12.12.2025
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Dymaxa: Wie ein Grazer Startup Europas LKW aerodynamischer machen will

Das Grazer Startup Dymaxa entwickelt aerodynamische Seitenverkleidungen („Side Skirts“) und Energiespeicherlösungen für LKWs, die den Treibstoffverbrauch und CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren. Wir haben mit Mitgründer und CEO Almaz Ayupov über die Technologie und den Wachstumsmarkt gesprochen.
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(c) Dymaxa

Wer über klimaschädliche Emissionen spricht, denkt selten an den Luftwiderstand von LKWs. Dabei steckt hier enormes Einsparungspotenzial. Ein voll beladener 40-Tonnen-Lastwagen verbraucht rund die Hälfte seines Treibstoffs allein dafür, den Fahrtwind zu überwinden. „Das entspricht in Europa rund 110 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr“, sagt Almaz Ayupov, Mitgründer und CEO des Grazer Startups Dymaxa.

Warum die USA weiter sind – und Europa hinterherhinkt

In Nordamerika gehören aerodynamische Seitenverkleidungen, sogenannte Side Skirts, seit Jahren zum Straßenbild. Sie reduzieren den Treibstoffverbrauch messbar, und ihre Marktdurchdringung stieg dort in wenigen Jahren auf etwa 80 Prozent. „Die Technologie hat sich dort einfach durchgesetzt, weil sie funktioniert“, sagt Ayupov.

(c) Dymaxa

Europa hingegen hat keinen vergleichbaren Standard. Die Gründe dafür liegen im Fahrzeugdesign: europäische Trailer sind anders aufgebaut, haben andere Höhen, andere Abmessungen und zusätzliche Sicherheitsvorschriften wie den vorgeschriebenen Unterfahrschutz. „Man kann US-Side-Skirts technisch nicht einfach auf europäische Trailer montieren“, erklärt Ayupov. Zahlreiche frühere europäische Versuche scheiterten zudem an hohen Kosten oder mangelnder Robustheit.

15 Iterationen bis zum marktreifen Prototyp

Dymaxa wurde 2022 zunächst in Lettland gegründet. Dort arbeiteten Ayupov mit seinem Co-Founder – ein US-amerikanischer Ingenieur – eng zusammen und entwickelten die frühen Prototypen. „Mein Co-Founder hat verschiedene Designs in AutoCAD erstellt, und ich habe mich darum gekümmert, wie man sie produziert, Pilotkunden findet, Tests organisiert und Feedback einholt. Wir haben rund 15 Iterationen gemacht.“

Almaz Ayupov (links) wurde mit seinem Startup Dymaxa mit dem Energy Globe Award von Advantage Austria als Startup des Jahres ausgezeichnet | (c) Energy Globe Award / Advantage Austria

Als klar wurde, dass der größte Markt im deutschsprachigen Raum liegt, verlegte das Team 2023 den Firmensitz nach Österreich. „Wir haben uns für Österreich entschieden, weil unser Zielmarkt Westeuropa ist und der DACH-Raum mit Abstand der wichtigste Markt dafür“, sagt Ayupov. Dass ein weiterer Mitgründer in Graz lebt, erleichterte die Standortwahl zusätzlich. Zudem bietet das heimische Innovations-Ökosystem dem jungen Startup die passenden Rahmenbedingungen für das weitere Wachstum.

Die Lösung: robust, flexibel und speziell für Europa entwickelt

Dymaxas Side Skirts bestehen aus einem flexiblen, glasfaserverstärkten Verbundmaterial, das Stöße besser abfedert als starre Kunststofflösungen früherer Anbieter. Das System wurde so entwickelt, dass es an nahezu jeden europäischen Trailer passt. Die Installation dauert lediglich zwei Stunden, und der Preis liegt deutlich unter früheren Alternativen.

Pilotprojekte mit führenden Playern aus der europäischen Logistik-Branche zeigten deutliche Effekte. Darunter befinden sich der weltweit größte Brauereikonzern AB InBev, Essers, Ewals, die Schwarzmüller-Gruppe, Heisterkamp, Kreiss sowie zahlreiche weitere Flottenbetreiber und OEMs. Ein führender Getränkehersteller bestätigt rund sechs Prozent Treibstoffersparnis. „Der Return on Investment lag bei unter einem Jahr“, sagt Ayupov.

(c) Dymaxa

Besonders wichtig für die Branche war ein Test bei einem der größten Trailerhersteller Europas. Das Unternehmen unterzog Dymaxas System einem monatelangen Vibrationstest, der den realen Einsatz über etwa eine Million Kilometer simulierte. Die Lösung bestand diesen Test – ein entscheidender Nachweis für Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Seitdem arbeitet Dymaxa an einer Version, die in nur zehn Minuten montiert werden kann und damit für OEM-Produktionslinien geeignet ist.

Wie die aws das Startup beim Technologiesprung unterstützt

Wesentlichen Auftrieb erhält Dymaxa durch die Unterstützung der Austria Wirtschaftsservice. Das Startup konnte über aws Seedfinancing – Innovative Solutions eine sechsstellige Förderung an Land ziehen. Damit entwickelt das Team ein integriertes Unterbodensystem, das Side Skirts, eine Palettenbox, eine Ersatzradhalterung und vorbereitete Bereiche für Batteriemodule bei E-Trucks kombiniert.

„Wenn wir alles gemeinsam entwickeln, wird es leichter, effizienter und günstiger“, sagt Ayupov. Auch der aws-Prozess selbst verlief positiv und ohne viel Bürokratie. „Wir haben im April eingereicht, zwei Monate später die Jury-Einladung erhalten und eine Woche nach dem Pitch die Zusage bekommen“, sagt er.

