07.08.2023

Emma Wanderer eröffnet Workation-Campus im Nationalpark

Rund zwei Jahre nach dem Start eröffnet Emma Wanderer seinen ersten Workation-Campus mit 50 Tiny Homes und 30 Van-Stellplätzen.
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Der neue Emma Wanderer-Campus in Hieflau | (c) Tim Ertl
Der neue Emma Wanderer-Campus in Hieflau | (c) Tim Ertl

Als der brutkasten vor zwei Jahren erstmals über Emma Wanderer berichtete, war die Vision schon ziemlich klar. Vor nicht ganz eineinhalb Jahren folgte die formelle Gründung als Studio-Startup des Wiener Trive Studio. Nun ist der erste große Schritt Realität – bzw. der erste Workation-Campus. Im steirischen Ort Hieflau am Rande des Nationalparks Gesäuse wurde nun das 18.000 Quadratmeter große Areal speziell für Remote Work und Firmen-Offsites eröffnet. Für den Bau hatte das Startup rund sieben Millionen Euro Finanzierung aufgestellt, wie Mitgründerin und COO Julia Trummer dem brutkasten vor ein paar Monaten verriet.

Gemeinschaftsraum im Emma Wanderer-Campus Hiflau
(c) Tim Ertl

50 Tiny Homes, 30 Van-Stellplätze, 66 Arbeitsplätze

Neben dem für den Zweck obligatorischen Highspeed-Internet bietet der Emma-Wanderer-Campus in Hieflau 66 Arbeitsplätze, vier Einzel-Büros, sechs Telefonboxen, vier Meeting- und Eventräume sowie eine Lounge, ein Café und eine Gemeinschaftsküche. Gewohnt werden kann während der Workation entweder im eigenen Camping-Van bzw. Wohnmobil – es gibt 30 Stellplätze – oder in einem von 50 Tiny Homes. Die Wohnmobil-Plätze gibt es ab ca. 40 Euro pro Nacht, die Tiny Homes, die für „Workation for families“ auch mit zusätzlichem Stockbett gebucht werden können, ab rund 120 Euro pro Nacht.

Meeting-Raum im Emma Wanderer-Campus Hiflau
(c) Tim Ertl

Emma Wanderer plant Campus-Anlagen in ganz Europa

Bei dem einen Campus soll es freilich nicht bleiben. Emma Wanderer will derartige Anlagen in den kommenden Jahren europaweit errichten. Konkrete Pläne gibt es laut COO Julia Trummer bereits für Kroatien, Portugal, Italien und zwei weitere Standorte in Österreich. Dabei sollen nicht immer alle Gebäude neu errichtet werden – man wolle, etwa in Kroatien, wo es viele leere Steinhäuser gebe, auch mit Leerständen arbeiten, so Trummer im Mai. Generell suche man Locations „die noch leistbar und gleichzeitig noch nicht so präsent am Markt sind“, nach eigens entwickelten Kriterien.

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Ecocircling
© Franz Neumayr - Teresa Millinger (l.), Geschäftsführerin Ecocircling und Grace Sheehan, Investorin und US-Unternehmerin.

Das oberösterreichisch-salzburgische Startup hat knapp ein Jahr nach Projektstart und einem US-Investment seine erste Pilotanlage hochgefahren. Ziel ist es, die starke Importabhängigkeit Österreichs bei Speisefisch zu reduzieren. Die modularen „Cubes“ kombinieren dafür Fischzucht und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Wasserkreislauf, der durch moderne Sensorik und KI-gestütztes Monitoring weitgehend automatisiert betrieben wird.

Ecocircling und die Wasserersparnis

Die aktuelle Pilotanlage ist auf eine Jahresproduktion von bis zu neun Tonnen Wels ausgelegt und punktet vor allem durch einen extrem geringen Ressourcenverbrauch. Millinger erklärt das Prinzip: „Wir geben täglich weniger als fünf Prozent Frischwasser zu, das übrige Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet. In unserem Aquaponik-System reinigen zusätzlich die Pflanzen das Wasser, indem sie die Nährstoffe aufnehmen. So kommen wir auf über 90 Prozent Ersparnis gegenüber klassischer Teichhaltung.“

Künftig sollen die Anlagen in unterschiedlichen Größen unter anderem für Hotels, Gastronomie und landwirtschaftliche Betriebe angeboten werden. Dafür musste das Startup jedoch die größte Hürde der Branche meistern: den massiven Energiebedarf.

„Das ist genau der Punkt, an dem viele Wettbewerber gescheitert sind“, sagt die Co-Founderin. „Der entscheidende Faktor ist der Winter: Unsere Fische brauchen eine Beckentemperatur von 26 °C, und dieses Wasser dauerhaft warm zu halten, ist der mit Abstand aufwendigste Energieposten. Genau daran ist bei vielen die Kalkulation zerbrochen. Wir haben unsere Anlagen deshalb konsequent auf diesen Punkt hin optimiert: Durch eine exzellente Dämmung, die den Wärmeverlust von vornherein minimiert, durch eine KI-gesteuerte Wärmerückgewinnung und durch eigene Energiequellen – ein Windrad und eine Biomasseanlage, die als Brennstoff sogar den Abfall aus unserer Gemüseproduktion nutzt.“

PV und Windrad

Dieser Ansatz ist bei Ecocircling bereits in der Umsetzung: Bei der Pilotanlage in Oberösterreich soll in den kommenden Monaten das erwähnte Windrad installiert werden; auch Photovoltaik ist in Planung. „Dadurch fällt der zugekaufte Wärmeanteil sehr gering aus. Genaue Werte für die KWh pro Fisch hängen vom Standort ab. Westliche oder windarme Regionen sind hier benachteiligt“, räumt die Gründerin ein. Durch die eigene Energieversorgung möchte das Startup den Betrieb von den Preisschwankungen des volatilen Marktes entkoppeln. „Damit bleibt unsere Kalkulation planbar, auch wenn die Energiepreise steigen“, so Millinger.

Fokus auf Technologie

Ob es künftig Pläne gibt, diese Prozesstechnologie zu vertreiben, oder „nur“ mit Fischen Geld zu machen, meint Millinger, dass beides in den Köpfen des Teams bestehe, jedoch mit klarer Priorität auf der Technologie.

„Unser Kern ist die Anlage selbst: ein standardisiertes Plug-and-Play-Produkt, das wir künftig in verschiedenen Größen anbieten. Eigene Standorte betreiben wir vor allem als Referenzanlagen. Überzeugend macht das Ganze das Verhältnis von Investition zu Kapazität – 90.000 Euro für zwölf Tonnen Fisch pro Jahr, mit einem Return on Investment von typischerweise unter drei Jahren. Genau diese Kombination aus niedrigem Preis, Standardisierung und geringem Betreuungsaufwand macht die Anlage zu einem echten Produkt. Dass es schon in der Entwicklungsphase internationale Nachfrage gab, bestätigt das.“

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