Elon Musk muss seit Montag vor Gericht aussagen. Im Fokus steht die Frage, ob sein 52 Mrd. US-Dollar schweres Gehaltspaket bei Tesla gerechtfertigt ist. Laut The Verge wurde auch hinterfragt, ob diese Entscheidung von einem konformen Vorstand genehmigt wurde und wie viel Einfluss Musk darauf hatte.
Musk verbringt zu viel Zeit bei Twitter
Als CEO mehrerer Unternehmen – von SpaceX über Tesla bis hin zu Twitter – wurde Musk von vielen Investor:innen über seine Fähigkeit, alle seine Unternehmen gleichzeitig leiten zu können, kritisiert. Viele fragten, ob er nicht der Meinung wäre, zu viel auf sich zu nehmen. Der CEO erklärte daraufhin, dass er die meiste Zeit dort verbringt, “wo es aktuell Krisen gibt”. Nicht nur seine Multi-Tasking-Fähigkeit, sondern auch die Zeit, die der reichste Mann der Welt bei Twitter verbringt, wurde von Kapitalgeber:innen angesprochen. Man sei besorgt, dass Musks Umgestaltung von Twitter ihn zu viel Zeit koste, heißt es von Tesla-Investor:innen.
„Ehrlich gesagt möchte ich kein CEO sein“
Daraufhin verriet Musk am Mittwoch während der Aussage, dass er versuchen werde, seine Zeit bei Twitter zu reduzieren und schließlich eine neue Führungskraft für die Leitung des Social-Media-Unternehmens zu finden. Er hoffe auch darauf, noch diese Woche die organisatorische Umstrukturierung bei Twitter abzuschließen. „Ehrlich gesagt möchte ich kein CEO sein“, sagte der CEO, während er die Fragen von Tesla-Anwält:innen beantwortete. James Murdoch, dem ehemaligen Vorstandsmitglied von Tesla zufolge, erwägt Musk sogar den Rücktritt als Tesla-CEO.
Musk sieht sich nicht als konventioneller CEO
Seine Rolle in seinen Unternehmen habe nichts mit der Rolle eines herkömmlichen Geschäftsführer zu tun. „Bei SpaceX bin ich für die Technik der Raumfahrzeuge verantwortlich und bei Tesla für die Technologie im Fahrzeug, welche den Erfolg des Unternehmens bestimmt”, sagt Musk. Der Begriff CEO werde oft als eine auf Business fokussierte Rolle verstanden, aber in Wirklichkeit sei seine Rolle viel mehr die eines Ingenieurs, der Technologien entwickelt und sicherstellt, dass bahnbrechende Innovationen entwickelt und mit tollen Ingenieur:innen umgesetzt werden.
„Warum das Ganze?“: Ex-Lieferando-HR-Chef gründet Volunteering-Startup
In Zeiten von Covid leitete Axel Menzel die Personalabteilung von Lieferando in Österreich und der Schweiz. "The sky was the limit", beschreibt er. Es wurden Hunderte Mitarbeiter pro Monat eingestellt. Nach dem Ende der Lockdowns kam der starke Stellenabbau und für den gebürtigen Deutschen stellte sich die Sinnfrage. Er gründete daraufhin die Plattform Sobbatical, über die Voluntäre an Non-Profit-Organisationen für Freiwilligenarbeit vermittelt werden.
„Warum das Ganze?“: Ex-Lieferando-HR-Chef gründet Volunteering-Startup
In Zeiten von Covid leitete Axel Menzel die Personalabteilung von Lieferando in Österreich und der Schweiz. "The sky was the limit", beschreibt er. Es wurden Hunderte Mitarbeiter pro Monat eingestellt. Nach dem Ende der Lockdowns kam der starke Stellenabbau und für den gebürtigen Deutschen stellte sich die Sinnfrage. Er gründete daraufhin die Plattform Sobbatical, über die Voluntäre an Non-Profit-Organisationen für Freiwilligenarbeit vermittelt werden.
Egal ob ein Jugendzentrum in Estland, ein Sportclub in Bordeaux oder ein Eselheim auf Korfu, Freiwilligenarbeit kann vielfältig sein und wird vor allem eines: gebraucht. Laut Statistik Austria engagieren sich in Österreich knapp 50 Prozent aller Personen, die älter als 15 Jahre sind, in der Freiwilligenarbeit. Um die Arbeit vor allem international zu erleichtern, gibt es Plattformen, die vernetzen und dafür Geld verlangen. „Das ist eine milliardenschwere Industrie und das finde ich ganz, ganz schrecklich“, sagt Sobbatical-Founder Axel Menzel im brutkasten-Gespräch. Der gebürtige Deutsche möchte mit seiner Plattform Menschen kostenfrei zur Freiwilligenarbeit vermitteln. Dabei kommt Menzel aus einem ganz anderen Bereich.
