17.01.2023

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

Endur bietet mit seiner Fitness-App digitale Privattrainings für das Fitnesscenter und für zu Hause am Smartphone an. Unter den Gründern des 2022 gestarteten Unternehmens sind Fitness-Influencer Mario Schafzahl und Thomas Hauer, der Bruder des ehemaligen N26-DACH-General-Managers Georg Hauer.
/artikel/endur-fitness-app
Severin Bauer, Mario Schafzahl und Thomas Hauer von Endur
Severin Bauer, Mario Schafzahl und Thomas Hauer von Endur © Endur

Der Jahreswechsel geht oft mit Vorsätzen fürs neue Jahr einher – und einer der populärsten ist wohl: Mehr Sport. Ein Startup, das dabei unterstützen möchte, ist Endur. Die für iOS und Android verfügbare App des Wiener Unternehmens bietet digitale Privattrainings und soll langfristig zu einer Content-Plattform für Fitnesstrainer:innen werden.

Die Gründer von Endur sind Severin Bauer, Thomas Hauer und der Fitness-Influencer Mario Schafzahl. Mit dessen Community startete die App im Oktober 2022 auch zunächst in eine „Closed Beta“-Phase, in denen die ersten 1.000 User:innen die App testeten. Diese ging dann vor wenigen Wochen in eine „Open Beta“-Phase über. In dieser konnte sich jeder, der über den Link verfügte, bereits anmelden.

Richtig los – auch mit dem Marketing – geht es aber erst jetzt, wie CEO Thomas Hauer im Gespräch mit dem brutkasten erzählt: „Die vergangenen sechs Wochen haben wir am Feinschliff gearbeitet“.

Startup derzeit gebootstrappt, Finanzierungsrunde könnte später folgen

Der Bruder des CEOs ist in der heimischen Startup-Szene übrigens kein Unbekannter: Georg Hauer war bis 2021 General Manager für die DACH-Region bei N26 und ist auch als Investor tätig ist. Am Startup seines Bruders ist er jedoch nicht beteiligt – und auch sonst keine externen Investor:innen. Das Unternehmen hat sich bisher vollständig aus Eigenmitteln finanziert.

„Wir haben überlegt, Investoren reinzunehmen, aber haben dann festgestellt, dass wir die Ressourcen haben, bis zu einem gewissen Grad zu bootstrappen“, sagt Cofounder und CEO Hauer. Zu einem späteren Zeitpunkt will das Unternehmen aber durchaus ein Investment aufnehmen.

App versteht sich als „digitaler Privattrainer“

Foto: Endur

Die Gründer verstehen ihre App als „digitalen Privattrainer“: Die App bietet Trainingspläne an – mehr als 300 an der Zahl, sowohl fürs Training zuhause als auch fürs Fitnesscenter. Das digitale Coaching erfolgt dabei audiobasiert, sodass Nutzer:innen nicht ständig aufs Smartphone blicken müssen und sich auf die richtige Ausführung der Übungen konzentrieren können.

Endur bietet dabei eine monatliche Mitgliedschaft für 14,99 Euro – und ein Jahresabo für 89,90 Euro. So hofft das Startup mit seiner App eine Alternative zu Privattrainer:innen bieten zu können. Diese seien teuer, wie Cofounder Mario Schafzahl sagt: „Eine Jahresmitgliedschaft bei Endur kostet so viel wie eine einzige Trainerstunde und bringt mehr Struktur und Disziplin im Training und damit langfristigen Erfolg“.

Endur soll zur Content-Plattform ausgebaut werden

Derzeit ist die App noch stark um Cofounder Schafzahl herum aufgebaut. Mittelfristig sollen aber weitere Trainer dazukommen. Derzeit sei man mit drei Trainern in Gesprächen, sagt CEO Thomas Hauer. In einem Zeithorizont von sechs Monaten könnten zunächst die ersten weiteren Trainer dazukommen.

