16.03.2026
TECH-STARTUPS

EIB Global investiert 40 Mio. Euro in „Speedinvest Africa Fund“

Die EIB Global stellt insgesamt 40 Millionen Euro für das Investitionsvehikel "Speedinvest Africa Fund" zur Verfügung.
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Speedinvest-CEO Oliver Holle, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und EIB-Vizepräsident Karl Nehammer. | ©️ Klaus Vyhnalek

Der Wiener Frühphaseninvestor Speedinvest rund um Co-Founder und CEO Oliver Holle engagiert sich seit mehreren Jahren im afrikanischen Startup-Ökosystem. Zu den bisherigen Investments zählen unter anderem die Unternehmen Moove und FairMoney aus Nigeria, Khazna aus Ägypten sowie Mophones aus Kenia.

Mit dem Investitionsvehikel „Speedinvest Africa Fund“ will der Venture-Capital-Investor dieses Engagement nun ausbauen. Der Fonds wurde im Juli 2025 gestartet und richtet sich gezielt an wachstumsstarke Tech-Startups in den Innovationszentren des afrikanischen Kontinents. Ziel ist es, junge Technologieunternehmen bei ihrer regionalen und internationalen Expansion zu unterstützen.

Angestrebtes Gesamtvolumen: 200 Mio. Euro

Einen wesentlichen Beitrag dazu liefert nun die Europäische Investitionsbank (EIB): Über ihren Entwicklungsarm EIB Global stellt man 40 Millionen Euro für den Speedinvest-Fonds bereit. Das angestrebte Gesamtvolumen liegt bei 200 Millionen Euro.

„Technologie hat das Potenzial, gute Ideen in echten Fortschritt zu verwandeln. Mit dieser Investition unterstützen wir afrikanische Innovatorinnen und Innovatoren dabei, zu wachsen, neue Märkte zu erschließen und nachhaltige Unternehmen aufzubauen. So schaffen wir neue Chancen für Afrika und Europa. In einer zunehmend fragmentierten Welt bauen wir Brücken“, kommentiert EIB-Vizepräsident Karl Nehammer.

Ausbau der Europa-Afrika-Partnerschaft

Die Beteiligung der EIB soll laut Presseaussendung nicht nur die Finanzierungsmöglichkeiten für afrikanische Startups verbessern, sondern auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika vertiefen. Neben der digitalen Transformation steht dabei auch inklusives Wirtschaftswachstum im Fokus.

„Durch die Kombination lokaler Präsenz mit unserem europäischen Netzwerk aus Branchenexpertise, operativer Unterstützung und Anschlussfinanzierungen helfen wir Startups, regional und international zu wachsen“, sagt Speedinvest-CEO Holle. Insgesamt verwaltet Speedinvest mittlerweile mehr als 1,2 Milliarden Euro Kapital und ist mit sechs Standorten in Europa, Afrika und dem Nahen Osten vertreten.

Auch aus Österreich kommt politischer Rückenwind für die Initiative. „Diese Investition zeigt, dass Österreich auch international eine wichtige Rolle in der Finanzierung von Innovation spielt. Wenn ein heimischer VC-Investor wie Speedinvest gezielt in wachstumsstarke Technologie-Ökosysteme in Afrika investiert, stärkt das nicht nur neue Märkte und Partnerschaften, sondern auch den Innovationsstandort Österreich. Internationale Vernetzung und Zugang zu Zukunftsmärkten sind entscheidend, damit unsere Startups, Investorinnen und Investoren langfristig erfolgreich bleiben“, betont Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Fokus auf afrikanische Innovationszentren

Der Fonds plant Investments in Technologieunternehmen in wichtigen Innovationszentren wie Ägypten, Marokko, Nigeria, Kenia und Südafrika. Darüber hinaus stehen auch wachstumsstarke Märkte wie Ghana, Côte d’Ivoire, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Tunesien, Tansania und Uganda im Fokus.

Verwaltet wird der Fonds von den Speedinvest-Partnerinnen Deepali Nangia und Rana Abdel Latif. Ein geplantes Büro in Afrika soll die lokale Präsenz weiter stärken und den direkten Austausch mit Gründerinnen und Gründern vor Ort intensivieren.

Gesellschaftliche Wirkung

Thematisch konzentriert sich der Fonds auf technologiegestützte und mobile Dienstleistungen – etwa in den Bereichen Zahlungsverkehr, Gesundheitswesen, Mobilität und Bildung. Die Investments sollen mit den Afrika-Prioritäten der EU-Initiative Global Gateway im Einklang stehen.

Neben wirtschaftlichen Effekten sollen die Finanzierungen auch gesellschaftliche Wirkung entfalten. Dazu zählen etwa neue Arbeitsplätze – insbesondere für junge Menschen – sowie ein besserer Zugang zu digitalem Banking und grundlegenden Dienstleistungen für bislang unterversorgte Bevölkerungsgruppen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Geschlechtergleichstellung: Mindestens 30 Prozent des Fondsvolumens sollen in Unternehmen fließen, die Frauen als Gründerinnen, Beschäftigte oder Kundinnen stärken. Damit erfüllt der Fonds die Kriterien der 2X Challenge, einem globalen Maßstab für genderorientierte Investitionen.

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© Lara Jameson via Pexels

Aufgrund wachsender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen durch Künstliche Intelligenz gerät die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von außereuropäischen Tech-Konzernen zunehmend in den Fokus. Vor diesem Hintergrund haben der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich und der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) den sogenannten „Austrian Cloud Atlas“ veröffentlicht. Die interaktive Plattform soll heimischen Betrieben als Orientierungshilfe bei der Wahl digitaler Lösungen dienen.

Transparenz bei Datenhoheit und Angeboten

Das Tool erfasst Rechenzentren, Cloud-Anbieter:innen sowie Managed Service Provider in Österreich. Damit soll die Übersicht bestehende Branchen-Initiativen wie die Österreichische KI-Landkarte ergänzen. „Unternehmen müssen wissen, wo ihre Daten liegen, von welchen Technologien sie abhängig sind und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen“, betont Wilfried Drexler, Obmann des Fachverbands UBIT.

Laut den Initiator:innen stehe die Förderung der digitalen Handlungsfähigkeit im Mittelpunkt. Das Angebot solle Firmen dabei unterstützen, bewusste Entscheidungen über ihre IT-Kapazitäten zu treffen und strategische Abhängigkeiten von internationalen Hyperscalern schrittweise zu reduzieren. „Die Daten basieren auf freiwilligen Einreichungen und werden laufend erweitert“, heißt es auf der Website.

Ruf nach abgestimmtem Zielbild

Neben der rein informativen Funktion nutzen die beteiligten Verbände den Launch für politische Forderungen. Während auf EU-Ebene derzeit am „Cloud and AI Development Act“ gearbeitet werde, fehle es in Österreich laut Branchenvertreter:innen an einem einheitlichen Rahmen. Zunehmende länderspezifische Einzelregelungen erschwerten den zielgerichteten Ausbau der Infrastruktur.

Martin Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association, verweist diesbezüglich auf fehlende Standards: „Was fehlt, ist ein abgestimmtes nationales Zielbild.“ Ein solches sei laut der Branchenvertretung jedoch notwendig, um die heimische Daten-Infrastruktur künftig gemeinsam mit der Energieversorgung und dem Netzausbau zukunftsfähig aufzustellen.

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