„The sky was the limit“
Jede:r hat wohl noch den März 2020 im Kopf, als der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz den ersten Lockdown verkündete. Genau in dieser Zeit begann Menzel als Personalleiter bei Lieferando. „Essenslieferungen waren dann so eine Branche, die das Leben und vor allem die Gastronomie irgendwie noch in Gang gehalten haben“, erklärt der Wahl-Wiener und ergänzt: „The Sky was the limit. Wir haben mehrere Hundert Personen pro Monat eingestellt.“
Nach Covid ging es in die andere Richtung. „Dann hieß es Abbau“, sagt er. Schlussendlich wurde er als letzte Person seiner Abteilung 2025 gekündigt. Nach Jahren der Skalierung und eines darauffolgenden massiven Abbaus stellte sich für Menzel die Sinnfrage: „Warum das Ganze? Was bringt uns das als Gesellschaft?“ So kam er auf die Idee, Sobbatical zu gründen.
Das ist eine milliardenschwere Industrie. Und das finde ich ganz, ganz schrecklich.
Axel Menzel, CEO von Sobbatical
Freiwilligenarbeit zugänglich und leistbar machen
Menzels Idee der Vermittlung von Freiwilligenarbeit ist nicht neu. Was ihn aber von bisherigen Plattformen unterscheidet: Sein Dienst ist grundsätzlich kostenfrei. „Ich verdiene mit der Vermittlung und mit dem Angebot von Freiwilligenarbeit kein Geld. Sie soll zugänglich für alle und damit auch leistbar sein“, erklärt er. Auch eine Listung der Non-Profit-Organisationen auf der Plattform sei kostenlos. Insgesamt ist Sobbatical neben Deutschland und Österreich in 21 europäischen Ländern aktiv und versteht sich daher als internationaler Vermittler.
Er beschreibt seine Plattform als einen „One-Stop-Shop“ über Ländergrenzen hinweg. Von Unterkunfts- über Reise- bis zu Versicherungsfragen unterstütze Sobbatical die Voluntär:innen. „Wir arbeiten mit Servicepartnern wie z. B. einem Versicherungsbroker, mit einer Plattform für Unterkünfte und einer für Reisen zusammen“, erklärt Menzel.
Profitabel durch „Sobi“ und Corporate Volunteering
Sein Unternehmen möchte er mit einem KI-Assistenten rentabel gestalten. „Sobi“ kostet 59 Euro im Jahr und soll bei der Planung und Organisation der Freiwilligenarbeit helfen. „Du hast dann jemanden, der dich bei deinem ersten Gedanken wie z. B. ‚Was gibt es für mich denn Passendes?‘ über die konkrete Vorbereitung und darüber hinaus unterstützt“, erklärt Menzel.
Zudem möchte Sobbatical ab nächstem Jahr auch mit Unternehmen Umsatz generieren. Eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll die Wirkungsmessung von Corporate Volunteering digitalisieren und so die Messung des Social Return on Investment vereinfachen.
„Wir wollen messbar machen, welche gesellschaftliche Wirkung der ehrenamtliche Einsatz einer Belegschaft hat“, erklärt Menzel und nennt ein fiktives Beispiel: „Angenommen, ein Unternehmen stellt eine Mitarbeiterin für ein paar Tage für Freiwilligenarbeit frei, und das kostet 1.000 Euro. Dann soll man über uns sehen können, dass dieser Einsatz zum Beispiel einen gesellschaftlichen Mehrwert von 8.000 Euro geschaffen hat.“ Letzteres wird eben Social Return on Investment genannt.
Marktstart noch 2026 geplant
Die Webseite läuft bereits, die App befindet sich noch in der Beta-Version. Man kann sich als Testnutzer registrieren, der KI-Assistent funktioniert jedoch noch nicht. Menzel möchte aber sowohl die fertige Website als auch den digitalen Assistenten noch in diesem Quartal launchen. „Der virtuelle Assistent existiert schon, wir testen ihn gerade intensiv. Er soll erst dann für alle verfügbar sein, wenn er wirklich verlässlich weiterhilft“, erklärt er.
Sobbatical versucht, „das Maß an personenbezogenen Daten auf einem Minimum zu halten.“ Gespeichert würde nur, was für Vermittlung und Vorbereitung notwendig ist, wie etwa Staatsbürgerschaft oder Wohnland, um Einreisebestimmungen prüfen zu können. Die meisten personenbezogenen Daten würden direkt zwischen Non-Profit-Organisation und Volunteer ausgetauscht werden.
Solange wie möglich „kein Venture Capital“
Sobbatical ist gebootstrappt und das soll sich auch in naher Zukunft nicht ändern. „Ich möchte kein Venture Capital aufnehmen, solange es möglich ist“, sagt Menzel, der aber auch einsieht, dass er für die weitere Entwicklung seiner Plattform noch mehr finanzielle Mittel benötigt. „Gerade, wenn es um die Entwicklung des Corporate-Volunteering-Angebots geht“, sagt Menzel. Daher sei er gerade auf der Suche nach passenden Förderungen.
Das für Startups wie Sobbatical übliche „Verified Social Enterprise-Label“ hat Menzel noch nicht angefragt. Im Individual Volunteering sieht er bislang keinen großen Mehrwert des Labels, weil viele Einzelpersonen von außerhalb Österreichs und sogar außerhalb Europas kommen würden. „Das Label ist vor allem hierzulande bekannt“, erklärt er. Da sich Sobbatical aber verstärkt im B2B-Bereich aufstellen möchte, „ist es in Zukunft eine Überlegung.“
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