Später soll Endur zu einer offenen Plattform werden – bei der sich Trainer:innen registrieren können und nach einer Prüfung durch das Unternehmen freigeschaltet werden. „So können sich Trainer und Sport-Influencer durch ihre Community ein zusätzliches digitales Standbein aufbauen“, sagt CEO Thomas Hauer. Der Schritt in Richtung offener Plattform ist derzeit für Ende 2023 angepeilt.

Deine ungelesenen Artikel:
03.08.2026

Satellives: Das Tullner SpaceTech-Startup, das Satelliten wie ein Leporello faltet

Satellives entwickelt einen flachen, modularen Satelliten, der sich im Orbit zu einer Kette entfaltet. Anfang 2029 soll er erstmals fliegen. Wir haben mit Gründerin und CEO Lilly Eichinger über die Hintergründe gesprochen.
/artikel/satellives-das-tullner-spacetech-startup-das-satelliten-wie-ein-leporello-faltet
03.08.2026

Satellives: Das Tullner SpaceTech-Startup, das Satelliten wie ein Leporello faltet

Satellives entwickelt einen flachen, modularen Satelliten, der sich im Orbit zu einer Kette entfaltet. Anfang 2029 soll er erstmals fliegen. Wir haben mit Gründerin und CEO Lilly Eichinger über die Hintergründe gesprochen.
/artikel/satellives-das-tullner-spacetech-startup-das-satelliten-wie-ein-leporello-faltet
Lilly Eichinger, Gründerin und CEO von Satellives: Der erste Flug ihres modularen Satelliten ist für Q1 2029 geplant. | (c) brutkasten / Haris Dervisevic

Wer heute im All etwas anderes vorhat als Erdbeobachtung oder Kommunikation, stößt schnell an eine Wand. „Wenn du irgendetwas im All machen willst, egal ob Experimente, Manufacturing, Datenspeicherung oder eine Plattform für Quantenkommunikation, dann hast du keine Infrastruktur“, sagt Lilly Eichinger, Gründerin und CEO von Satellives. „Es gibt kaum Plattformanbieter.“ Bisher führe der Weg für solche Missionen im Wesentlichen über die ISS. Deren Betrieb soll 2030 enden, kommerzielle Nachfolgestationen sind in Entwicklung, aber noch keine im Regelbetrieb.

In diese Lücke will das Tullner Startup. Der Ausgangspunkt war das Ergänzungsstudium Extended Studies on Innovation am Innovation Incubation Center (i²c) der TU Wien, wo Eichinger die Idee entwickelte. Kunst und Philosophie hatte sie vor ihrem Physik- und Architekturstudium in Wien studiert.

Der Leporello-Satellit

Das Produkt ist ein flacher Satellit, der aus einzelnen Einheiten besteht: den Tiles, jede fünf Zentimeter hoch und etwa so groß wie eine Pizzaschachtel. „Es sieht aus wie Kacheln, im Grunde wie Solarpaneele, die sich im Orbit entfalten“, sagt sie. „Aber es sind keine Solarpaneele. Es sind voll funktionsfähige Satelliten.“

Der Kniff steckt im Scharnier. Die Einheiten sind verbunden und übereinander gestapelt, ähnlich einem Leporello. Gestapelt passen sie in einen handelsüblichen CubeSat-Dispenser, was die Startkosten drückt. Im Orbit entfalten sie sich zu einer langen Kette: „Wir nennen sie Mosaics Satellites.“

Ein Mosaic von Satellives | (c) Satellives

Der technische Kernclaim betrifft Energie. Pro Einheit könne man bei gleichem Gewicht viermal so viel Energie speichern wie ein durchschnittlicher CubeSat, sagt Eichinger. Der Wert beruht auf eigenen Berechnungen und ist im Flug nicht demonstriert. „Das Einzige, was es im All unbegrenzt gibt, ist Energie.“ Nur lasse sie sich kaum nutzen: Bei CubeSats sei nicht das Einsammeln das Problem, sondern der fehlende Platz für Batterien. Wer energiehungrige Missionen fliegen wolle, habe deshalb nur schlechte Optionen. „Entweder du baust einen 50-Millionen-Dollar-Satelliten, was fast niemand kann, oder du kannst es nicht.“

Dazu kommt Modularität. „Die meisten Satelliten sind One-Trick-Ponys“, sagt Eichinger. An die Plattform lassen sich dagegen Produktionsboxen andocken. Zwei Tiles würden nach ihrer Rechnung reichen, um einen kleinen 3D-Drucker dauerhaft zu versorgen und gleichzeitig als Plattform für Quantenkommunikation oder Datenspeicherung zu dienen.

