17.11.2022

Dominik Meisinger wird neuer brutkasten-Chefredakteur

In eigener Sache: Dominik Meisinger übernimmt mit Dezember die Chefredaktion bei brutkasten, dem Leitmedium für Innovation und Startups.
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brutkasten-Herausgeber Dejan Jovicevic und brutkasten-Chefredakteur Dominik Meisinger
brutkasten-Herausgeber Dejan Jovicevic und brutkasten-Chefredakteur Dominik Meisinger | Foto: brutkasten
In eigener Sache

Der Finanz- und Datenjournalist Dominik Meisinger wird neuer Chefredakteur bei brutkasten, dem Leitmedium für Innovation und Startups. Er ist seit März 2021 im Team und übernimmt nun mit Dezember die Leitung der Redaktion. Zu seinen Hauptaufgaben werden dabei die Weiterentwicklung, Qualitätssicherung sowie die strategische Steuerung der Redaktion zählen. In der neuen Rolle folgt er Sara Grasel nach, die zur Industriellenvereinigung gewechselt ist.

“Business is the greatest platform for change”

“Als brutkasten stehen wir vor der nächsten großen Entwicklungsstufe – unsere Expert:innen-Redaktion produziert einzigartige lokale Inhalte und wird künftig noch stärker die internationalen Innovations- und Wirtschaftsinsights für unsere Zielgruppe kuratieren”,  sagt brutkasten-Herausgeber Dejan Jovicevic. Brutkasten agiert seit Beginn als Brückenbauer zwischen der etablierten und neuen Wirtschaft. “Diese Rolle wollen wir noch aktiver wahrnehmen. ‘Business is the greatest platform for change’ ist eine Überzeugung, die uns antreibt. Dieses Land braucht neue Medien – für die Gestalter:innen der Zukunft”, sagt Jovicevic weiter.

“Dominik steht wie brutkasten für Wirtschaft, Technologie und Innovation, ist Vollblut-Journalist und kommt aus dem brutkasten-Team. Er ist ein Teamplayer, denkt produktorientiert und nimmt auch eine unternehmerische Perspektive ein”, sagt brutkasten-Herausgeber Jovicevic. “Wir haben mit Dominik die perfekte Besetzung dafür gefunden, um die Redaktion auf das nächste Level zu bringen.” 

“Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und darauf, ein hervorragendes Team, das ich auch schon sehr gut kenne, zu leiten”, sagt Dominik Meisinger. “Wir zeigen mit daten- und faktenbasiertem Qualitätsjournalismus wie die Zukunft der Wirtschaft aussieht – und welche Innovationen Unternehmen wie auch Geschäftsmodelle verändern werden. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist das Thema Innovation für Unternehmen essentiell. Wir wollen tiefe Einblicke in das Innovationsökosystem bieten und werden unseren frei zugänglichen Content künftig auch um Angebote im Paid-Bereich ergänzen”.

Background im Finanz- und Datenjournalismus

Dominik Meisinger
Foto: brutkasten

Dominik Meisinger ist seit März 2021 im brutkasten-Team und hat dort den Themenbereich “brutkasten Finance” mit dem Schwerpunkt auf Fintech, Kryptowährungen und Aktienmärkte aufgebaut. In den vergangenen Monaten bildete er sich in den Bereichen Data Science, künstliche Intelligenz und Smart Contracts fort, blieb in dieser Zeit jedoch durchgehend in der Redaktion involviert und verfasste mit “Crypto Weekly” weiterhin das Newsletter-Briefing des brutkasten zur Markt- und Branchenentwicklung rund um Kryptowährungen, das jede Woche von hunderten Anleger:innen, Investor:innen und anderen Interessierten gelesen wird.

