03.11.2021

Doktorratsprogramm: Künstliche Intelligenz macht Schule

"Artificial Intelligence" findet langsam den Weg in heimische Bildungseinrichtungen.
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Künstliche Intelligenz, JKU, FH, Doktorat KI,
(c) Stock.Adobe/issaronow - Pädagog:innen sollen mit an Bord genommen werden.

Die FH Oberösterreich und die Johannes Kepler Universität Linz bieten seit diesem Herbst ein Doktorratsprogramm mit dem Forschungsschwerpunkt auf Menschen-zentrierte Künstliche Intelligenz an. Federführend dabei ist die „Österreichischen Computer Gesellschaft“ (OCG).

„Die Österreichische Computer Gesellschaft begrüßt die Möglichkeit, wissenschaftliche Leistungen im Bereich ‚Artificial Intelligence‘ durch ein PhD-Programm zu fördern und zu honorieren. Unserem Verein ist es zudem ein besonderes Anliegen, schon früh auf die Förderung von MINT-Fächern zu setzen“, sagt OCG-Präsident Wilfried Seyruck. „Kinder sind in der Regel fasziniert von technischen Geräten und haben einen enormen Forscherdrang, aber es gilt auch die Pädagog:innen an Bord zu holen und ihnen die Methoden und das Wissen zu geben, damit dieses Interesse nicht versiegt.“

(c) OCG – OCG-Präsident Wilfried Seyruck ist frühe Förderung von MINT-Fächern ein Anliegen.

Verständnis von Künstlicher Intelligenz vermitteln

Damit das gelingt, setzt sich die OCG auch in nationalen und internationalen Projekten für die Einbindung von Lehrkräften und Eltern zur Förderung der MINT-Begeisterung bei jungen Menschen ein, sowie für die Vermittlung eines generellen Verständnisses von Künstlicher Intelligenz. Viele dieser Projekte seien bewusst niederschwellig angelegt und für teilnehmende Schulen und Lehrkräfte kostenlos, heißt es laut Aussendung.

Dies sind die KI-Workshops

Das Projekt „SAKI lernt!“ ist ein Workshop-Angebot ab der Grundschule bis zur Sekundarstufe I und zeigt anhand des Anwendungsbeispiels „selbstfahrende Autos“ wie KI in unterschiedlichste Lebensbereiche Einzug gehalten hat. Mit Hilfe von Lernrobotern und Fachexpert:innen sollen die Kinder, aber auch Eltern und beteiligte Lehrkräfte erfahren, wie KI und Robotik funktionieren.

Enaris

ENARIS – Education and Awareness for Intelligent Systems“ indes hat zum Ziel auf spielerische Weise Schüler:innen im Alter von zehn bis 14 Jahren ein Bewusstsein sowie ein technisches Grundverständnis von Künstlicher Intelligenz zu vermitteln. Lehrkräfte werden dabei durch einen „Train-the-Trainer“-Ansatz eingebunden.

ManuCode

Die Summer School „ManuCode – Coding in Manufacturing“ hingegen richtet sich an jene Personen, die bisher nicht mit KI in Berührung kamen. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf Coding im Kontext von Industrie und Fertigung mit den Schlüsselthemen Robotik, Künstliche Intelligenz, Human-Robot Interaction sowie Projektmanagement und Teamwork. Dabei bilden Schüler:innen der Sekundarstufe II und deren Lehrer:innen die primäre Zielgruppe.

TrainDL

TrainDL – „Teacher Training for Data Literacy, AI & Computer Science Competences“ identifiziert und untersucht Möglichkeiten zur strategischen Integration von Prozessen zur Förderung von Kompetenzen in den Bereichen KI und „Data Literacy“ in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal. Zu diesem Zweck wird im Rahmen des Projekts ein „Policy Building“-Prozess mit Stakeholdern aus Politik, Bildung und Wissenschaft auf europäischer Ebene implementiert.

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V.l.n.r.: Damian Izdebski, techbold Gründer und Hauptaktionär; Matthias Stieber und Gerald Reitmayr, Vorstände der techbold technology group AG © techbold

Eine Geschichte, die das Leben schreibt: „Zwölf Jahre lang war ich ‚der mit der Pleite‘. Ab heute bin ich ‚der mit dem Comeback'“, sagt Damian Izdebski Freitagmorgen gegenüber brutkasten. Sein 2015 gegründetes Unternehmen techbold technology group AG wird von der deutschen accompio Gruppe übernommen – zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro, wie brutkasten in Erfahrung brachte. 2014 hatte Izdebski mit seinem damaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden müssen, was damals landesweit für Schlagzeilen sorgte.

