19.06.2020

37. E&I Touchdown: Das sind die Siegerteams

Am 18. Juni fand der mittlerweile 37. E&I Touchdown des Institut für Entrepreneurship & Innovation der WU Wien aufgrund der Coronakrise erstmals im digitalen Raum statt. Im Rahmen der Veranstaltung pitchten Studierende ihre Innovationsprojekte. Das Event wurde in Kooperation mit dem brutkasten als Partner umgesetzt.
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E&I Touchdown
(c) Institut für Entrepreneurship & Innovation der WU Wien

Anwendungsfelder für neue Technologien suchen, das globale Rollout eines Ideation Management Systems begleiten, oder neue KPI für Innovation in einem Konzern identifizieren. Dies sind nur drei von 37 Innovations-Projekten, die das Institut für Entrepreneurship & Innovation der WU Wien, in diesem Semester gemeinsam mit Praxispartnern durchgeführt hat.

+++  Theorie trifft auf Praxis: Fünf Studierende der WU und das Wiener MedTech OncoLab +++

37. E&I Touchdown

Beim E&I Touchdown am 18. Juni 2020 wurden alle Ergebnisse von den Studierenden-Teams in nur 45 Sekunden gepitcht. Hinter diesen Pitches stecken ein ganzes Semester Kreativität, professionelle Methoden und jede Menge Herzblut. Die besten Pitches wurden von einer Expertenjury und dem Publikum ausgewählt. 

Kategorie: Best Pitch Bachelor

In der Kategorie Best Pitch Bachelor überzeugte das Startup Artheca, das aus der E&I Garage hervorging. Artheca ist eine Plattform, die Künstlerinnen und Künstler mit Firmen, Unternehmen und Organisationen zusammenbringt, die am Erwerb von Kunst interessiert sind. 

Kategorie: Best Pitch Master

In der Kategorie Best Pitch Master kürte die Expertenjury AIthlethics zum Siegerteam. Das Team entwickelte eine auf künstlicher Intelligenz basierende Personal-Trainer-Anwendung, die Körperhaltungen verfolgt und Empfehlungen für die korrekte Ausführung der Übungen gibt. 

Kategorie: Publikumssieger

Das Publikum gab über 1000 Stimmen ab und wählte mit über einem Drittel dieser Stimmen den Pitch von Urban Monkey zum Sieger. Das Team um die biologisch hergestellten Smoothies, konzeptionierte ein modernes Online-shop Erlebnis für gesundheitsbewusste Studierende. 

Panel-Diskussion zum Thema Coronakrise

Der E&I Touchdown widmete sich in diesem Semester zudem der Coronakrise. In einer von Helga Pattart-Drexler moderierten Paneldiskussion setzten Univ. Prof. Dr. Nikolaus Franke (Institutsvorstand), S.E. Trevor Traina (Botschafter der Vereinigten Staaten in Österreich), Sandra Gott-Karlbauer (Geschäftsführerin ÖBB TS) sowie Dejan Jovicevic (Herausgeber des brutkasten) Impulse für Innovationen zur Überwindung der Krise. Im Vorfeld wurde hierzu eine Studie durchgeführt, die Herausforderungen und Chancen mit denen österreichische Unternehmen durch Covid-19 konfrontiert waren, abbildete – der brutkasten berichtete im Vorfeld.

E&I Touchdown
Das Panel | (c) E&I Touchdown

Die Ergebnisse der Studie

130 Unternehmen teilten ihre Erfahrungen und 90 Prozent fanden in den Herausforderungen auch neue Chancen in Form von neuen Geschäftsmöglichkeiten. Ein Drittel der Befragten gaben an, viele bis sehr viele neue Möglichkeiten identifiziert zu haben. Innovation und Flexibilität spielten dabei eine größere Rolle als die staatliche Unterstützung. Wer in der Krise also unternehmerisch gedacht hat, hat profitiert. 

Auch das Institut war von der Pandemie betroffen, musste es doch im März binnen Tagen den gesamten Lehrinhalt auf Distanzlehre umstellen. Dass die Herausforderungen auch neue Chancen mitbrachten, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass in diesem Semester der erste digitale Touchdown in Zusammenarbeit mit dem Brutkasten erfolgreich veranstaltet wurde. Hauptsponsor des Abends war die  WKO. 


=> Institut für Entrepreneurship & Innovation der WU Wien

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Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²

Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.

Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².

Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen

Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.

Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.

„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“

Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.

(c) LA-Cinematics / MPC²

Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.

Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt

Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.

Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.

aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“

Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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37. E&I Touchdown: Das sind die Siegerteams

  • Am 18. Juni fand der mittlerweile 37. E&I Touchdown aufgrund der Coronakrise erstmals im digitalen Raum statt.
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