02.05.2025
VITAMINE

Droppers: Wiener Startup verspricht maximal wirksame Vitamin-Tropfen

Der menschliche Körper kann Stoffe aus Vitaminpräparaten vielfach nicht aufnehmen. Das Wiener Startup Droppers verspricht aufbauend auf Forschungsergebnissen mehr als 90 Prozent "Bioverfügbarkeit".
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Die drei Droppers-Gründer (vlnr.) Jürgen Eckstein, Michael Zagorski und Philipp Klar | (c) Andreas Jakwerth
Die drei Droppers-Gründer (vlnr.) Jürgen Eckstein, Michael Zagorski und Philipp Klar | (c) Andreas Jakwerth

Dass der menschliche Körper Vitamine und andere Stoffe braucht, um gesund zu sein, lernen die allermeisten bereits als kleines Kind. Weil die Menge und Variation an verspeistem Obst und Gemüse, die es für eine optimale Versorgung braucht, aber gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist, setzen viele Menschen auf Vitaminpräparate und andere Nahrungsergänzungsmittel.

„Bioverfügbarkeit“ oftmals extrem gering

Das Problem: Der Körper kann viele Stoffe gar nicht so einfach aufnehmen und scheidet sehr große Anteile von dem, was in Kapseln, Säften und Co. zugeführt wird, einfach wieder aus. Der Fachbegriff dafür lautet „Bioverfügbarkeit“. „Um nur ein Beispiel zu nennen: Kurkuma hat in Pulverform eine Bioverfügbarkeit von weniger als einem Prozent. Es kann vom Körper quasi nicht aufgenommen werden, kann somit auch im Blut nicht nachgewiesen werden“, sagt Jürgen Eckstein.

„Im Fall von Kurkuma erreichen wir eine 264-fach höhere Aufnahme“

Mit den Tropfen seines Startups Droppers, das er 2024 gemeinsam mit Philipp Klar (ehem. CMO Pluz Care) und Michael Zagorski gegründet hat, will Eckstein mehr Bioverfügbarkeit bieten – viel mehr. „Wir haben eine wissenschaftlich nachgewiesene Bioverfügbarkeit von mehr als 90 Prozent. Im Fall von Kurkuma erreichen wir eine 264-fach höhere Aufnahme“, so der Gründer. Die mehr als 90 Prozent gelten in den Droppers-Tropfen aber auch für die weiteren Inhaltsstoffe Vitamin C, Coenzym Q10, Weihrauch und Gummi Arabicum.

Droppers: Drei Marketing-Profis setzen auf „trojanisches Pferd“ aus der Forschung

Doch wie funktioniert das? Das Zauberwort lautet „Mikroverkapselung“. Die besagten Inhaltsstoffe sind fettlöslich. Die Körperzellen nehmen jedoch vorwiegend wasserlösliche Stoffe auf. Durch die Methode werden die Stoffe in wasserlösliche Hüllen – sogenannte Mizellen – verpackt, um aufgenommen zu werden. Es sei „wie ein trojanisches Pferd“, heißt es von Droppers.

Die Technologie haben Eckstein, Klar und Zagorski nicht selbst entwickelt – sie kommen alle aus dem Marketing-Bereich. Erforscht wurde die Methode unter anderem für die Krebs-Prävention – Droppers verlinkt dazu auf eine Studie von US-Forschern aus dem Jahr 2017. Die Vitamintropfen des Wiener Startups wurden von einem Team im Schweizer St. Gallen entwickelt – „über die letzten 30 Jahre“, wie Eckstein sagt.

59 Euro für 30 Milliliter Droppers

„Ich bin vor zwei Jahren mit der Technologie in Kontakt gekommen, fand das extrem spannend und habe begonnen mich mit der Thematik zu beschäftigen. Parallel habe ich bei mir einen Selbstversuch gestartet, und war nun seit zwei Jahren keinen einzigen Tag mehr krank, nicht mal mehr verkühlt“, erzählt Eckstein.

