06.09.2017

ELEVATE: 100 Investoren und vier Chatbot Startups am Demo Day

Am 8. September findet der erste Demo Day des Chatbot Accelerator ELEVATE von TheVentury statt. Der finnische Chatbot Investor Kaj Hagros hält dabei eine Masterclass und teilt seine Erfahrung mit den 100 geladenen Investoren. Vier Chatbot Startups - IconicBot, Jingle, Toni und Selly - präsentieren sich vor den Investoren und der hochkarätigen Jury.
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Die ELEVATE Family.

Nach sechs intensiven Monaten sind die vier Startups IconicBot, Jingle, Toni und Selly in TheVentury’s Accelerator-Programm ELEVATE von ersten Prototypen zu marktreifen Produkten gelangt. Die Startups stellen sich der Jury im Rahmen des Demo Day und 100 Investoren, darunter Speedinvest, Vetreter der aaia, Primecrowd, Venionaire Capital und Startup300.

Zu Beginn des Tages gibt es eine Master Class mit dem finnischen Investor Kaj Hagros (Co-Founder & CEO Pivot5), der bereits mehrmals in Chatbot Unternehmen investiert hat. Anschließend diskutieren die Chatbot-Expertin Natalie Korotaeva (craftworks), Kaj Hagros (Pivot5), Marc Isop (Onlim) und Wolfgang Bosch (IBM Watson) über das große Potential von Chatbots in den Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft.

Redaktionstipps

Die vier Startups im Überblick

IconicBot ist ein Fan-Management Tool für Persönlichkeiten wie Künstler, Musiker und Sportler. Der Chatbot ermöglicht es diesen Personen bzw. deren Social Media Managern personalisierte Inhalte an die Fans auszusenden, diese zu analysieren und zu monetarisieren. IconicBot bringt dadurch Fans mit ihren Idolen näher zusammen. Mitte August durchbrach der Chatbot die 1 Millionen User Marke.

Toni der Fußball-Chatbot informiert Fans über die aktuellen Spiele der bedeutendsten Europäischen Fußball-Ligen (zB. Premier League und Deutsche Bundesliga). Der Chatbot zeigt Liga- und Gruppen-Tabellen, gibt Live Updates über gefallene Tore und sendet Fans eine tägliche Zusammenfassung der wichtigsten Spiele. Mit Laola1 hat man bereits einen ersten idealen Partner gefunden, wo der Bot die Facebook Fans begeistert. Mehr zu Toni.

Jingle verbindet Einzelhandel und Konsumenten auf neue Art und Weise. Vor allem kleine Betriebe haben oft wenig oder gar keine Internetpräsenz. Jingle bietet ihnen die Möglichkeit trotzdem von Kunden über den Chatbot gefunden zu werden. Der Verkauf findet dann vor Ort im Geschäft statt. Dies bietet dem Verkäufer erhöhte Reichweite ohne auf ein persönliches Gespräch mit dem Kunden verzichten zu müssen.

Selly verkauft gebrauchte Gegenstände. Viele Menschen wollen sich nicht mit dem Verkauf ihrer alten Sachen beschäftigen. Es fehlt ihnen oft an Wissen über Qualität und Preisverhandlungen oder die Motivation sich auf verschiedensten Seiten anzumelden. Selly erleichtert diesen Prozess indem es den Verkaufsprozess vollständig automatisiert – der Kunde muss nur einen Mindestverkaufswert nennen, den Rest erledigt der Chatbot.

Bewerbung für den zweiten Durchgang

Die Bewerbungsphase für den zweiten Durchgang endet am 22. September. Am 23. November startet der zweite ELEVATE Durchgang. Aus der Bewerbungsphase werden es die besten fünf Startups aus den Bereichen Chatbots, Machine Learning und angewandte künstliche Intelligenz in das Programm schaffen, um in sechs Monaten von einem ersten Prototypen zu Marktreife zu gelangen. Bewerben können sich interessierte Startups auf der Website von ELEVATE.

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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