05.05.2025
EINFALL FÜR ZWEI

Zwei Vorarlberger Gründerinnen und die Neuordnung des Medikamententascherls

Wenn es drauf ankommt, sofort Pflaster, Medikamente und Co. zur Hand haben - das sollen die Taschen von Einfall für Zwei gewährleisten.
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Einfall für Zwei - die Gründerinnen Monika Wohlmuth-Schweizer und Natascha Woschnagg-Kloser | (c) Einfall für Zwei
Einfall für Zwei - die Gründerinnen Monika Wohlmuth-Schweizer und Natascha Woschnagg-Kloser | (c) Einfall für Zwei

Vor allem wenn man Kinder hat, gibt es eine ganze Reihe an Dingen, die man vorsichtshalber immer dabei hat, etwa Pflaster oder Wundsalbe. Und ehe man sich versieht, verfügt man über ein eigenes „Medikamententascherl“, wie man es als Kind bei seinen Eltern kennengelernt hat. Doch ehe man sich ein weiteres Mal versieht, herrscht in diesem Chaos. Und gerade wenn man das Pflaster am dringendsten braucht, muss man das gesamte Tascherl ausleeren, um daranzukommen. Hier kommt Einfall für Zwei aus Vorarlberg ins Spiel.

„System Reiseapotheke ganz neu denken“

Schon 2019 von der Allgemeinmedizinerin Natascha Woschnagg-Kloser und der Unternehmensberaterin Monika Wohlmuth-Schweizer gegründet, will Einfall für Zwei mit seinen Taschen das genannte Chaos endgültig beenden. Man wollte „das System Reiseapotheke ganz neu denken“, meinen die Gründerinnen.

Dazu formulieren sie zwei Ansprüche. Erstens: Ihr Tascherl mit dem Namen „fürALLEfälle“ verfügt über eine Ordnung nach Themengebieten und ein Beschriftungssystem. Fächer für Dinge, die in jeder Apotheke enthalten sein sollen, sind bereits vorgegeben. Zusätzlich bietet die Tasche Raum für individuelle Medikamente. „So kennt sich jedes Familienmitglied intuitiv aus und weiß auch nachher, wohin ein Präparat zurückgehört“, sagt Gründerin Woschnagg-Kloser. Zweitens: Die Tasche sollte besonders leicht, weich und knautschbar sein, ohne dass innen etwas durcheinandergeraten kann. „Eine sperrige Box stört unterwegs nur. So aber kann man alles perfekt verstauen und finden“, meint Gründerin Wohlmuth-Schweizer.

Einfall für Zwei mit Spezialtaschen für Kinder und Hunde

Außerdem sind die Taschen von Einfall für Zwei gut sichtbar und robust: Außen bestehen sie aus dem Stoff, aus dem auch Rettungsjacken sind. Neben der oben genannten allgemeinen Version gibt es mittlerweile auch spezielle Taschen für Notfälle, für Kinder und für Hunde. Hergestellt werden die Taschen mittlerweile in Portugal.

Was die Pläne von Einfall für Zwei angeht, gibt sich Gründerin Wohlmuth-Schweizer übrigens eher bescheiden: „Uns ist klar, dass es Unternehmer und Unternehmerinnen gibt, die genau sagen, zu welchem Zeitpunkt sie welche Verkaufszahlen in welchen Ländern erreicht haben wollen. So sind wir nicht. Aber natürlich hätten wir gern, dass schon bald jeder, der verreist, unsere Apotheke im Gepäck hat, nicht nur, weil damit endlich Ordnung herrscht, sondern weil damit auch jeder und jede einen Betrag zum nachhaltigen Verbrauch von Medikamenten leistet, weniger Medikamente kauft und noch weniger wegwirft.“

Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen

Einen Schritt dorthin dürften die Gründerinnen jedenfalls diesen Dienstag machen. Denn dann wird eine Episode der Show „2 Minuten 2 Millionen“ ausgestrahlt, in der auch die Beiden mit Einfall für Zwei zu sehen sind.

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners

Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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