22.12.2025
PERSONALIE

Emerald Horizon: Grazer Atomkraft-Startup holt Norbert Hofer ins Team

Prominente Unterstützung für Emerald Horizon aus dem politischen Umfeld: Norbert Hofer wird "Vice President" für strategische Kommunikation.
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Emerald Horizon
© Parlamentsdirektion/Photo Simonis/Canva - Norbert Hofer.

Vor kurzem erklärten Gründer und CEO Florian Wagner sowie Vice President Robert Holzmann im brutkasten-Talk ihr „Mini-Atomkraftwerk„, das Schiffscontainer-groß sein soll und 20 Jahre lang Energie für 10.000 Haushalte liefern könne. Dazu nutz das System ADES des Grazer Startups Emerald Horizon Kernspaltung – allerdings mit einem neuartigen, auf Teilchenbeschleunigern basierenden Ansatz, der ohne Uran, nuklearer Kettenreaktion und Atommüll auskommt.

Aktuell arbeitet Emerald Horizon, das als Aktiengesellschaft eingetragen ist, an einer 75-Millionen-Euro-Kapitalrunde, deren Abschluss noch für Dezember geplant ist. Doch nun hat man weitere Neuigkeiten.

Emerald Horizon: Hofer als „Vice President for Strategic Communications“

Wie mehrere Medien berichten, wird der derzeit noch amtierende burgenländische FPÖ-Klubobmann Norbert Hofer mit 1. Februar 2026 bei der Emerald Horizon AG in Graz die Funktion des „Vice President for Strategic Communications“ übernehmen. Dies passiert neben seiner bereits angekündigten Tätigkeit als zweiter Geschäftsführer bei der Binder Leitl Investment GmbH. Ob er sein Landtagsmandat behält, gab er auf APA-Anfrage noch nicht bekannt.

Landtagsmandat noch offen

Hofer hatte Mitte Dezember über seinen Rückzug als Klubobmann informiert. Seine künftigen Tätigkeiten in der Privatwirtschaft sind mit dieser Funktion nämlich nicht vereinbar. Theoretisch könnte Hofer sein Mandat im Landtag weiter ausüben. Eine Entscheidung darüber kündigte er bis zum Jahreswechsel an.

Hofer ist bereits die zweite Personalie von Emerald Horizon aus dem FPÖ-Umfeld. Auch Robert Holzmann gilt als FPÖ-nahe und wurde 2019 von der FPÖ als Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank nominiert. Diese Rolle übte er bis August 2025 aus. Im Herbst stieg er als Vice President beim Grazer Startup ein.

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber

Mit dem „Agenturen Leitbild 2030“ möchten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke die Förderagenturen nun stärker an der Industriestrategie 2035 ausrichten. Betroffen sind zum einen die Agenturen des Bundes, aws und FFG, und zum anderen die Austrian Business Agency sowie die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, beide im Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministeriums. Das neue Leitbild soll in neun Schritten umgesetzt werden.

„Mit dem Agenturen Leitbild 2030 werden unsere Förderprogramme treffsicherer, wir steigern den Service und beseitigen Förderbürokratie. Damit fördern wir Zukunft, Arbeitsplätze und Wohlstand – einfacher, schneller und wirksamer“, sagt Hattmannsdorfer. Hanke ergänzt: „Eine moderne Förderlandschaft muss sich an den Bedürfnissen von Unternehmen und Forschung orientieren – mit einfachen Zugängen, klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Angeboten.“

Vereinfachte Förderbeantragung

Ein zentraler Umsetzungsschritt des „Agenturen Leitbild 2030“ ist die Vereinfachung der Förderbeantragung. So wird es in Zukunft einen gemeinsamen Zugang geben, wodurch der Erstkontakt für Unternehmen erleichtert werden soll. Zudem setzt das Wirtschaftsministerium auf einen „Once Only“-Ansatz, wodurch gewisse Daten nur einmal angegeben werden müssen. Dadurch sollen die Förderbürokratie abgebaut und der Antragsprozess vereinfacht werden.

Fokus auf Schlüsseltechnologien und „Made in Europe“

Weiters sollen sich Förderungen auf die in der Industriestrategie vorgestellten Schlüsseltechnologien konzentrieren. Das sind u.a. Künstliche Intelligenz und Dateninnovation oder Chips, elektronische Komponenten und Systeme. Hattmannsdorfer betonte zudem einen klaren Fokus auf „Made in Europe“. „Das heißt, Unternehmen, die bei uns andocken im Bereich der Forschungsförderungen, im Bereich auch der angewandten Förderungen, müssen verpflichtet werden zu einem ‚Made in Europe‘-Ansatz'“, erklärt der Wirtschaftsminister.

Durch das „Agenturen Leitbild 2030“ werde auch die Marktüberleitung zwischen den vier Agenturen besser. „Es sollen nicht die Firmen durch den Förderdschungel durchnavigieren müssen nach dem Motto: ‚Welches Programm ist jetzt für mich passend?'“, sagt Hattmannsdorfer.

Große Unternehmen als Anker für Startups

Laut Hanke werden auch Startups im Zuge der neuen Strategie berücksichtigt. „Für mich ist auch wichtig, dass diese großen Unternehmen wie eine Asfinag, wie eine ÖBB, als Anker dienen für all die Startups, die im Innovationsbereich im Kleinen großartig sind“ erklärt der Innovationsminister. Scaleups sollen in Österreich bleiben und hierzulande größere Aufträge abarbeiten können.

„Input-Output-Relation“ verbessern

Das Ziel der Neuausrichtung der Förderagenturen ist es laut dem Wirtschaftsminister, die „Input-Output-Relation“ in Österreichs Forschung und Entwicklung zu verbessern. Man zähle laut Hattmannsdorfer zu Europas Top-Nationen in puncto Forschungsausgaben, sei aber im Rückstand, die Forschungsergebnisse in die Wirtschaft zu bekommen. Österreich solle sich zu einem Hochtechnologie-Standort entwickeln, Ideen dürften dabei „nicht im Labor bleiben oder nicht in Drittstaaten abwandern, sondern sollen möglichst rasch in die wirtschaftliche Umsetzung kommen“.

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