23.03.2026
HEALTH

Elaris: Wiener Biotech holt Lizenz vom französisch-österreichischen Impfstoffentwickler Valneva

Das Wiener Unternehmen Elaris vermeldet den Abschluss einer weltweiten Lizenzvereinbarung mit Valneva für ein Impfstoffprogramm gegen "Clostridioides difficile".
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Elaris
© Elaris - Das Elaris-Team.

Elaris FlexCo, ein Wiener Biotechnologieunternehmen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Impfstoffen gegen schwere bakterielle Infektionen, hat kürzlich den Abschluss einer exklusiven weltweiten Lizenzvereinbarung mit Valneva SE (Nasdaq: VALN; Euronext Paris: VLA) bekannt gegeben.

Elaris mit globaler Lizenz

Die Vereinbarung umfasst Technologien im Zusammenhang mit Valnevas Impfstoffkandidaten VLA84 gegen „Clostridioides difficile“ (C. difficile). Im Rahmen dessen erhält Elaris eine exklusive weltweite Lizenz für Valnevas Antigentechnologie zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen „C. difficile“.

Auf dieser Grundlage plant das Wiener Unternehmen, das Impfstoffprogramm weiterzuentwickeln und die schützende Immunantwort durch ergänzende firmeneigene Ansätze gezielt zu verbreitern. Zugleich stärkt die Vereinbarung das Patent- und Lizenzportfolio von Elaris.

Klinische Studien ab 2027

Das Biotech beabsichtigt, das Programm bis zur klinischen Reife voranzutreiben, mit dem Ziel, etwa im Jahr 2027 klinische Studien zu beginnen.

„Der Abschluss dieser Lizenzvereinbarung stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung unseres Ziels dar, schwere bakterielle Infektionen zu verhindern, die insbesondere ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen überproportional stark betreffen“, sagt Jason Golan, Chief Executive Officer und Mitgründer von Elaris. „C. difficile zählt nach wie vor zu den schwerwiegendsten krankenhausassoziierten Infektionen und zeichnet sich durch hohe Rückfallraten sowie begrenzte Präventionsmöglichkeiten aus. Durch die Kombination von Valnevas Technologie mit ergänzenden firmeneigenen Ansätzen wollen wir einen differenzierten Impfstoff entwickeln, der einen breiteren Schutz vor C. difficile-Infektionen bietet.“

170.000 Infektionen pro Jahr in Europa

Infektionen mit „C. difficile“ zählen weltweit zu den häufigsten krankenhausassoziierten Infektionen und stellen eine erhebliche Belastung für Gesundheitssysteme dar. Allein in den Vereinigten Staaten verursacht die Erkrankung nach Angaben der „U.S. Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) jährlich nahezu 500.000 Infektionen sowie rund 29.000 Todesfälle.

In Europa wird geschätzt, dass „C. difficile“ pro Jahr mehr als 170.000 Infektionen im Gesundheitsbereich verursacht. Trotz der erheblichen gesundheitlichen Belastung und der hohen Rückfallraten nach einer Behandlung ist derzeit kein prophylaktischer Impfstoff zur Prävention von „C. difficile“-Infektionen zugelassen.

Milestone-Vereinbarung

Die Vereinbarung mit Valneva sieht branchenübliche Meilensteinzahlungen für Entwicklung, Zulassung und Vermarktung sowie Lizenzgebühren auf künftige Nettoverkäufe vor.

„C. difficile-Infektionen stellen weiterhin eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar“, erklärt Thomas Lingelbach, Chief Executive Officer von Valneva. „Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Elaris und darauf, die nächsten Entwicklungsschritte des Programms unter der Leitung von Elaris zu verfolgen.“

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb

Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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