Kürzlich ging das Startup nun auf den Markt. Erhältlich sind die Tropfen aktuell nur über den eigenen Online-Shop des Startups. 59 Euro sind dabei aktuell für ein 30-Milliliter-Fläschchen zu berappen, das bei einer empfohlenen Dosis von einem Milliliter pro Tag einen Monat lang halten soll – wer ein Monatsabo abschließt, zahlt zehn Euro weniger pro Fläschchen. Ob das Business-Modell für Droppers aufgeht? Der Plan für die kommenden Monate steht für Eckstein jedenfalls fest: „Proof of Product und Proof of Market“.

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Die Gründer von Klartext AI vlnr.: Daniel Toth, Ruben Hetfleisch und Felix Krause | (c) Klartext AI
Die Gründer von Klartext AI vlnr.: Daniel Toth, Ruben Hetfleisch und Felix Krause | (c) Klartext AI

Bereits seit etwas mehr als einem Jahr sind barrierefreie Dokumente durch das österreichische Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) für öffentliche Institutionen, Bildungseinrichtungen sowie Banken und Versicherungen verpflichtend. Die Anforderungen sind dabei klar geregelt, der manuelle Aufwand, bestehende Dokumente barrierefrei umzugestalten, hoch. Bei einem 80-seitigen Dokument seien das etwa zwei Arbeitstage, heißt es vom Wiener Unternehmen Klartext AI (brutkasten berichtete bereits). Mit dem Venture doclarity hat man – basierend auf einem Forschungsprojekt – eine KI-Lösung für genau den Zweck geschaffen. Sie erstellt Dateien im Format PDF/UA, das die Nutzung von Screenreadern ermöglicht.

Unterstützung von oberster politischer Ebene

Und diese Lösung wird bereits in der noch bis September laufenden kostenlosen Early-Access-Phase gut angenommen. Schon mehr als 70 öffentliche Institutionen bzw. andere vom Gesetz betroffene Organisationen würden das Tool nutzen, sagt Co-Founder Ruben Hetfleisch gegenüber brutkasten. Namen dürfe man aktuell noch keine nennen. Klar ist aber, dass das Startup auch auf oberster politischer Ebene bereits aufgeschlagen ist: Das Bundeskanzleramt unterstütze die Entwicklung im Rahmen des letzten Public AI Hackathons und Innovationsminister Peter Hanke besuchte das Unternehmen jüngst für einen Pressetermin.

„Ohne die Unterstützung von öffentlicher Seite, von der FFG über die AI Factory Austria bis zur Wirtschaftsagentur Wien, wären wir heute nicht da, wo wir sind – dafür sind wir wirklich dankbar“, sagt Hetfleisch. Vor einem Jahr hatte man eine FFG-Förderung erhalten, zuletzt kam nun eine durch die Wirtschaftsagentur Wien in Höhe von 75.000 Euro hinzu. „In der AI Factory nutzen wir Rechenressourcen für unsere Agents, bekommen Mentoring im Business Development und Unterstützung bei der Evaluierung der Software“, sagt der Gründer.

Internationalisierung ab 2027 geplant

„Ein junges Wiener Team entwickelt hier eine Lösung, die Menschen mit Sehbeeinträchtigung den gleichberechtigten Zugang zu Informationen ermöglicht. Das ist gelebte Barrierefreiheit und damit ein Beitrag zu einer inklusiveren Gesellschaft“, kommentierte Minister Hanke im Rahmen seines Besuchs. „Genau deshalb haben wir dieses Projekt über die FFG-Initiative ‚Expedition Zukunft‘ gefördert und begleiten es seit April auch über die AI Factory Austria weiter.“

Minister Peter Hanke mit dem Team von Klartext AI | (c) Domnanovich

Im September soll nun die Early-Access-Phase enden und die aktuellen Nutzer damit zu regulären Kunden werden. „Mit 2027 ist dann eine verstärkte Internationalisierung geplant, nachdem der nationale Markt abgedeckt wurde“, sagt Hetfleisch. Dafür könnte auch ein Investment zum Thema werden. Und auch beim ersten Venture doclarity soll es für Klartext AI nicht bleiben. Ein weiteres Venture im Finanz-Bereich sei bereits in Arbeit, verrät der Gründer – mehr könne man aber erst im Herbst dazu sagen.

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