easygoinc: Welser Van- und Ex-2m2m-Startup insolvent
Mit einem Bausatzmodul wollte das Welser Startup easygoinc Fahrzeuge zu Campern ummodulieren. Die Idee schaffte es 2019 zu "2 Minuten 2 Millionen", 2023 war man insolvent und wurde saniert. Allerdings ohne Erfolg, wie sich heute zeigt.
Unter dem Namen „Easygoinc VanLine“ trat das Welser Startup rund um David Lugmayr und Martin Erbler schon im Jahr 2019 bei der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ an. Seither musste das Startup einige Stolpersteine überspringen. Nun meldete man Konkurs an – und ist damit nicht zum ersten Mal zahlungsunfähig.
easygoinc entwickelte Bausatzmodule für Camper
Im Jahr 2016 wurde das Startup mit Sitz in Wels gegründet und fokussierte sich auf den „Um- und Innenausbau von Campingfahrzeugen“. Wie schon in der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ präsentiert, spezialisierte sich das Startup auf „smarte Raumkonzepte für Alltagsfahrzeuge“ seiner Kunden.
In Van- oder Campingfahrzeugen wollte man nicht nur ein Bett, sondern auch eine mobile Küche und einen flexiblen Stauraum in Bausatzmodulen integrieren. Der Bausatz konnte von Kund:innen im Webshop des Startup bestellt werden.
1,64 Millionen Euro Überschuldung
Nun wurde ein Konkursverfahren per Eigenantrag beim zuständigen Landesgericht Wels eröffnet, wie der Alpenländische Kreditorenverband AKV berichtet.
Die Verbindlichkeiten des Startups belaufen sich auf eine Summe von über 1,93 Millionen Euro. Den angeführten Passiva stehen Aktiva im Umfang von 290.900 Euro gegenüber. Die rechnerische Überschuldung liegt somit in Höhe von etwa 1,64 Millionen Euro, heißt es vom AKV.
Zuletzt waren 21 Dienstnehmer:innen bei easygoinc beschäftigt. Außerdem seien rund 100 Gläubiger:innen von der Insolvenz betroffen.
Insolvenz bereits 2023 – Sanierung nicht geglückt
Damit handelt es sich nicht um die erste Insolvenz: Schon 2023 war easygoinc zahlungsunfähig. Damals wurde ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent abgeschlossen. Wegen der schwierigen Wirtschaftslage konnte das Startup allerdings nur zwei der vier Teilquoten bezahlen.
Aus Tausendundein Dach wird Tausendundein Speicher – Gründerin Cornelia Daniel erklärt den Wandel
Die Initiative Tausendundein Dach, die seit 2014 gemeinsam mit rund 400 österreichischen Betrieben Photovoltaik auf Gewerbedächer gebracht hat, ging mit ihrer Fortsetzung Tausendundein Speicher an die Öffentlichkeit. Gründerin Cornelia Daniel teilt ihre Gedanken, die zu ihrer neuen Initiative geführt haben.
Aus Tausendundein Dach wird Tausendundein Speicher – Gründerin Cornelia Daniel erklärt den Wandel
Die Initiative Tausendundein Dach, die seit 2014 gemeinsam mit rund 400 österreichischen Betrieben Photovoltaik auf Gewerbedächer gebracht hat, ging mit ihrer Fortsetzung Tausendundein Speicher an die Öffentlichkeit. Gründerin Cornelia Daniel teilt ihre Gedanken, die zu ihrer neuen Initiative geführt haben.
Um Tausendundein Dach war es etwas ruhig geworden in letzter Zeit. Das Unternehmen wurde 2014 von Cornelia Daniel, Inhaberin der Solarberatung Dachgold, und dem Photovoltaikspezialisten 10hoch4 gegründet. Vor über drei Jahren erreichte man – Nomen est Omen – ein langgehegtes Ziel und enthüllte das 1001. Photovoltaik-Dach auf der Interspot Film GmbH in Wien, brutkasten berichtete.
Der Weg von Tausendundein Dach bis zu Tausendundein Speicher
2025 folgte erstmals die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude, am Schloss Rodaun, und damit das 1.235. Dach. Nun widmet man sich mit dem neuen Namen Tausendundein Speicher der Errichtung von 1.001 dezentralen Gewerbespeichern bis 2033.
