29.11.2022

England hat keine Eier, Österreich schon

Das Vereinigte Königreich befindet sich aktuell in einer Eierkrise. Während die Briten ihre Eier seit Wochen rationalisieren, weist Österreich eine stabile Eigenversorgungslage mit Eiern auf.
/artikel/england-hat-keine-eier-oesterreich-schon
(c) naturalcares by pixabay

Großbritannien gehen die Eier aus. Bereits seit einigen Wochen übersteigt im Vereinigten Königreich die Nachfrage an Eiern das bestehende Angebot. Nun haben einige Supermarktketten – darunter Lidl, Asda und Tesco – begonnen, die Anzahl der Eier pro Käufer zu begrenzen. Vielerorts können Kund:innen nur zwei (Asda) bzw. drei (Lidl) Eierkartons kaufen. 

Als Ursache für diese Rationalisierung nennt der britische Branchenverband die gestiegenen Kosten in der Geflügelindustrie. Viele Landwirte behaupten, dass die Eierproduktion nicht mehr rentabel sei. Hinzukommend wird Großbritannien aktuell vom schlimmsten Ausbruch der Vogelgrippe aller Zeiten heimgesucht.

Österreichische Eidatenbank „Quick-Egg-Check“ ist ein voller Erfolg

Während die Briten mit der – wahrscheinlich – größten Eierkrise ihres Landes zu kämpfen haben, versicherte Peter Weidinger, Konsumentenschutzsprecher der ÖVP, Österreichs stabile Eigenversorgungslage mit Eiern. “7,1 Millionen Hennen legen jährlich rund zwei Milliarden Eier in Österreich, somit können 86 Prozent der Nachfrage durch heimische Landwirt:innen abgedeckt werden“, sagt Weidinger.

Dabei verwies er auf die hohen Tierwohl-Standards in Österreich sowie auf die “Österreichische Eidatenbank”, welche die Rückverfolgung von jedem einzelnen österreichischen Ei ermöglicht. Der “Quick-Egg-Check” sei so beliebt, dass seit 2017 täglich rund 2.000 Konsument:innen diese Funktion nutzen. Die Stempelung am Ei ermöglicht dabei Zugang zur Haltungsform, zum Namen und zur Anschrift der Legehennenhalter:in. Bereits 90 Prozent der Frischeier am Markt werden in dieser Datenbank erfasst. 

Ei-Ersatzprodukte aus Österreich

Erst Anfang November wurde der Ausbruch von Geflügelpest in der Steiermark bestätigt. Obwohl aktuell kein Grund zur Sorge besteht, ist ein weiteres zukünftiges Vorkommen in Österreich nicht auszuschließen. Wer dennoch nicht auf das Spiegelei oder Frühstücks-Omelett verzichten möchte, kann auf diese zwei Ei-Ersatzprodukte von österreichischen Startups wechseln: 

  • MyEy: Die Produkte von MyEy aus Kufstein sollen Hühnereier in allen Belangen ersetzen. Um die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Hühnereiern zu imitieren, gibt es das Produkt, das in Karton-Dosen geliefert wird, in den selbsterklärenden drei Ausführungen: EyWeiß, EyGelb und VollEy, die jeweils die entsprechenden Eigenschaften ihrer nicht-veganen Pendants aufweisen. Der Ei-Ersatz baut auf der mehr als 20-jährigen Erfahrung von Gründer Chris Geiser auf. 
  • The VGN: Die Zeit, in der vegane Produkte von Verganer:innen für Veganer:innen gemacht wurden, sind vorbei. Vier ehemalige Lidl-Manager, die selbst keine Veganer sind, wollen mit The VGN, einem nutzungsfertigen veganen Ei-Ersatz aus Ackerbohnenprotein, den Markt erobern. Geliefert wird dieses in einer Flasche, die an eine Ketchup-Verpackung erinnert.
Deine ungelesenen Artikel:
17.06.2026

Jeff Bezos und der „Artificial General Engineer“: Das steckt hinter seinem KI-Projekt Prometheus

brutkasten ist auf der VivaTech in Paris vor Ort. Dort hat Jeff Bezos ausführlich über Prometheus gesprochen - das KI-Unternehmen, das er Ende 2025 mitgegründet hat. Es soll das Erfinden selbst beschleunigen.
/artikel/jeff-bezos-und-der-artificial-general-engineer-das-steckt-hinter-seinem-ki-projekt-prometheus
17.06.2026

Jeff Bezos und der „Artificial General Engineer“: Das steckt hinter seinem KI-Projekt Prometheus

brutkasten ist auf der VivaTech in Paris vor Ort. Dort hat Jeff Bezos ausführlich über Prometheus gesprochen - das KI-Unternehmen, das er Ende 2025 mitgegründet hat. Es soll das Erfinden selbst beschleunigen.
/artikel/jeff-bezos-und-der-artificial-general-engineer-das-steckt-hinter-seinem-ki-projekt-prometheus
Jeff Bezos sprach am Mittwoch auf der Theater-Stage der VivaTech in Paris über sein KI-Projekt Prometheus. (c) Screenshot VivaTech