Bevor Meisinger zum brutkasten kam, war er mehr als sieben Jahre Finanzredakteur bei der Austria Presse Agentur (APA). Neben seinen journalistischen Aufgaben beschäftigte er sich auch intensiv mit den Themenbereichen Daten und Automatisierung in der Finanzmarktberichterstattung. Zusätzlich schrieb er zwischen 2017 und 2020 regelmäßig für die deutschsprachige Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Forbes über Finanz- sowie Technologiethemen und war dort für datenjournalistische Inhalte zuständig. Er konzipierte mit der “Forbes DACH AI30” eine ebenfalls jährlich erscheinende Liste von vielversprechenden Startups aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Für die US-Ausgabe von Forbes recherchierte er 2019, 2020 und 2021 zur jährlichen “The World’s Billionaires”-Liste.

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Opening Fireside Chat bei der aIQon: Peter Allan (accilium) diskutierte mit Alexia Feick (Microsoft) und Paul Strunz (Wien Energie) über KI im Unternehmensalltag. (c) Zsolt Marton

Keine Charts, keine Keynotes, nur Dinge, die funktionieren. Mit dieser Regel eröffnete Peter Allan, AI Lead und Managing Partner bei accilium, am 22. Oktober die erste aIQon im 15. Stock des Juwel Wien. Das Format lehnt sich an Tech-Konferenzen an: Ein Team stellt ein Problem vor, zeigt live, was es dagegen gebaut hat, und erklärt, was es dabei gelernt hat. Allan nannte den Nachmittag ein Experiment. Wer Organisationen das Potenzial von KI vermitteln wolle, komme mit Folien nicht mehr weit, man müsse es zeigen.

Von der Beratung zum Bauen

accilium ist eine österreichische Strategie- und Managementberatung mit Sitz am Wiener Schubertring, die unter anderem für den öffentlichen Sektor arbeitet. Erst im September erhielt das Unternehmen den Zuschlag für einen Rahmenvertrag der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) zur Digitalisierung der Verwaltung mit einem Volumen von bis zu 39 Millionen Euro.

Mit der aIQon zeigt accilium eine weitere Seite: Das Unternehmen hat heuer ein eigenes Team aus Forward Deployed Engineers aufgebaut, also Entwickler:innen, die direkt mit den Kunden arbeiten und Lösungen nicht nur konzipieren, sondern auch bauen. Die Rolle kommt aus der Software-Industrie und wird derzeit von führenden KI-Anbietern etabliert. Für eine Beratung heißt das: Strategie und Umsetzung aus einer Hand. Die gezeigten Agenten stammen alle aus diesem Team und laufen bei accilium selbst im Echtbetrieb.

(c) Zsolt Marton

Eine Kollegin, die alles mitliest

Aurelia ist ein eigenes Mitglied in einem Teams-Kanal. Sie hat ein eigenes Konto, liest Kanal, Postfach, Planner und Kalender eines Projekts mit und tut, was das Team ihr sagt. Im Szenario der Demo kehrt Projektleiterin Pia aus zwei Wochen Urlaub zurück und fragt Aurelia, was passiert ist. Statt Dutzende Nachrichten nachzulesen, bekommt sie in einer Antwort, was entschieden wurde und was für sie offen ist. Eine Kollegin ist krank: Aurelia findet deren fällige Aufgaben, schlägt Vertretungen vor und hängt die Aufgaben nach Pias Zustimmung im Planner um. Als die Kundin per Mail den Lenkungskreis vorziehen will, meldet sich Aurelia von selbst, weist darauf hin, dass eine Kollegin an dem Tag im Urlaub ist, und fragt nach, bevor sie den Termin verschiebt. Zum Jour fixe steht die Agenda in der Einladung, und eine Kollegin wird an ihren Kurzbericht erinnert.

(c) Zsolt Marton

Die Regeln dahinter sind klar: Aurelia liest alles mit, meldet sich von selbst aber nur dort, wo das Team es ihr aufgetragen hat. Planner und Kalender ändert sie erst nach einem Ja, Mails nach außen schickt sie nicht. Was sie darf, steht laut accilium im Code und nicht im Prompt. Die Regeln selbst gibt ihr das Team im Kanal, in ganz normalen Sätzen, so wie einer neuen Kollegin. Technisch läuft alles in einem Microsoft-Tenant auf Azure in der EU, das Sprachmodell in der EU-Datenzone.

