31.08.2023

Duet AI: Google schreibt dir deine E-Mails

Google hat ein KI-Tool namens "Duet AI" vorgestellt. Dieses soll textbasierte Kommunkation wie E-Mails erleichtern.
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Foto: Unsplash/Solen Feyissa

„Communication is key“ sagte einst der Unternehmer und Motivationsredner Paul J. Meyer. E-Mails, Chats und andere textbasierte Kommunikationswege sind im Berufsalltag fest verankert. Doch oft fehlt vielleicht die Zeit, um den passenden Text zu verfassen. Genau hier möchte Google mit seinem neuen KI-Tool namens „Duet AI“ aushelfen, wie der Tech-Riese bei „Google Cloud Next ’23“ ankündigt.

Unter anderem sollen E-Mails damit deutlich effizienter verfasst werden können. Wie Google in einem Blog anführt, gibt es dafür mehrere Funktionen. Diese seien sowohl im Browser als auch auf der App für Google Workspace-Nutzer:innen nutzbar.

Duet AI hilft zu schreiben

Klicken User:innen auf einen Button („Help me write“) können sie verschiedene Optionen auswählen. So könne man in eigenen Worten den Inhalt schildern, was die KI dann in einen E-Mail-Text packt. Dabei wird auch der Kontext von vorherigen Nachrichten berücksichtigt.

Auch die Tonalität kann geändert werden, um formaler zu schreiben. Details und Informationen seien ergänzbar. Weiters sei es auch möglich die Länge des E-Mail-Entwurfs anzupassen, falls man sich mal kurz halten möchte.

Quelle: Google

Diese Funktionen dürften in verschiedenen Abteilungen nützlich sein. So könne man schnell und einfach ein Meeting mit einem potenziellen Klienten vereinbaren oder die Einführungs-Email für eine neues Teammitglied verfassen. Wohl eher weniger relevant oder eher für den betriebsinternen Spaß gedacht ist die „I’m feeling Lucky“-Option, die eine „lustige Variation von Tonalität und Style für den Inhalt“ bereitstellt.

Duet AI auch in Google Docs

Auch in Docs soll es die Funktion geben. Ein paar Wörter über ein Thema sollen reichen, um einen vorgeschlagenen Entwurf zu generieren. Auch hier soll es mehrere Optionen geben. Man könne den Ton anpassen, Passagen zusammenfassen lassen, Aufzählungen einfügen, Details hinzufügen, kürzen und Anpassungen vornehmen. Dies könne beispielsweise bei der Verfassung von Job-Ausschreibungen oder Sales-Pitches helfen.

Quelle: Google

Noch befindet sich Duet AI in der Testphase. Wer es für sein Unternehmen schon jetzt ausprobieren möchte, kann das unter diesem Link beantragen.

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Erster Generalanwalt am EuGH: Maciej Szpunar | (c) curia.europa.eu/Screenshot

Die ungarische Like Company betreibt mehrere Webportale und beansprucht Schutz für die dort veröffentlichten Artikel. Das Unternehmen wirft Google vor, seine Artikel zum Training der Gemini-Sprachmodelle verwendet sowie über den KI-Chatbot vervielfältigt und öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Ein ungarisches Gericht setzte das Verfahren daraufhin aus und legte dem EuGH vier Fragen zur Vorabentscheidung vor. Es handelt sich um das erste Verfahren zu generativer Künstlicher Intelligenz vor dem EuGH.

Wann KI-Chatbots die Rechte von Verlagen verletzen können

In seinen Schlussanträgen erläutert Generalanwalt Szpunar, unter welchen Umständen die Nutzung von Presseartikeln durch KI-Chatbots eine Rechtsverletzung darstellen kann. Entscheidend sei unter anderem, ob der Chatbot unrechtmäßig auf eine Veröffentlichung zugreift, etwa durch die Umgehung einer Paywall oder anderer technischer Schutzmaßnahmen.

Zudem komme es darauf an, wie die Informationen in den generierten Antworten wiedergegeben werden. Während die bloße Wiedergabe von Tatsachen keine Rechtsverletzung darstelle, könne die erkennbare Übernahme der Ausdrucksform eines Artikels problematisch sein. Das gelte insbesondere dann, wenn die Antwort die Originalveröffentlichung so weit ersetze, dass Nutzer:innen kein Verlangen mehr haben, die Originalveröffentlichung zu öffnen.

Das Recht der Presseverlage auf öffentliche Zugänglichmachung könne laut Szpunar verletzt werden, wenn die Ausdrucksform der Originalartikel systematisch in den Antworten eines Chatbots erkennbar sei. Der Anbieter könne für eine solche Nutzung haften, wenn diese Teil seines Geschäftsmodells sei oder er keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen habe.

Fragen zum KI-Training laut Generalanwalt unzulässig

Die Fragen zur Verwendung von Presseartikeln für das Training der Google LLMs empfiehlt Szpunar hingegen, für unzulässig zu erklären. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Artikel der ungarischen Like Company tatsächlich zum Training der Gemini-Modelle verwendet worden seien. Die Fragen seien daher hypothetisch. Szpunar hält jedoch fest, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zum Training von Sprachmodellen im Rahmen der im EU-Recht vorgesehenen Ausnahme für Text- und Data-Mining in der Regel „frei zulässig“ sei.

Das Gutachten ist für die Richter:innen nicht bindend, ihr Urteil soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Streit um journalistische Inhalte auch in anderen EU-Ländern

Der Rechtsstreit ist kein Einzelfall. Bereits im Februar 2026 reichte die dänische Verwertungsgesellschaft DPCMO, die einen Großteil der Nachrichtenmedien des Landes vertritt, Klage gegen OpenAI ein. Sie wirft dem Unternehmen vor, Presseartikel ohne Genehmigung zum Training seiner KI-Modelle verwendet und Inhalte über ChatGPT wiedergegeben zu haben. Ein Urteil steht bislang aus. Auch in Frankreich wehren sich Presseverlage gegen die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Anbieter. Im August dieses Jahres wandte sich die französische Presseallianz APIG an die Wettbewerbsbehörde, weil sie durch Googles KI-generierte Zusammenfassungen sinkende Besucherzahlen und Einnahmen befürchtet.

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