08.05.2026
STUDIE

Elsevier Bericht: Österreichs Forschungsleistung liegt über weltweitem Durchschnitt

Der aktuelle Elsevier-Report „Austria as a science and technology nation“ analysiert die Rolle Österreichs im globalen Forschungs- und Innovationssystem. Die Daten belegen, dass Österreich mit Kooperation und Internationaler Vernetzung punktet. Den Universitäten wird in diesem Prozess eine wesentliche Funktion innerhalb des Wissenschaftssystems zugeschrieben.
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TU Wien, contentflow, Deep Render, Streamin, Codec, Codecs, energie sparen
Universitäten als wertvoller Innovationstreiber (c) Matthias Heisler/TU Wien

Bei der Überführung von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft gibt es in Österreich bekanntermaßen noch Luft nach oben. Die Forschung selbst ist allerdings im internationalen Vergleich sehr effizient, wie ein neuer Bericht des Wissenschaftsverlags Elsevier bescheinigt: Obwohl Österreich nur rund 0,1 Prozent der Weltbevölkerung stellt, liefert es etwa 0,8 Prozent des globalen wissenschaftlichen Outputs. Mit einer Forschungsqualität, die 54 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt liegt, erzielt der Standort zudem eine hohe internationale Sichtbarkeit.

Der Elsevier-Bericht ist Teil der „Science Nation“-Reihe, die nationale Forschungs- und Innovationssysteme mittels vergleichender Datenanalysen untersucht. Ziel dieser Analysen ist es, die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes im internationalen Vergleich objektiv messbar zu machen, spezifische Stärken aufzuzeigen und potenzielle Entwicklungsfelder zu identifizieren.

Universitäten als wertvoller Innovationstreiber

Die heimischen Universitäten werden im Bericht als zentrale Säulen des österreichischen Innovationssystems hervorgehoben. Insbesondere die technischen Universitäten der TU Austria Allianz zu der sich unter anderem die TU Wien, die TU Graz und die Montanuniversität Leoben zählen, agieren dabei als treibende Kräfte für technologische Durchbrüche.

Laut Elsevier sind im Zeitraum 2020 bis 2024 die Universitäten für rund 75 Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen in Österreich maßgeblich verantwortlich. „Die Vergleichsstudie belegt, dass eine ausreichende Finanzierung der Universitäten Früchte trägt und eine Investition in die Zukunft ist“, so Brigitte Hütter, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz.

Schlüsseltechnologien: hohe Forschungsintensität in Österreich

Österreich punktet laut dem Report vor allem in hochspezialisierten Technologiefeldern. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz, der Quantentechnologie und im Bereich der Materialwissenschaften (Advanced Materials). Bei letzterem verzeichnet die TU Austria die höchste Anzahl an zitierten Patenten in diesem Bereich, wobei die voestalpine AG der führende Industriepartner ist. In all den Schlüsselbereichen weist Österreich eine über dem weltweiten Durchschnitt liegende Forschungsintensität auf.

Erfolgsfaktoren Kooperation & Zusammenarbeit

Österreichs Forschungslandschaft zeichnet sich nach dem Elsevier Bericht durch eine außergewöhnlich starke Vernetzung und Kooperation aus: 67 Prozent aller Publikationen entstehen durch internationale Zusammenarbeit – deutlich über dem EU-27-Schnitt von 43 Prozent. Parallel dazu belegen Indikatoren wie Patentzitierungen und Ko-Autorenschaften eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Insbesondere in den Ingenieurwissenschaften fließen universitäre Forschungsergebnisse häufig direkt in die industrielle Technologieentwicklung ein. So entstehen 8,8 Prozent der österreichischen Publikationen gemeinsam mit Unternehmenspartnern. (EU: 3,9 Prozent, global: 2,6 Prozent)

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Das Logistikzentrum von Niceshops im steirischen Saaz | (c) Niceshops

Rund zwei Millionen Pakete versendete Niceshops 2025 aus dem Logistikzentrum im südoststeirischen Saaz. Diese gingen in 80 Länder bei einer Exportquote von 88 Prozent. Es war das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr des E-Commerce-Scaleups, wie brutkasten berichtete. An dessen Ende standen 169 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von acht Millionen Euro zu Buche. Und das, obwohl man sich erst 2024 auch mit Hilfe eines Stellenabbaus (brutkasten berichtete) aus einer Krise gekämpft hatte.

Ausbau direkt am steirischen Heimatstandort

Mit dem starken Aufschwung sei man auch bei den Lagerkapazitäten an die Grenzen gekommen, heißt es nun vom Unternehmen, das etwa 30 spezialisierte Onlineshops betreibt: „Zuletzt mussten zusätzliche externe Flächen angemietet werden.“ Deswegen soll nun erweitert werden – und zwar direkt am Heimatstandort Saaz, der rund eine Dreiviertelstunde von der steirischen Hauptstadt Graz entfernt ist.

Dort kaufte man nun ein 23.000 m² großes Grundstück zu, wie das Unternehmen verkündet. „Die Erweiterung schafft die Grundlage, Logistikprozesse wieder zentral zu bündeln, Transportwege zu verkürzen und die gesamte Wertschöpfung in der Region zu halten“, heißt es dazu in einer Aussendung.

Schrittweise Automatisierung in kommenden Jahren

Die Ausbaupläne von Niceshops betreffen aber nicht nur die Logistik. Dieses Jahr sollen insgesamt 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden – aktuell beschäftigt man etwa 400 Mitarbeiter:innen an den Standorten Saaz, Graz und Wien. Gleichzeitig will man in den kommenden Jahren schrittweise Automatisierungs- und Robotiklösungen einführen. „Ziel ist nicht die Vollautomatisierung des Lagers, sondern der gezielte Einsatz in speziellen Segmenten, um die Mitarbeiter:innen bei standardisierten Prozessen zu entlasten und die Effizienz weiter zu steigern“, heißt es dazu vom Unternehmen.

Künftig liege der Fokus auf dem weiteren Ausbau der E-Commerce-Plattform sowie der Skalierung von Logistik- und Technologiedienstleistungen für Partnerunternehmen. Zudem setze man weiterhin auf Nachhaltigkeit, etwa mit 100
Prozent Ökostrom, „nahezu“ plastikfreiem Versand und einer im Branchenvergleich sehr niedrigen Retourenquote von rund drei Prozent.

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