21.11.2018

EHang: Chinesischer Flugtaxi-Pionier holt sich Expertise aus dem Innviertel

Österreichs größter Aeorspace-Zulieferer FACC hat eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Flugtaxi-Pionier EHang gestartet. Gemeinsam will man autonome Luftfahrzeuge optimieren und zur Serienreife bringen.
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EHang Flugtaxi Modell 216 - Partnerschaft mit FACC - Lufttaxis in Linz - Teststrecke
© EHang/FACC: EHang Modell 216

2016 sorgte das chinesische Unternehmen EHang auf der CES Las Vegas für Furore, als es mit dem EHang 184 das erste autonome Luftfahrzeug der Welt präsentierte. Um das „Flugtaxi“ zur Serienreife zu bringen, baut das Unternehmen mit Sitz in Guangzhou nun auch auf heimische Expertise. Es startete eine strategische Partnerschaft mit Österreichs größtem Aerospace-Konzern FACC aus Ried im Innkreis.

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Mit dem Flugtaxi „Verkehrsprobleme der Städte lösen“

Dabei teilen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Vision zur „Urban Air Mobility“, wie sie in einer Aussendung kundtun. „Flugtaxis sollen dabei helfen, unter Nutzung des Luftraums als ‚3. Dimension‘ die Verkehrsprobleme der Städte zu lösen“, heißt es da. „Zur Arbeit fliegen statt im Stau zu stehen“ wolle man weltweit ermöglichen. Neben dem Transport von Personen oder Gütern würden autonome Fluggeräte aber noch zahlreiche andere Einsatzmöglichkeiten bieten, wie etwa Flüge zum Transport dringender Notfallgüter oder für risikoreiche Einsätze aus der Luft bei Umweltkatastrophen. Das Marktpotential sei dabei sehr vielversprechend: Laut einer Studie von Roland Berger bestünde in den kommenden Jahren ein Bedarf von Lufttaxis im Wert von 32 Milliarden Euro.

EHang: Technologie gemeinsam mit FACC weltweit nutzbar machen

„Die Partnerschaft mit FACC unterstützt uns massiv bei der Umsetzung unserer Lösungen sowie der Produktion und Zertifizierung des Ehang AAVs (Anm.: Autonomous Aerial Vehicle). Gemeinsam mit FACC werden wir diese Technologien weltweit nutzbar machen“, sagt Hu Huazhi, Gründer und CEO von EHang. Und Robert Machtlinger, CEO von FACC, kommentiert: „Als Technologiepartner der weltweiten Aerospace-Industrie verfügt FACC über ein breites Spektrum an Systemkompetenz – von Forschung, Design, Entwicklung über Zertifizierung und globale Fertigung bis hin zur Wartung von Hightech-Produkten. Damit können wir für die Umsetzung sicherer und hocheffizienter Leichtbaulösungen für den individuellen Luftverkehr rund um Smart Cities alle Register ziehen“.

EHang Flugtaxi Modell 216 - Partnerschaft mit FACC
© EHang/FACC: FACC CEO Robert Machtlinger (r.) und EHang CEO Hu Huazhi (l.) bei der Unterzeichnung des Partnerschafts-Abkommens.

Schaffung eines Testfeldes in Österreich geplant

Im Rahmen der strategischen Partnerschaft wolle man optimale Synergien schaffen, um bestehende und zukünftige Konzepte, Technologien und Lösungen im Bereich Urban Air Mobility gemeinsam voranzutreiben. Flugtaxi-Pionier EHang trete dabei als Erfinder und Experte für alle Fragen rund um das autonome Fliegen auf, vor allem hinsichtlich Connectivity und Software-Lösungen. FACC unterstütze im Bereich Hightech-Hardware mit Entwicklung, Zertifizierung, Produktion und weltweitem Aftermarket-Service. Zur Umsetzung werde man eng mit Industriepartnern, Politik und Luftfahrtbehörden zusammenarbeiten. Zudem sei vorgesehen, in Abstimmung mit Behörden die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen und Regularien für den individuellen Luftverkehr und in weiterer Folge die Schaffung eines Testfeldes in Österreich zu forcieren. (PA/red)

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Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll eröffnete schon 2025 den Technology Impact Summit © TIS

Drei Monate vor der Veranstaltung präsentierten die Organisator:innen in Wien das Programm für den diesjährigen Technology Impact Summit. Die Think-Tank-Initiative, getragen von der Universität Graz, der TU Graz, Joanneum Research und der FH Joanneum, findet am 11. November 2026 in der Aula der Universität Graz statt. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die europäische Positionierung im globalen KI-Wettbewerb, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller EU-Regulierungen.

Interdisziplinärer Austausch

Die Ausgestaltung der europäischen Technologiepolitik erfordert laut den Initiator:innen eine branchenübergreifende Herangehensweise. „Der Technology Impact Summit entstand aus der Überzeugung, dass sich die großen technologischen Fragen unserer Zeit nicht innerhalb einer einzelnen Disziplin beantworten lassen, und bietet eine Plattform, auf der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf Augenhöhe diskutieren“, erklärt Markus Fallenböck von der Universität Graz.

Co-Organisatorin Magdalena Hankus ergänzt: „Innovation entsteht dort, wo Menschen, Perspektiven und Disziplinen zusammenkommen. Der Technology Impact Summit hat sich als Dialogplattform bewährt, die Orientierung gibt und neue Impulse liefert.“

Programmvorschau

Eröffnet wird der Summit von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, gefolgt von einer Keynote durch Corporate Vice President Microsoft Deutschland & Österreich Agnes Heftberger. Im Anschluss stehen verschiedene Diskussionsformate auf der Agenda. Der Frage, wie Europa das Rennen machen kann, gehen in einer Keynote Debate unter anderem Philipp Amann (Europäische Zentralbank), Stefan Mangard (Technische Universität Graz) und Daniel Keinrath (fonio.ai) nach.

Bei einer Oxford-Style Debate diskutieren Philipp Töbich (SAP) und Christian Winkelhofer (Accenture) über die Perspektiven einer europäischen KI-Infrastruktur. Den Blick auf die Welt von morgen und den gesellschaftlichen Impact technologischer Entwicklungen wirft Zukunftsforscher Tristan Horx.

Ausgelassenes Networking am TIC 2025 © Technology Impact Summit

Praxisnahe Use Cases

Abgerundet wird das Programm durch sogenannte „Lightning Talks“, die konkrete Anwendungsbeispiele und den Technologietransfer in die Wirtschaft in den Fokus rücken. Ein zentrales Projekt ist hierbei die Plattform DaphoOS.ai, die bei der Programmpräsentation in Wien bereits von Martin Holler (Universität Graz) vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes System für Entscheidungsfindung, Operations und Ressourcenmanagement im Gesundheitsbereich.

Weitere praxisnahe Use Cases steuern unter anderem Unternehmen wie Cancom, Experts Inside, EY, Joanneum Research, Manz und Taceo bei. Moderiert wird die Veranstaltung von der Tech-Insiderin Katrin-Cécile Ziegler.

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