24.03.2022

El Salvador: Präsident trifft Binance-CEO

Binance-CEO Changpeng Zhao reist nach El Salvador, um den Präsidenten zu beraten. Bitcoin-Staatsanleihen mussten verschoben werden.
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Bitcoin
Foto: Adobe Stock

El Salvador hat Bitcoin im September 2021 zum offiziellen Zahlungsmittel im Land gemacht und damit international für Aufsehen gesorgt. Für Mitte März wäre der nächste Schritt geplant gewesen: Staatsanleihen in Bitcoin. Mittlerweile ist klar, dass sich der Zeitplan nicht ausgehen wird – die Regierung verschiebt den Start unter anderem aufgrund des derzeitigen Marktumfelds. Reuters hat von dem Botschafter El Salvadors in den USA erfahren, dass die Krypto-Börse Binance nun bei der Umsetzung helfen soll. Präsident Nayib Bukele wie auf Twitter jedoch zurück, dass es bei einem geplanten Treffen konkret um die verschobenen Bonds gehen soll.

Binance-CEO trifft Präsident

Binance-CEO Changpeng Zhao reist am Donnerstag nach El Salvador und trifft dort Bukele. Es ist nicht das erste Treffen – ein ebensolches soll Bukele vergangenen September in seinen Krypto-Plänen bestärkt haben. Seither laufen die Dinge aber nicht ganz so wie gedacht. Bitcoin kommt bisher kaum im Alltag an, nur wenige Händler verzeichnen Transaktionen, wie eine aktuelle Umfrage ergab.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die Regierung die Begebung von Staatsanleihen in Bitcoin verschieben muss. Das derzeitige Marktumfeld sei durch den Krieg in der Ukraine und die Volatilität auf den Kryptomärkten nicht passend. Die Anleihen sollen umgerechnet 1 Milliarde Dollar einbringen. Die Pläne wurden vom Internationalen Währungsfonds kritisiert.

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Riverside Acceleration Capital stellt iDWELL einen siebenstelligen Betrag bereit. Es handelt sich laut dem Wiener PropTech nicht um eine Beteiligung, sondern um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. brutkasten hat nachgefragt.
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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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