18.11.2025
INVESTMENT

EnerCube erhält Millionen-Investment und Auftrag von über 1.100 Cubes

Das Salzburger ClimateTech-Startup EnerCube sichert sich ein siebenstelliges Investment sowie einen Rahmenvertrag über mehr als 1.100 Wärmepumpen-Module mit dem europäischen Wohnungsriesen Vonovia.
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EnerCube
© EnerCube - (v.l.n.r.) Felix Neumann (Leitung Operatives Geschäft), David Riedl (Gründer & GF), Andreas Schiener (Entwicklungsleiter), Laurenz Sutterlüty (Gründer & GF).

Das Salzburger-Startup EnerCube setzt mit seinem Wärmepumpen-System für Mehrfamilienhäuser – einem würfelförmigen, vorgefertigten Modul, das etwa so groß ist, wie ein Autoparkplatz und vor dem Gebäude installiert wird – auf schnelle und einfache Umsetzung.

EnerCube: Investment vom Partner

„Die Installation, Planung und Koordination eines gängigen Wärmepumpen-Systems für ein Mehrfamilienhaus braucht vor Ort zwischen 200 und 500 Stunden. Mit unserem System sind es nur etwa 100 Stunden“, erklärten die beiden EnerCube-Gründer Laurenz Sutterlüty und David Riedl im vorigen November gegenüber brutkasten.

Nun gibt es Neuigkeiten: Das Startup vermeldet ein siebenstelliges Investment von Vonovia. Und dies in Form einer strategischen Zusammenarbeit mit Minderheitsbeteiligung. Zudem schloss man mit dem Wohnungsriesen mit Hauptsitz im deutschen Bochum einen Rahmenvertrag über 1.100 Cubes ab.

© Franz Neumayr – EnerCube in Köstendorf bei Salzburg mit Laurenz Sutterlüty (l.) und David Riedl.

EnerCube arbeitet bereits seit rund zweieinhalb Jahren mit Vonovia zusammen und hat gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen erste Pilotanlagen umgesetzt.

Planungssicherheit

„Sie waren sehr zufrieden mit den Ergebnissen und wir haben einmal gemeinsam darüber geredet, wie wir skalieren können“, erklärt Sutterlüty. Der Vertrag sieht nun vor, dass man über die nächsten vier Jahre die Cubes installiert – „was uns eine Planungssicherheit gibt.“

Abgesehen davon konnte EnerCube bei einer Privatschule in Wien den ersten Cube aufstellen. Zudem veröffentlicht das Startup in naher Zukunft die dritte Produktgeneration, an der es über ein Jahr lang gearbeitet hat.

EnerCube vervierfacht Umsatz

Auch das Team wurde auf 17 Personen vergrößert, es wurden neue Kunden gewonnen und der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. „Wir sind bedarfsgerecht gewachsen“, erklärt Sutterlüty – „nach Auftragslage und haben dann die Kapazitäten hochgefahren. So sind wir trotz Wachstum im grünen Bereich, also weiterhin cashflow-positiv. Und erwarten in diesem Jahr Gewinn.“

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Die neue Besetzung des Startup-Rats © BMWET/Dolenc

Der Startup-Rat des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ist neu aufgestellt worden. Die für Startups zuständige Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat damit neun Expert:innen für die kommenden drei Jahre berufen. Das Gremium vereint Perspektiven aus Startups, Venture Capital, Business Angels, Inkubatoren und Interessenvertretungen und soll als Schnittstelle zwischen Politik und Startup-Community fungieren. Entscheidungen trifft der Rat dabei nicht – er agiert rein beratend.

Neue Gesichter, ein prominenter Abgang

Neu berufen wurden:

Weiterhin im Rat sitzen Rudolf Dömötör, Claudia Falkinger, Stefan Haubner, Laura Raggl und Werner Wutscher

Mobilisierung von privatem Wachstumskapital im Zentrum

Im Zentrum der kommenden drei Jahre stehen laut Zehetner die Mobilisierung von privatem Wachstumskapital, einfachere und schnellere Gründungsprozesse, bessere Bedingungen für Scaleups sowie die stärkere Verankerung von Unternehmertum in Bildung und Gesellschaft. Gleichzeitig geht es darum, Österreich noch stärker als Teil eines gemeinsamen europäischen Innovations- und Kapitalmarkts zu positionieren.

„Wir wollen nicht nur mehr Gründungen, sondern mehr Wachstumsgeschichten aus Österreich. Dafür braucht es Menschen am Tisch, die wissen, wo es in der Praxis hakt, was international funktioniert und welche nächsten Schritte wirklich einen Unterschied machen“, betont die Staatssekretärin.

Fokus der neuen Periode: der Dachfonds

Zentrales Vorhaben dabei ist der Scaleup-Dachfonds: ein Fund-of-Funds mit einem Zielvolumen von 300 bis 500 Millionen Euro, der bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) angesiedelt wird und in VC-Fonds investieren soll, die wiederum Startups finanzieren. Laut aktuellem Budgetgesetz soll der Fonds bis Ende 2027 sein First Closing abschließen.

Die Vergangenheit des Gremiums

2020 setzte Ex-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck einen Startup-Beauftragten (Michael Altrichter) samt Startup-Komitee ein. Diese Konstruktion war vertraglich an ihre Amtszeit gebunden und endete mit ihrem Rücktritt. Im Juli 2022 rief Nachfolger Martin Kocher den Startup-Rat in seiner heutigen Form ins Leben – personell großteils identisch mit dem alten Komitee.

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