel dürfen nur noch streng reguliert eingesetzt werden, und auch Verbraucher fordern mehr Transparenz. Die klimatischen Veränderungen führen zudem zu Extremwetterlagen, die den Pflanzenschutz komplizierter machen.
Daher baut Kwizda Agro sein Portfolio seit einiger Zeit konsequent in Richtung Digitalisierung aus. „Daten sind das Betriebsmittel der Zukunft für Landwirte“, betont Hamedl. Er ist überzeugt, dass sich mithilfe moderner Technologien nicht nur die Pflege und Schutz der Kulturpflanzen, sondern auch betriebliche Abläufe optimieren lassen. „Uns geht es darum, gezielte Entscheidungen zu ermöglichen und fehlende Alternativen im Pflanzenschutz zu kompensieren, damit Landwirte langfristig erfolgreich und nachhaltig wirtschaften.“
Kooperationen für ein „Ecosystem Agriculture“
Um diese digitale Transformation voranzutreiben, hat Kwizda Agro bewusst den Weg der Zusammenarbeit gewählt. „Es gibt so viele Startups mit innovativen Ideen. Wir wollen nicht nur beobachtend daneben stehen, sondern uns aktiv einbringen und Partnerschaften aufbauen“, erklärt Hamedl. Das Ziel: Ein vernetztes „Ecosystem Agriculture“, in dem verschiedene Anwendungen, Datenquellen und Vorhersagemodelle zu einer Gesamtlösung verschmelzen.
Bereits jetzt kooperiert Kwizda Agro mit dem niederländischen Scaleup AppsforAgri, das auf Agrar-Software und -Services spezialisiert ist, und mit dem österreichischen Softwareunternehmen Cubido. Mark Winkler, Head of Digitalization, erläutert: „Gerade in der Kombination von Praxiserfahrung, Cloud-Technologie und intuitiven Apps entsteht ein echter Mehrwert für Landwirtinnen und Landwirte.“ Zudem seien solche Partnerschaften ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie: „Wir wollen unser Geschäft nicht nur vergrößern, sondern auch sinnvoll weiterentwickeln. Der Markt braucht Lösungen, die einfach zu bedienen sind und direkte Vorteile bringen.“
KX – Eine Plattform für die Praxis
Das Leuchtturmprojekt im Digitalbereich heißt KX: Eine Plattform, die Landwirten und Winzern eine Reihe digitaler Services bietet. Anders als reine Software-Insellösungen verbindet KX praktische Expertise mit Datenintelligenz. Dabei ist die Anwendung bewusst so gestaltet, dass auch kleinere Familienbetriebe von ihr profitieren können. „Nicht jeder Landwirt hat Hightech-Geräte und Studien in Agrarwissenschaften“, erklärt Winkler. „KX muss also intuitiv funktionieren und den Anwendern einen direkten Nutzen stiften.“
Copyright: Kwizda Agro | KX Planer In wenigen Minuten können mit dem KX Planner optimierte Spritzpläne – angepasst an regionale Gegebenheiten, Feldgrößen und Rebsorten – erstellt werden.
Ein konkretes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz kommt aus dem Weingut Andreas Holzer in Nussdorf/Neusiedl. Dort hilft KX, die punktgenaue Anwendung von Pflanzenschutzmitteln umzusetzen. Winkler berichtet: „Im Weinbau ist Präzision extrem wichtig, weil Trauben sehr empfindlich sind und die Qualität stark vom richtigen Zeitpunkt und der optimalen Dosierung abhängt. KX analysiert Wettervorhersagen, regionale Gegebenheiten wie Rebsorte oder phänologischen Entwicklungsstadien und Krankheitsrisiken. So kann der Winzer rechtzeitig entscheiden, wann, wie und wo er eingreifen muss.“
Copyright: Kwizda Agro | KX Vine Mit dem Infektionsfrühwarnsystem von KX Vine werden Wetterprognosen mit den optimalen Spritzplanbedingungen für einen optimalen Schutz von Weinreben kombiniert.