Am Mittwoch fiel der Startschuss für die zehnte Ausgabe der VivaTech. Das Event in Paris zählt zu den größten Startup- und Technologie-Treffen Europas und bringt über vier Tage hinweg Startups, Investor:innen, Tech-Konzerne und Forscher:innen zusammen. Schon am Vormittag herrschte dichter Andrang in den Hallen der Pariser Porte de Versailles: Zwischen Roboterarmen, Demo-Bühnen und unzähligen Startup-Ständen schoben sich Gründer:innen, Investor:innen und Tech-Fans durch die Gänge. brutkasten ist vor Ort. Für besonderen Andrang sorgte eines der Highlights der diesjährigen Ausgabe: Jeff Bezos, der erst zu Wochenbeginn als Speaker angekündigt worden war. Am Vormittag trat der Amazon-Gründer auf der Theater-Stage auf.

Gemeinsam mit Blue-Origin-CEO Dave Limp saß Bezos schließlich auf der Bühne, moderiert vom früheren NASA-Astronauten Mike Massimino. Der Großteil des Gesprächs drehte sich um Raumfahrt. Aufhorchen ließ Bezos aber, als er auf sein jüngstes Projekt zu sprechen kam: Prometheus, das KI-Unternehmen, das er 2025 mitgegründet hat und als Co-CEO führt.

Bezos beschrieb Prometheus als Versuch, einen „artificial general engineer“ zu bauen, also eine KI, die nicht primär Texte verarbeitet, sondern Ingenieursarbeit leistet. Das Ziel sei, den „dream-build cycle“ zu verkürzen, also die Zeit zwischen der Idee für ein Produkt und seiner serienreifen Fertigung.

„Aller Wohlstand beruht auf Erfindungen“

Diesen Anspruch rahmte Bezos grundsätzlich ein: „Aller zivilisatorische Wohlstand beruht auf Erfindungen. Vor 6.000 Jahren hat jemand den Pflug erfunden, und wir alle wurden wohlhabender.“ Wer den Erfindungszyklus beschleunige, schaffe realen Wohlstand. Was das praktisch heißt, machte er an einem Beispiel fest: Ein neues, sparsameres Triebwerk sei heute ein Zehn-Jahres-Programm. Prometheus solle das schrittweise auf fünf, drei, am Ende ein Jahr drücken.

Klassische Sprachmodelle reichen dafür nach seiner Überzeugung nicht aus. „Mit herkömmlichen großen Sprachmodellen lässt sich das nicht machen. Sie haben ihre Berechtigung“, sagte Bezos. Sein Bild dazu: „Wenn ich tausend Bücher darüber lese, wie man ein großartiger Turner wird, wäre ich danach immer noch ein miserabler Turner.“ Engineering brauche eine andere Art von Training als reine Symbolmanipulation, wie sie Sprachmodelle beherrschen.

Der Sorge, KI könnte Menschen überflüssig machen, widersprach Bezos ausdrücklich. Er erwarte eher das Gegenteil: „KI wird einen Arbeitskräftemangel erzeugen, weil sie es den Menschen ermöglicht, mehr Probleme zu identifizieren.“ Heute sei man „nicht durch unsere Vorstellungskraft begrenzt, sondern durch das, was wir tatsächlich umsetzen können“. Beschleunige man das Bauen, drehe sich dieses Verhältnis um. Als Vorgeschmack nannte er die eigene Erfahrung mit Coding-Tools: „Vor drei Jahren war ich ein miserabler Informatiker. Heute aber kann ich an einem einzigen Nachmittag eine iOS-App schreiben.“ Genau das wolle Prometheus in die physische Welt übertragen.

Querverweis zu Emmi AI

Für die heimische Szene hat die Idee einen vertrauten Klang. Mit Emmi AI verfolgt seit 2024 ein Linzer Startup einen ganz ähnlichen Ansatz, nämlich KI-Modelle, die auf die Physik der realen Welt statt auf Sprache trainiert sind und Ingenieurssimulationen drastisch beschleunigen sollen. Das Unternehmen aus dem Umfeld des KI-Labors NXAI wurde im Mai 2026 vom französischen KI-Konzern Mistral übernommen. Die Stoßrichtung, die Bezos nun auf der großen Bühne skizziert, ist also auch in Österreich prominent vertreten.

Was sonst noch ansteht

Die VivaTech feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen und läuft noch bis Samstag, den 20. Juni. Inhaltlich dreht sich die Jubiläumsausgabe vor allem um Künstliche Intelligenz, Deeptech, Cybersecurity und Energie, wobei sich KI durch nahezu jede der vier Bühnen zieht. Neben Bezos sind weitere prominente Stimmen angekündigt, darunter Nvidia-CEO Jensen Huang mit der GTC-Paris-Keynote, Yann LeCun (AMI Labs, zuvor Meta) und Arthur Mensch, CEO des französischen KI-Konzerns Mistral, der das Linzer Startup Emmi AI übernommen hat. Der Deeptech-Schwerpunkt reicht von Quantencomputing bis Biotech. Zum Abschluss verwandelt sich der Publikumstag am Samstag erstmals in ein offenes VivaTech-Festival, das Technologie einem breiten Publikum zugänglich machen soll.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

England hat keine Eier, Österreich schon