„Nach dem Kraftakt von Tausendundein Dach fangen wir noch einmal von vorne an“, erklärt Cornelia Daniel gegenüber brutkasten. „Wenn man so ein großes Ziel erreicht hat, dann bleibt die Frage, was kommt danach?“
Daniel hatte darauf nicht gleich die richtige Antwort, gesteht sie, als sie nach ihren nächsten Zielen, der nächsten Vision gefragt wurde: „2.000 Dächer bzw. 10.000 Dächer klangen langweilig.“ Zudem merkte die Founderin, dass in der aktuellen Rezession die Investitionsbereitschaft in PV trotz bleibender Nachfrage sank.
So sprach Daniel mit Kunden, hörte zu, erkannte ihren Bedarf und merkte, dass sich im Dezember 2024 ein Schlüsselmoment entfaltete. „Die Batteriepreise hatten sich halbiert und die Strompreise waren gestiegen“, erklärt sie. „Plötzlich rechneten sich Speicher, was vorher nicht der Fall war.“
Start 2025
Ab Anfang 2025 beschäftigte sich die Gründerin somit intensiv mit dem Thema, entwickelte (gemeinsam mit einem deutschen Partner) Tools zur Berechnung und plötzlich war der Moment da. „Es war irgendwie einfach logisch. Etwas, wo man später denkt, warum sind wir nicht schon vorher darauf gekommen.“
Also startete Daniel Tausendundein Speicher und setzte erste Projekte um, damit sie bereits etwas vorweisen konnte, noch bevor sie an die Öffentlichkeit ging.
Erste Speicher in Betrieb
So laufen bereits die ersten Gewerbespeicher: Elf Anlagen mit zusammen rund 900 Kilowattstunden sind in Betrieb, sechs in Wien und fünf in Niederösterreich. Das Spektrum reicht derzeit von 14 bis 240 Kilowattstunden.
„Alle bleiben mit ihrer Anschlussleistung unter 250 Kilowatt und fallen damit in die einfachste Anschlusskategorie, ohne teure Netztechnik und erweiterte Nachweise. Der Fokus liegt bewusst auf dieser Größenklasse. Eine Beschränkung ist das nicht: Größere Anlagen werden auf Wunsch samt Verfahren umgesetzt“, heißt es per Aussendung. Anm.: Mit der nächsten Stufe des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes dürfen Unternehmen ab 1. Oktober Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Betriebe liefern.
Laut eigenen Angaben braucht Österreich bis 2040 8,7 Gigawatt Batteriespeicherleistung, davon 6,0 Gigawatt dezentral bei Haushalten und Gewerbe. Nur gehe, so Daniel, der Ausbau zäh voran.
„Ich sehe Großspeicherprojekte, die seit drei bis sechs Jahren in Planung sind und noch immer nicht am Netz. Unsere Anlagen stehen in wenigen Monaten.“ Mittelgroße, betriebsintegrierte Speicher hinter dem Zählpunkt einer bestehenden PV-Anlage seien nämlich „genehmigungsarm und, wenn keine baulichen Maßnahmen nötig sind, schneller am Netz“.
Jede Anlage wurde vorab anhand des tatsächlichen Viertelstunden-Lastprofils des Betriebs simuliert, nicht „einfach überschlagen“. Ein Gewerbespeicher rechnet sich, so die Gründerin, selten über einen einzigen Effekt. Entscheidend sei das sogenannte Profit-Stacking: Mehrere Erlösquellen werden kombiniert. Dazu gehört zunächst, mehr vom selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Hinzu kommen die Kappung von Lastspitzen, die den Leistungspreis bestimmen, und ein intelligenter Stromeinkauf, bei dem der Speicher in günstigen Stunden geladen wird, erklärt sie.
„Speichern durfte man immer. Was sich ändert, ist, dass es sich jetzt rechnen lässt“, erklärt Daniel. „Weil Viertelstundenwerte für viele Zählpunkte verfügbar sind, können wir einem Betrieb ziemlich genau sagen, was es ihm bringt, seine Verbräuche zu verschieben. Das war jahrelang Bauchgefühl. Jetzt ist es eine Rechnung, und sie geht auf.“
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