Flache Satelliten an sich sind nicht neu, das räumt Eichinger ein: Starlink stapelt sie längst, weil sich so Startkosten sparen lassen. Neu sei die Kombination aus flachem Formfaktor und echter Modularität. Das Patent dafür ist nach ihren Angaben bei der WIPO und in Österreich angemeldet, zunächst bewusst auf ihren Namen und nicht auf die Gesellschaft. Ende Juli wurde es an die Gesellschaft übertragen. Ab einem gewissen Punkt, sagt sie, mache staatsnahe oder fremdgehaltene IP ein Unternehmen für Investor:innen unattraktiv.

Gegen den Hype

Rechenzentren im Orbit sind für Satellives selbst ein Zielmarkt. Beim Hype darum bremst Eichinger trotzdem. „Alle sagen: Bringt die Datenspeicher ins All, dort ist es kalt. So funktioniert das nicht.“ Kühlung sei auch oben nötig. Wäre das der einzige Punkt, sagt sie, bräuchte es den Orbit gar nicht: „Warum bringt man die Daten dann nicht in die Arktis? Dort kann man sie kühlen.“ Der größte Engpass sei das Wärmemanagement: Im Vakuum lasse sich ein Rechenzentrum nur schwer kühlen. Dazu kämen Verarbeitung und Downlink per Laserkommunikation, beides brauche kontinuierlich hohe Energie. Ein riesiges und künftig sehr relevantes Geschäftsfeld sei es dennoch.

Satellives-Gründerin Lilly Eichinger im Gespräch mit brutkasten-Chefredakteur Martin Pacher. (c) brutkasten / Haris Dervisevic

Verglühen lassen will sie nichts. „Wir planen, zu 100 Prozent nachhaltig zu operieren.“ Der übliche Wiedereintritt am Missionsende erzeuge giftige Gase. „Okay, nicht ein einzelner CubeSat. Aber wenn es eine Million sind oder zehntausend im Jahr, dann summiert sich das.“ Beschädigte Tiles sollen stattdessen über einen Reentry-Service zurückkommen und recycelt werden.

Kapitalbedarf

Firmensitz ist Tulln, weil Satellives über das AplusB-Scale-up-Programm vom accent Inkubator begleitet wird, bis Ende Januar 2027. Das Headquarter soll langfristig in Wien liegen. Das Kernteam umfasst laut Website vier Personen: neben Eichinger als CEO ein Technical Co-Founder, ein Operations Co-Founder und eine weitere Person im Bereich Operations.

Der Kapitalbedarf: rund 1,6 Millionen Euro für 18 Monate. Die Hälfte davon soll aus Förderungen und von Business Angels kommen. „Wir arbeiten da gerade wirklich zehn Stunden am Tag dran“, sagt Eichinger. Erst mit dem Geld könne man Ingenieur:innen einstellen und vom Prototyping in den echten Bau wechseln. Dazu sucht das Startup 25.000 bis 50.000 Euro für die Patentanmeldung in weiteren Ländern.

Das Ziel: zwei Einheiten, erste On-Orbit-Demonstration in Q1 2029, die bereits Pilotkund:innen bedienen soll. Das Fernziel formuliert sie größer. „Österreich kann für Space das werden, was Estland für die Digitalisierung ist. Es ist ein kleines Land, niemand hätte erwartet, dass Estland zum digitalen Hub wird. Aber sie sind es geworden, und sie rocken es.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Endur: Fitness-Influencer und Bruder von Ex-N26-DACH-Chef starten mit Trainings-App