25.07.2022

E-Mails werden ausgedruckt: Trigema-Chef und New Work

Trigema-CEO Wolfgang Grupp setzt auf traditionelle Arbeitsweisen und hat ein eigenes Verständnis von New Work-Konzepten.
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Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat keinen Computer auf seinem Schreibtisch und lässt seine E-Mails ausdrucken © Marvin Meyer / Denise Jans
Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat keinen Computer auf seinem Schreibtisch und lässt seine E-Mails ausdrucken © Marvin Meyer / Denise Jans

Der Inhaber und Geschäftsführer des deutschen Mittelstandsunternehmen Trigema, Wolfgang Grupp, hat ein besonderes Verständnis von New Work. Dies spiegelt sich auch in seinem eigenen Arbeitsalltag wieder. Am Arbeitsplatz benutzt er beispielsweise keinen Computer und auch kein Mobiltelefon. Seine Einstellung fiel nicht zuletzt auch auf dem NWX22 Event (New Work Experience 2022) in Hamburg auf, wo er seine Sichtweisen rund um die Fragestellung “Wieviel ‘new’ braucht work?” in einem Panel kundtat.

E-Mails werden ausgedruckt

Im Gespräch mit dem Business Insider erklärt der Trigema-CEO unter anderem die Tatsache, weshalb er keinen Computer hat, mit den Worten: “Ich brauche so etwas nicht”. Stattdessen lasse er sich seine E-Mails ausdrucken. Die Antworten diktiere er seiner Assistentin wiederum in einen Block. Auf seinem Schreibtisch, der sich in einem Großraumbüro befindet, stehen eine Sprechanlage, ein Festnetz- und ein Mobiltelefon. Letzteres bleibe allerdings ausgeschaltet soweit er sich nicht auf Reisen befindet.

Seine Sichtweisen auf neue Arbeitskonzepte teilte der Chef des Textilunternehmens Ende Juni 2022 in Hamburg auf dem NWX22-Event. In der Paneldiskussion diskutierte er gemeinsam mit kununu-CEO Nina Zimmermann und Arbeitsforscherin Jutta Rump. Laut Veranstaltern legte er hier besonderen Wert auf einen förmlichen Umgang, sowie traditionelle Regeln und Werte. Gegenüber dem Konzept New Work stellt der Geschäftsführer fest: “New Work ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – nur verstehe ich darunter etwas anderes. Unternehmen müssen sich seit jeher verändern. Sonst sind sie in Zukunft nicht erfolgreich.”

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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