18.02.2021

EdTech Austria: Neue bundesweite Plattform startete in Salzburg

Mit Anfang des Jahres startete mit EdTech Austria eine neue österreichweite Plattform mit Sitz in Salzburg. Das Who is Who der heimischen EdTech-Startup-Szene ist bereits an Bord.
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Hannes Aichmayr - EdTech Austria - Brighteye Ventures
Hannes Aichmayr | (c) WKS/Probst Photography

Das Thema ist nicht neu und doch wurde es durch die mit der Coronakrise verbundenen Distance Learning bzw. Homeschooling-Maßnahmen auf ein neues Level gehoben: EdTech (oft auch EduTech), also technologische Lösungen im Bildungsbereich. Dass es sich um ein großes Zukunftsfeld handelt, ist nicht zuletzt an der großen Zahl an heimischen Startups in dem Sektor zu sehen. Und diese haben seit Beginn des Jahres mit EdTech Austria eine neue bundesweite Plattform mit Sitz in Salzburg. Ins Leben gerufen wurde diese von Land Salzburg, WKÖ, WKS und ITG – Innovationsservice für Salzburg.

EdTech Austria: Who is Who der heimischen Startups bereits an Bord

Nach einer ersten Aufbauphase verstärkt EdTech Austria nun seine öffentliche Präsenz. Ein Blick auf die Mitglieder-Liste (derzeit 36) zeigt: Das Who is Who der heimischen EdTech-Startup-Szene ist bereits an Bord. Deren Angebot macht klar – die Bandbreite geht weit über Homeschooling-Lösungen hinaus. „EdTech ist mehr als digitaler Fernunterricht in den Schulen, auch wenn dies derzeit die häufigste Anwendung ist. Education Technology wird schon bald in allen Bereichen des Lernens nicht mehr wegzudenken sein: in der Erwachsenenweiterbildung ebenso wie in der betriebsinternen Schulung, in der Hochschulausbildung wie in den Schulen oder der dualen Ausbildung“, sagt dazu Hannes Aichmayr, Projektleiter für EdTech Austria beim ITG – Innovationsservice für Salzburg.

EdTech liege an der Schnittstelle der neuesten Entwicklungen, so Aichmayr. „Hier fließen Erkenntnisse der User-Experience, aus der Gaming-Industrie, aus der Didaktik und aus fortschrittlichen Arbeitskonzepten der Unternehmen in ein neues Technologiefeld ein, das große Chancen bietet“. Konkret gehe es etwa um den didaktisch und multimedial richtigen Aufbau von Content oder auch um neue Unterrichtsformen. Ebenso finde in der Wissensvermittlung immer mehr ein Einbau multimedialer Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality statt.

EdTech als Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil

EdTech Austria führt auch Zahlen zum wirtschaftlichen Potenzial des Sektors ins Treffen. Langfristig könnten in ganz Österreich demnach mehr als 1700 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von rund 75 Milliarden Euro durch EdTech-Investitionen entstehen, habe eine Studie von McKinsey im Auftrag von WKÖ, WKS und Land Salzburg ergeben. Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer sieht in seinem Statement zum Launch daher auch einen standortpolitischen Nutzen der Initiative: „EdTech bietet zahlreiche Andockpunkte, um diesen Trend auch wirtschaftlich zu nutzen und den Standort Salzburg weiter in Richtung Innovation und Digitalisierung zu profilieren“.

Aichmayr gibt das Ziel von EdTech Austria aus: „Von Salzburg aus Österreich als Vorreiter im EdTech-Bereich zu positionieren. Dafür haben wir noch viel vor: die Umgebungen für das Austesten neuer Technologien und verschiedene Lernsettings müssen geschaffen werden. Ein lebendiges Ökosystem aus Unternehmen, Startups, Forschung und nationalen und internationalen ExpertInnen ist Voraussetzung für einen Erfolg“.

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Sasha Lipman und Petra Capin | (c) tech2impact

2020 startete tech2impact in Wien als Mentoring-Programm für Impact-Startups (brutkasten berichtete damals). Das erklärte Ziel der Gründerinnen Sasha Lipman und Jelena Popovic zum Start: „Gründer:innen gezielt dort zu unterstützen, wo sie es am meisten brauchen bzw. spezifische Bedürfnisse haben.“ Dafür gab es ein Netzwerk an Mentor:innen.

Mit der Zeit wurde das Programm weiterentwickelt. Co-Gründerin Popovic ging – für sie kam später Petra Capin. 2022 startete man ein Accelerator-Programm (brutkasten berichtete), 2024 wurde eine umfassende Neuaufstellung kommuniziert. Man gehe „von einem unternehmenszentrierten zu einem personenorientierten Modell über“, hieß es damals. Es folgten weitere Initiativen, darunter die mehrmalige Organisation des Events Insideout Summit im Rahmen der ViennaUp.

„Haben nicht die finanzielle Stabilität und das langfristige Wachstum erreicht“

Doch wie das Führungsduo Lipman und Capin via LinkedIn bekanntgab, wird tech2impact bald geschlossen. Im Herbst setze man noch einen letzten Durchgang des Programms „Edge“ um, im Frühling 2027 werde man dann das Geschäft beenden. „Wir haben mehr Geschäftsmodelle ausprobiert, als wir zählen können, alle mit demselben Ziel: tech2impact zu einem nachhaltigen Business zu machen, das nicht nur von Projekt zu Projekt läuft“, schreiben Lipman und Capin.

Trotz Erfolgen und finanziellen Wachstums, die erreicht worden seien, sei man stark von äußeren Faktoren wie Förderzyklen und Budgets von Partnern abhängig geblieben. „Wir haben nicht die finanzielle Stabilität und das langfristige Wachstum erreicht, die es gebraucht hätte“, so die beiden weiter. Getreu den eigenen Prinzipien stehe letztlich die mentale Gesundheit an erster Stelle. Man werde die Vision aber in anderen Formaten vorantreiben.

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