25.11.2020

Editor’s Choice #6: Virtuelle Weihnachten, Deal-Absage und ein neuer AI-Marktplatz

In der aktuellen Folge des brutkasten-Podcasts sprechen wir über ein auf Teambuilding spezialisiertes Startup mit Corona-Pivot, eine Deal-Absage durch das Startup selbst und einen Online-Marktplatz für AI-Lösungen.
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Startup Podcast Editor's Choice
"Editor's Choice" ist der Startup-Podcast des brutkasten. (c) der brutkasten

Willkommen zu „Editor’s Choice“ – dem Startup-Podcast aus der Redaktion des brutkasten, in dem wir jeden Mittwoch die bisher drei wichtigsten Themen der Woche besprechen. Hier könnt Ihr auch früh morgens schon unterwegs oder beim Frühstück erfahren, was die Startup-Community diese Woche bewegt hat.

Der Inhalt der aktuellen Podcast-Folge

In der aktuellen Folge des brutkasten-Podcasts „Editor’s Choice“ sprechen wir wieder über die drei bisher wichtigsten Entwicklungen in der heimischen Startup-Szene.

Bereits vor ein paar Wochen haben wir ja über das Startup Teamazing berichtet, das virtuelle Weihnachtsfeiern für seine Kunden ausrichtet. Nun gibt es ein Update dazu: Das Geschäft läuft anscheinend so gut, dass nicht nur bestehende Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück geholt wurden – sondern man nun auch neues Personal sucht.

Ein weiteres Highlight ist das Startup ist das Grazer Startup Reeloq, welches einen „2 Minuten 2 Millionen“-Deal mit Katharina Schneider und Hans Peter Haselsteiner auf eigene Faust platzen ließ. Vorteile zog man mehr aus der medial generierten Aufmerksamkeit. Auch das Timing dürfte gut gewesen sein: Denn der Auftritt rund um das Outdoor-Tool fand im Frühling und gegen Ende des ersten Lockdowns statt.

Und schließlich widmen wir uns noch dem neu gestarteten AI-Marktplatz in Österreich – nach Eigenangabe innerhalb Europas der größte seiner Art. Dieser soll es vor allem KMU ermöglichen, an passende Lösungen zu kommen. Wir diskutieren über das Potenzial-.

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vor 6 Stunden

Team selbst beteiligt: Tumbleweed holt 6,9 Millionen Euro für Forschung im Orbit

Das Wiener Startup Tumbleweed sichert sich 6,9 Mio. Euro Seed-Kapital. Neben Lead-Investor PactVC beteiligte sich auch das eigene Team mit rund 300.000 Euro an der Runde.
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Das Tumbleweed-Team © Tumbleweed

Vier Monate nachdem Tumbleweed mit „Oasis Alpha“ Österreichs ersten kommerziellen Satelliten an Bord einer SpaceX-Rakete ins All geschickt hat, vermeldet das Wiener Jungunternehmen frisches Kapital. In einer 6,9 Millionen Euro schweren Seed-Runde investieren Lead-Investor PactVC, Vanagon Ventures, Prototype Capital, EWOR sowie internationale Business Angels.

Rund 300.000 Euro aus eigenen Reihen

Auffällig ist das finanzielle Engagement der eigenen Belegschaft: Mehr als ein Drittel der 25 Mitarbeitenden steuerte insgesamt rund 300.000 Euro aus eigener Tasche bei. Der Impuls dazu kam aus dem Team selbst. „Als Founder ist das natürlich mehr, als ich mir je erträumt hätte“, sagt Co-Gründer und CEO Julian Rothenbuchner gegenüber brutkasten.

Auf Investorenseite ging die Beteiligung von EWOR auf eine persönliche Empfehlung zurück, wie Rothenbuchner erzählt: Ein befreundeter Investor war unmittelbar eingestiegen und vermittelte den Kontakt zu EWOR-CEO Daniel Dippold. „Tumbleweed hat Österreichs ersten kommerziellen Satelliten schneller in den Orbit gebracht, als die Zertifizierung eines einzigen Experiments normalerweise dauert. Julian hat genau das geliefert, was er uns beim ersten Treffen angekündigt hat — nur schneller“, so Dippold. „Jetzt kann jedes Labor und jeder Hersteller den Weltraum nutzen, ohne selbst zu einem Raumfahrtunternehmen zu werden.“

Von Mars-Plänen zur orbitalen Forschungsplattform

Einer der Tumbleweed-„Pods“ © Tumbleweed

Das ursprünglich mit dem Konzept eines windgetriebenen Marsrovers gestartete Unternehmen konzentriert sich heute auf standardisierte Experimente in der Mikrogravitation. Weil Zertifizierungen für die Internationale Raumstation ISS laut Tumbleweed oft Jahre beanspruchen, entwickelte das Startup vorzertifizierte Nutzlastbehälter („Pods“), die ab 15.000 Euro buchbar sind.

F&E-Teams aus Pharma, Biotech und Materialwissenschaften sollen so Strom- und Datenanbindung im Orbit, ohne eine eigene Satelliteninfrastruktur aufbauen zu müssen, erhalten. Dass dieses Setup im Markt greift, zeigte das Team im Sommer: Die Hardware für Oasis Alpha entstand in unter neun Monaten und flog mit vier zahlenden Kund:innen.

Drei Missionen für 2027 und Kapsel-Rückkehr ab 2028

Vorbereitungen für Oasis Alpha © Tumbleweed

Mit dem frischen Kapital will das 25-köpfige Team mit Standorten in Wien und den Niederlanden drei orbitale Missionen im Jahr 2027 für mehr als zehn Kund:innen finanzieren. Für die Raketenstarts verhandelt Tumbleweed weltweit, setzt künftig jedoch verstärkt auf europäische Partner:innen, heißt es von Seiten des Unternehmens.

„Diese Finanzierung erlaubt es uns, das zu skalieren, was wir mit unserer ersten Mission Oasis Alpha bewiesen haben: dass Mikrogravitation eine breit verfügbare industrielle Ressource sein kann. Wir freuen uns sehr darauf, diese Möglichkeit nun noch mehr Kunden zu eröffnen und letztendlich eine Zukunft zu bauen, in der Mikrogravitation genutzt wird für zehnmal bessere Krebstherapien, zehnmal bessere Halbleiter und eine zehnmal schnellere Pharmaentwicklung“, erklärt Rothenbuchner.

Parallel treibt das Startup die Folgeplattform „Oasis Beta“ voran. Die Vorbereitungen laufen, erste Kundengelder liegen laut CEO Rothenbuchner bereits auf dem Konto. Ab 2028 sollen Experimente zudem physisch zur Erde zurückgebracht werden. Dafür entwickelt das Team seit mehreren Monaten eine Kapsel, die sich im Orbit vom Satelliten trennen und mit einem Fallschirm landen soll.

So soll der Oasis Beta Satellit aussehen © Tumbleweed
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