Das wichtigste Learning kam aus dem eigenen Betrieb: Das richtige Maß ist für jedes Team ein anderes. Manche wollen täglich einen Status, andere jemanden, der im Hintergrund die Fäden zusammenhält und sich nur auf Nachfrage meldet. Deshalb lässt sich heute einstellen, wie proaktiv Aurelia ist. Und weil Teams einen Agenten als Kollegin wahrnehmen, gelte dasselbe wie bei jeder neuen Mitarbeiterin: Beide Seiten müssen sich aneinander gewöhnen.

Dasselbe Prinzip auf drei Ebenen

(c) Zsolt Marton

Zwei weitere Demos zeigten, dass der Ansatz auch jenseits des Projektteams funktioniert. „Linda Legal“ bündelt das Erfahrungswissen einer Rechtsabteilung und prüft direkt in Outlook Verträge gegen Richtlinie und Verhandlungsprotokoll. In der Demo entdeckte sie, dass in einem Paragrafen „jeweils“ statt des vereinbarten „zusammen“ stand, womit pro Wochenabruf 8.000 statt 4.000 Euro fällig geworden wären. Ihr Wissen liegt in lesbaren Dateien, die die Fachabteilung ohne IT selbst pflegt. „Erich Aigner“ wiederum ist ein persönlicher Assistent: Ein Berater erzählt ihm nach einem Kundentermin eine Minute lang, was zu tun ist, danach stehen Nachricht, Folgetermin und Mailentwürfe bereit. Gesendet wird nichts, das entscheidet der Mensch.

(c) Zsolt Marton

Drei Agenten, drei Ebenen: Team, Fachwissen, einzelne Person. Allen gemeinsam ist dasselbe Prinzip. Lesen, sortieren und vorbereiten tun die Agenten selbstständig, ändern und nach außen kommunizieren nur nach menschlicher Freigabe. Und diese Grenze ist technisch verankert, nicht bloß im Prompt versprochen.

Die Technik ist nicht der Engpass

Dass genau das die eigentliche Arbeit ist, zeigte auch der Opening Fireside Chat, in dem Peter Allan mit Alexia Feick und Paul Strunz über KI im Alltag, Top-down und Bottom-up in der Transformation und die Messbarkeit von KI-Projekten sprach. Strunz leitet das Digital Competence Center der Wien Energie, Feick war früher bei accilium und arbeitet heute im Customer Success bei Microsoft. Ihr gemeinsamer Befund: Die heutigen Modelle sind gut genug, der Hebel liegt in Prozessen, Governance und Befähigung. Feick riet, bei konkreten Pain Points anzusetzen statt bei dem Wunsch, „KI zu haben“. Der Output nach sechs Monaten solle eine veränderte Arbeitsweise mit messbarem Ergebnis sein, und lieber ein Use Case im crossfunktionalen Team als 30 kleine Proof-of-Concepts. Strunz ergänzte, dass Effizienzgewinne verpuffen, wenn die Prozesse dahinter nicht angepasst werden; bei der Wien Energie misst man unter anderem die Zahl aktiver Citizen Developer, eingesparte Stunden und eingespartes Geld.

(c) Zsolt Marton

Allan sieht in Agenten vor allem eine Wachstumschance: Es gebe unendlich viel Nachfrage nach Services, und wer es clever mache, nutze Agenten, um jeden einzelnen Job besser und kreativer zu machen. Bei accilium selbst sei keine Stelle durch KI ersetzt worden, wohl aber viel administrative Arbeit weggefallen. Intern begleitet das Unternehmen den Wandel mit einem eigenen Rhythmus: Jede Woche gibt es einen neuen „Build“ mit Skills, Tools und Trainings, wie bei einem Software-Unternehmen.

Alle Demos, Baupläne, Prompts und Skills stellt accilium offen zum Download bereit. Wer nicht dabei war, kann die Agenten also nachbauen. Auch das ist für eine Beratung ungewöhnlich und passt zum Anspruch des Formats: zeigen statt erklären.

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