2026 plant Dymaxa die breite Skalierung in Europa. Der Markt für die Nachrüstung von bestehenden Trailern wächst bereits, und der Einstieg in die OEM-Serienfertigung wird vorbereitet. Vertriebsmitarbeiter in mehreren Ländern sind aktiv. „Wir wollen Emissionen in großem Maßstab in Europa reduzieren“, sagt Ayupov. “Unser Ziel ist es, Europa – ähnlich wie Nordamerika und Australien – zu einer Durchdringungsrate von 80 Prozent bei Side Skirts zu verhelfen. Nach konservativen Schätzungen würden dadurch die Logistikkosten in Europa um 15 Milliarden Euro sinken und die CO₂-Emissionen jährlich um 20 Millionen Tonnen reduziert werden.“


Disclaimer: Der Beitrag über Dymaxa wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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Der Supercomputer MUSICA ist unter den schnellsten 100 Computern weltweit. (c) TUW_ASC Matthias Heisler

Im Juni 2026 liegt der Supercomputer MUSICA unter den 100 schnellsten Computern im TOP500-Ranking weltweit. Die aktuell schnellsten Computer Österreichs, der VSC-4 und VSC-5, werden damit um mehr als das Achtfache überholt.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme von MUSICA am 3. Juli wurde die österreichweite Rechenleistung erheblich gesteigert. Der Supercomputer soll wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung dienen.

„MUSICA ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Österreich. Der Supercomputer schafft die Grundlage dafür, dass Spitzenforschung, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Innovation auch künftig in Österreich auf höchstem Niveau stattfinden können. Wer die Zukunft gestalten will, muss heute in die dafür notwendige Infrastruktur investieren“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung zur Inbetriebnahme des Computers.

KI, Quanten und High-Performance

MUSICA arbeitet mit einer Gesamtleistung von 45.11 Petaflops. Das entspricht einer Leistung von 45.000 Standard-Laptops, sofern alle auf Hochtouren laufen. Ausgestattet mit über 1.000 hochmodernen Spezial-Prozessoren (Grafikkarten) liefert die Anlage eine enorme Rechenleistung, die für das Training großer KI-Modelle notwendig ist. Gleichzeitig ermöglicht das System anspruchsvolle Computersimulationen und die Verarbeitung riesiger Datenmengen in Rekordzeit.

Über MUSICA sei auch Österreichs erster produktiv nutzbarer Quantencomputer „niederschwellig“ erreichbar: Mit dem Ionenfallen-Quantencomputer OTTER und maßgeschneiderten Ausbildungsangeboten erweitern wir den ASC um die dritte Zukunftstechnologie im Scientific Computing: High Performance Computing, Künstliche Intelligenz und Quantencomputing auf internationalem Niveau ergeben so einen Leuchtturm in der europäischen Forschungslandschaft“, so Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung an der Universität Innsbruck.

Zusammenschluss von Unis

Das Supercomputer-Projekt basiert auf der langjährigen Zusammenarbeit heimischer Universitäten und Forschungseinrichtungen innerhalb des ASC-Konsortiums (Austrian Scientific Computing, früher bekannt als Vienna Scientific Cluster). Die TU Wien übernimmt die Projektkoordination. Zu den weiteren Partnern zählen die Universität Wien, die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die Universität Innsbruck, die Technische Universität Graz sowie die Johannes Kepler Universität Linz. Ergänzt wird der Zusammenschluss durch das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), das das Konsortium als jüngstes Mitglied unterstützt.

„Universitäten sind die Wurzeln, aus denen das Wissen und der Fortschritt der Menschheit wachsen. Dazu müssen wir zusammenarbeiten, und MUSICA ist ein gelungenes Beispiel für diese Art der Kooperation“, so Alberta Bonanni, Vizerektorin für Forschung und Internationales der Johannes Kepler Universität Linz.

Multi-Site-Architektur

Der Supercomputer steht nicht in einem einzigen Rechenzentrum, sondern ist physisch auf drei verschiedene Standorte aufgeteilt. Diese sind das Science Center der TU Wien, die Universität Innsbruck und die Johannes Kepler Universität in Linz. Obwohl die Hardware räumlich getrennt ist, sind die Systeme intelligent miteinander vernetzt und werden zentral verwaltet, sodass sie für die Forschenden wie ein einziger, gigantischer Computer funktionieren. Sollte es an einem Standort zu einem Ausfall kommen, kann an den anderen der Betrieb fortgeführt werden.

45 Mio. Euro Fördermittel

Für den Aufbau des Supercomputers MUSICA und die Anschaffung des Quantencomputers QACI fließen insgesamt 45 Millionen Euro an Fördergeldern. 20 Millionen Euro kamen von Seiten der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 16 Mio. vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Die Beschaffung und HPC-Integration des Quantencomputers im Projekt QACI wurde zusätzlich mit 9 Millionen Euro unterstützt.

Errichtung gesichert – Erhaltung fraglich

Eine offene Frage wird bleiben, wie sich die Erhaltung des Computers langfristig finanziert. Während Errichtung und Beschaffung abgedeckt sind, werden laufende Kosten wie Kühlung und Stromversorgung zunächst von den Universitäten gedeckt. Durch die derzeit geplanten Budgetkürzungen an Universitäten entstehen Sorgen: „Wenn bei den Universitätsbudgets gekürzt wird, trifft das nicht nur Hochleistungsrechnen und KI – es würde auch Österreichs ersten Quantencomputer massiv in seiner Nutzung und Weiterentwicklung betreffen“, betont Gregor Weihs.

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