02.06.2022

Dynatrace: Fast 1 Mrd. Dollar Umsatz – „Österreich wichtigster technologischer Motor“

Dynatrace, der in Linz gegründete Weltmarktführer bei Software Intelligence, konnte zuletzt ein massives Umsatzwachstum verbuchen.
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Dynatrace-Gründer und CTO Bernd Greifeneder
Dynatrace-Gründer und CTO Bernd Greifeneder

2005 in Linz gegründet ist Dynatrace heute Weltmarktführer im Bereich Software Intelligence. 2019 ging das Unternehmen, das seinen Hauptsitz schon vor einiger Zeit in die USA verlegte, mit einem erfolgreichen IPO an der New Yorker Börse. Auch seitdem wurde der Wachstumskurs fortgesetzt. Beim kürzlich präsentierten Jahresbericht wurden erneut beachtliche Zahlen vorgelegt. Demnach kam man im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 (bis 31.3.2022) mit 929 Millionen US-Dollar Umsatz der Milliarden-Grenze schon sehr nahe. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete man ein Plus von 225 Millionen US-Dollar – eine Steigerung um 32 Prozent. Zuletzt wurde mit einem Quartalsumsatz von 253 Millionen Dollar erstmals die Schwelle von einer Milliarde Dollar an annualisiertem Umsatz überschritten.

Mehrere Österreich-Standorte als „wichtigster technologischer Motor von Dynatrace“

Nach wie vor spielt der Standort Österreich in diesem Wachstum die zentrale Rolle. „Seit unserer Gründung 2005 in Linz ist Österreich der wichtigste technologische Motor von Dynatrace, und das mit klarer internationaler Ausrichtung“, erklärt Gründer und CTO Bernd Greifeneder in einer Aussendung. Neben dem Engineering Headquarter in Linz betreibt das Unternehmen in Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Hagenberg Entwicklungslabors, die zuletzt weiter ausgebaut wurden. An der Johannes-Kepler-Universität wurde zudem ein Co-Innovation Forschungslabor gegründet, in Innsbruck wurde ein weiterer Standort eröffnet. An den österreichischen Standorten wuchs die Mitarbeiter:innen-Zahl im vergangenen Jahr um 220 auf rund 900.

Gute Wachstums-Aussichten, „solide Rentabilität und freier Cashflow“

Weltweit beschäftigt Dynatrace aktuell etwa 3600 Personen. Der neueste europäische Standort befindet sich in der estnischen Hauptstadt Tallinn. In Danzig, Polen, wurde zuletzt das Lab ausgebaut. Das Unternehmen hat Standorte in zahlreichen Ländern auf sämtlichen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Dabei habe man neben dem oben dargestellten Wachstum eine „solide Rentabilität und freien Cashflow“ erzielt, erläutert CEO Rick McConnell in einer Aussendung. Und er zeigt sich naturgemäß optimistisch für die Zukunft: „Die Trends zu digitaler Transformation und Migration in die Cloud nehmen weiter schnell an Fahrt auf und bilden das Fundament für ein erhebliches zukünftiges Wachstum“, so der Unternehmens-Chef.

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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