29.06.2021

E-Impfpass: Sieben Millionen Eintragungen in sechs Monaten

Den E-Impfpass, den es seit Ende letzten Jahres gibt, sieht Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, als großen Erfolg. Und glaubt an eine vollständige Ersetzung des Papierimpfpasses.
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E-Impfpass
(c) STock-Adobe/Photo SG/Symbolfoto - Österreich als digitales Impfpass-Land.

Mit Ende Dezember letzten Jahres startete mit der ersten Corona-Impfung auch der E-Impfpass. Ein halbes Jahr später und mit Stand 27. Juni 2021 wurden genau 7.481.687 Corona-Impfungen in den elektronischen Impfpass eingetragen. Die Fehlerquote beträgt laut Qualitätsbericht des Dachverbands der Sozialversicherungsträger 0,42 Prozent.

Österreich als Vorreiter

„Der E-Impfpass ist eine Digitalisierungs-Erfolgsgeschichte“, erklärt Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Österreich ist mit dem elektronischen Impfpass Vorreiter in Europa. Die lückenlose Eintragung der Corona-Impfungen ist ein entscheidender Schritt im erfolgreichen Kampf gegen die Pandemie. Die verbindliche Nutzung ist für den Erfolg essenziell. Daher gibt es auch kein Opt-Out beim E-Impfpass.“

Impf-Dashboard auf Basis des E-Impfpass

Auf Basis des E-Impfpasses wurde das Impf-Dashboard entwickelt, das heute österreichweit als Planungs- und Steuerungstool eingesetzt wird und den Impfkoordinatoren in den Ländern seit Anfang Februar 2021 zur Verfügung steht. In diesem Dashboard wird tagesaktuell ein anonymisierter Gesamtdatenabzug der COVID-Impfungen geladen und aufbereitet. Neben Alter, Geschlecht und Wohnregion kann nach Impfdatum, Impfstoff oder Standort der Impfstelle gefiltert werden. Zudem besteht die Möglichkeit der Auswertung der Durchimpfungsraten nach Erst- und Zweit-Impfungen sowie der Vollimmunisierung.

Politischer Wille da

„Die Corona-Krise hat die Umsetzung des E-Impfpasses massiv beschleunigt. Der politische Wille zur Umsetzung war schlagartig gegeben“, betont Lehner. „So konnten wir am 20. Oktober 2020 mit dem Pilotbetrieb in Wien und danach der Steiermark starten und die Erfahrungen bis zum Rollout einarbeiten. Künftig wird der elektronische Impfpass den Papierimpfpass zur Gänze ersetzen. Die Patienten und die jeweils behandelnden Ärzte können so jederzeit einen aktuellen Impfstatus abrufen.“

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Tausendundein Speicher
© Dachgold e.U - Cornelia Daniel, Initiatorin von Tausendundein Speicher, vor dem dritten Speicher der Initiative in Himberg, Niederösterreich.

Um Tausendundein Dach war es etwas ruhig geworden in letzter Zeit. Das Unternehmen wurde 2014 von Cornelia Daniel, Inhaberin der Solarberatung Dachgold, und dem Photovoltaikspezialisten 10hoch4 gegründet. Vor über drei Jahren erreichte man – Nomen est Omen – ein langgehegtes Ziel und enthüllte das 1001. Photovoltaik-Dach auf der Interspot Film GmbH in Wien, brutkasten berichtete.

Der Weg von Tausendundein Dach bis zu Tausendundein Speicher

2025 folgte erstmals die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude, am Schloss Rodaun, und damit das 1.235. Dach. Nun widmet man sich mit dem neuen Namen Tausendundein Speicher der Errichtung von 1.001 dezentralen Gewerbespeichern bis 2033.