28 Millionen Euro Umsatz im Mittelstand

Techbold ist auf IT-Outsourcing, Cloud-Lösungen sowie Cybersecurity für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Über das letzte Jahrzehnt akquirierte das IT-Unternehmen ganze 18 Unternehmen, um seine Expansion voranzutreiben wie brutkasten engmaschig verfolgte. Nun wird techbold selbst zum Gekauften. Die entsprechenden Verträge wurden bereits unterzeichnet, der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständige Wettbewerbsbehörde, wie das Unternehmen heute morgen per Aussendung mitteilte.

Techbold beschäftigt mittlerweile mehr als 170 IT-Spezialist:innen an Standorten in Wien, Oberösterreich und dem Burgenland und betreut rund 1.400 Kund:innen. Zuletzt erwirtschaftete die IT-Firma einen Jahresumsatz von rund 28 Millionen Euro. Für Kund:innen sowie laufende Verträge des Wiener Unternehmens soll sich im Tagesgeschäft laut Unternehmensangaben nichts ändern.

Spektakuläres Comeback

Gründer Damian Izdebski, der 2025 die CEO Rolle zurücklegte und danach im Aufsichtsrat tätig war, meint gegenüber brutkasten: „Zum ersten Mal seit 25 Jahren weiß ich nicht, was als Nächstes kommt. Alle, die mich kennen, wissen: Das dauert nicht lange.“

Dem heutigen Erfolg geht eine weniger erfreuliche Geschichte voran. 2014 musste Izdebski mit seinem ehemaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden. Ein Schritt mit dem der Gründer sehr offen umgeht: „Beide Schlagzeilen habe ich mir selbst geschrieben – an der zweiten habe ich nur deutlich länger gearbeitet.“ Er fügt hinzu: „In Amerika ist eine Pleite ein Kapitel im Lebenslauf. In Österreich ein Urteil fürs Leben. Ich habe beschlossen, das Urteil nicht anzunehmen.“

Auch Investor und Aufsichtsratmitglied Hermann Futter freut sich vor allem für Izdebski: „Ich habe immer an Damian geglaubt und bin seit fast 20 Jahren mit ihm befreundet. Er hat allen bewiesen, dass man auch in Österreich scheitern und wieder aufstehen kann! Chapeau.“ Und auch für ihn als Investor habe sich der Exit ausgezahlt, so Futter gegenüber brutkasten.

Reaktionen aus dem Umfeld

An techbold beteiligt waren neben Hermann Futter unter anderem auch Niki Futter, Stefan Kalteis und Hansi Hansmann. Letzterer meint zur Übernahme: „Es war ein sehr erfolgreicher Exit, der sich für mich wirklich ausgezahlt hat. Techbold ist ein wachstumstarkes Unternehmen in einem großen Markt, welches auch ordentlich profitabel ist. Das macht die Firma natürlich zu einem attraktiven Übernahmeziel“

Auch Aufsichtsratmitglied Niki Futter, der die Position von 2017 bis 2025 besetzte, meldete sich auf Anfrage zurück: „Das ist ein ganz tolles Ergebnis und ich gratuliere dem Team rund um Damian ganz herzlich und wünsche alles Beste für die weitere Zukunft. Ich freu mich, dass ich dieses Unternehmen über acht Jahre im Aufsichtsrat begleiten durfte.“

Für die Verhandlungen holte sich Izdebski Unterstützung von Thomas Hillebrand und Nico Zaiser vom Wiener M&A-Spezialisten i5invest. „Ich würde mit Thomas und Nico von „i5invest“ jederzeit wieder ein Unternehmen verkaufen. Die Jungs sind so professionell und erfahren – ich durfte in den letzten Wochen so viel von ihnen lernen. Danke dafür!“, sagt er.

Buy-and-Build-Strategie der Käufer

Auf Käuferseite fügt sich die Übernahme in die Expansionsstrategie ein. Accompio agiert als Managed Security Service Provider und beschäftigt an 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien insgesamt rund 900 IT-Expert:innen. Von der Head of M&A bei accompio Katrin Wollinger-Zepf heißt es gegenüber brutkasten „Es war ein sehr effizienter und konstruktiver Prozess auf absoluter Augenhöhe.“

„Die Übernahme von techbold ist ein weiterer konsequenter Schritt in unserer Buy-and-Build-Strategie: Wir bauen systematisch die führende IT-Services-Plattform im DACH-Raum auf“, führt Georg Willig, CFO der accompio Gruppe, aus. Man suche für den Ausbau gezielt nach unternehmergeführten IT-Dienstleistern mit starker Marktposition und durch den Zukauf aus Wien baut die Gruppe ihre Präsenz in Österreich nun weiter aus.

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