Daten als Motor für bessere Entscheidungen
Die wichtigste Ressource, die KX zur Verfügung stellt, sind Daten. Jedoch setzt Kwizda nicht auf physische Datenstationen, sondern arbeitet mit virtuellen Datenpunkten, die flexibel von Landwirten auf ihren Feldern gesetzt werden können. „Mit den virtuellen Datenpunkten bündeln wir Wettermodelle und Krankheitsprognosen mit geografischen Daten und kombinieren diese mit unserem landwirtschaftlichen Wissen in Bezug auf Kulturen und Schaderregern“, sagt Winkler. „Die Landwirte erhalten so konkrete Handlungsempfehlungen für den Schutz ihrer Kulturen.“
Auch in puncto Infektionsrisiken ist das wertvoll. Hamedl erklärt: „Wer früh weiß, in welchen Regionen oder bei welchen klimatischen Bedingungen Schädlinge und Krankheiten auftreten, kann gegensteuern. Das vermeidet Ertragsausfälle und ermöglicht einen deutlich reduzierten Mitteleinsatz.“ Letztlich spare das nicht nur Geld und Ressourcen, sondern verbessere auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. „Sichtbar weniger Spritzmittel auf dem Feld tragen zu einem positiveren Bild der Landwirtschaft bei“, betont er.
Digital, aber nicht unpersönlich
Kwizda Agro setzt daher auf eine enge Verzahnung von Beratung und Technologie. Das firmeneigene Vertriebsnetzwerk steht den Kunden weiterhin zur Seite, hilft bei der Integration der digitalen Tools und schult die Anwender in deren Nutzung. „So bekommt jede Betriebsgröße die Unterstützung, die sie braucht“, ergänzt Winkler. Trotz aller Technik bleibt der Mensch aber entscheidend.
Warum jetzt?
Der Zeitpunkt für diesen Schritt ist laut Kwizda Agro ideal. Einerseits verlangen Klimawandel, steigende Kosten und Fachkräftemangel nach neuen, smarten Lösungen. Andererseits wächst der Druck von Gesellschaft und Politik, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren oder genauer zu kontrollieren. „Wenn wir weiterhin stabile Erträge sichern wollen, müssen wir nachhaltig produzieren. Das geht nicht ohne digitale Unterstützung“, sagt Hamedl. „Denn nur so können wir gleichzeitig gesetzliche Vorgaben einhalten und wettbewerbsfähig bleiben.“
Zudem sieht Kwizda Agro die Digitalisierung als Teil der unternehmerischen Weiterentwicklung. „Wir kommen aus dem klassischen Pflanzenschutz, haben aber erkannt, dass die Zukunft stark datengetrieben ist. Da wollen wir nicht Nachzügler sein, sondern Vorreiter“, sagt er. Und Winkler ergänzt: „Digitalisierung ist kein Trendwort, sondern ein echter Nutzenfaktor. Gerade wenn Daten verarbeitet und ausgewertet werden, entstehen fundierte Entscheidungen. Wir erleben jeden Tag, wie das in der Praxis funktioniert.“
Ausblick: Ein starkes Netzwerk
Um die Digitalisierung im Agrarbereich weiter auszubauen, sucht Kwizda Agro aktiv nach Partnern: von Gründern mit bahnbrechenden Ideen bis hin zu etablierten Unternehmen, die spezialisierte Technologien anbieten. „Ein innovatives Produkt allein reicht selten aus“, sagt Hamedl. „Wir brauchen ein Netzwerk, in dem verschiedene Lösungen nahtlos zusammenwirken. So können wir Landwirten ein Rundum-Paket liefern, das ihre Arbeit wirklich erleichtert.“
Das langfristige Ziel ist klar: „Wir wollen, dass sich alle relevanten Daten in einem Cockpit bündeln lassen. Vom Schädlingsdruck über den Pflanzenzustand bis hin zum genauen Ausbringzeitpunkt einzelner Mittel“, erklärt Winkler. „Dann kann jeder Betrieb individuell anpassen, welche Parameter für ihn relevant sind. Und er findet alle Informationen auf einer Plattform, ohne sich durch verschiedene Software-Insellösungen navigieren zu müssen.“
Einladung zur Zusammenarbeit
Kwizda Agro sieht sich dabei nicht nur als Anbieter digitaler Tools, sondern vor allem als Mitgestalter einer lebendigen Zukunftsbranche. „Wir laden alle ein, die an nachhaltigen und innovativen Konzepten für die Landwirtschaft arbeiten wollen“, so Hamedl. „Unser Weg führt weg vom reinen Produktvertrieb hin zu einem Ökosystem, in dem sich Ideen gegenseitig verstärken und Lösungen schnell in die Praxis gelangen.“
Wer sich dafür interessiert, kann sich direkt an Kwizda Agro wenden. Denn die Türen stehen offen für Kooperationen mit Startups, Scaleups und Forschungseinrichtungen. „So kann sich eine ganze Branche zukunftssicher aufstellen“, fasst Winkler zusammen. “Ob neue Drohnentechnologie, Satellitenbildanalysen oder Pflanzenschutz-Apps – alles kann miteinander verschmelzen, wenn man den Mut hat, sich zu vernetzen.“
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