„Nach dem Kraftakt von Tausendundein Dach fangen wir noch einmal von vorne an“, erklärt Cornelia Daniel gegenüber brutkasten. „Wenn man so ein großes Ziel erreicht hat, dann bleibt die Frage, was kommt danach?“

Daniel hatte darauf nicht gleich die richtige Antwort, gesteht sie, als sie nach ihren nächsten Zielen, der nächsten Vision gefragt wurde: „2.000 Dächer bzw. 10.000 Dächer klangen langweilig.“ Zudem merkte die Founderin, dass in der aktuellen Rezession die Investitionsbereitschaft in PV trotz bleibender Nachfrage sank.

So sprach Daniel mit Kunden, hörte zu, erkannte ihren Bedarf und merkte, dass sich im Dezember 2024 ein Schlüsselmoment entfaltete. „Die Batteriepreise hatten sich halbiert und die Strompreise waren gestiegen“, erklärt sie. „Plötzlich rechneten sich Speicher, was vorher nicht der Fall war.“

Start 2025

Ab Anfang 2025 beschäftigte sich die Gründerin somit intensiv mit dem Thema, entwickelte (gemeinsam mit einem deutschen Partner) Tools zur Berechnung und plötzlich war der Moment da. „Es war irgendwie einfach logisch. Etwas, wo man später denkt, warum sind wir nicht schon vorher darauf gekommen.“

Also startete Daniel Tausendundein Speicher und setzte erste Projekte um, damit sie bereits etwas vorweisen konnte, noch bevor sie an die Öffentlichkeit ging.

Erste Speicher in Betrieb

So laufen bereits die ersten Gewerbespeicher: Elf Anlagen mit zusammen rund 900 Kilowattstunden sind in Betrieb, sechs in Wien und fünf in Niederösterreich. Das Spektrum reicht derzeit von 14 bis 240 Kilowattstunden.

„Alle bleiben mit ihrer Anschlussleistung unter 250 Kilowatt und fallen damit in die einfachste Anschlusskategorie, ohne teure Netztechnik und erweiterte Nachweise. Der Fokus liegt bewusst auf dieser Größenklasse. Eine Beschränkung ist das nicht: Größere Anlagen werden auf Wunsch samt Verfahren umgesetzt“, heißt es per Aussendung. Anm.: Mit der nächsten Stufe des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes dürfen Unternehmen ab 1. Oktober Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Betriebe liefern.

© Dachgold e.U – Cornelia Daniel in Himberg, Niederösterreich.

Tausendundein Speicher simuliert

Laut eigenen Angaben braucht Österreich bis 2040 8,7 Gigawatt Batteriespeicherleistung, davon 6,0 Gigawatt dezentral bei Haushalten und Gewerbe. Nur gehe, so Daniel, der Ausbau zäh voran.

„Ich sehe Großspeicherprojekte, die seit drei bis sechs Jahren in Planung sind und noch immer nicht am Netz. Unsere Anlagen stehen in wenigen Monaten.“ Mittelgroße, betriebsintegrierte Speicher hinter dem Zählpunkt einer bestehenden PV-Anlage seien nämlich „genehmigungsarm und, wenn keine baulichen Maßnahmen nötig sind, schneller am Netz“.

Jede Anlage wurde vorab anhand des tatsächlichen Viertelstunden-Lastprofils des Betriebs simuliert, nicht „einfach überschlagen“. Ein Gewerbespeicher rechnet sich, so die Gründerin, selten über einen einzigen Effekt. Entscheidend sei das sogenannte Profit-Stacking: Mehrere Erlösquellen werden kombiniert. Dazu gehört zunächst, mehr vom selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Hinzu kommen die Kappung von Lastspitzen, die den Leistungspreis bestimmen, und ein intelligenter Stromeinkauf, bei dem der Speicher in günstigen Stunden geladen wird, erklärt sie.

„Speichern durfte man immer. Was sich ändert, ist, dass es sich jetzt rechnen lässt“, erklärt Daniel. „Weil Viertelstundenwerte für viele Zählpunkte verfügbar sind, können wir einem Betrieb ziemlich genau sagen, was es ihm bringt, seine Verbräuche zu verschieben. Das war jahrelang Bauchgefühl. Jetzt ist es eine Rechnung, und sie geht auf.“

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