27.07.2022

XUND: Wiener Startup schafft Integration in großen deutschen Health-Marktplatz

Das Wiener Startup XUND will mit einer KI eine vertrauenswürdige Alternative zu "Dr. Google" bieten.
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Die XUND-Gründer Lukas Seper, Tamás Petrovics, Zoltán Tarabó | (c) XUND
Die XUND-Gründer Lukas Seper, Tamás Petrovics, Zoltán Tarabó © XUND

Mit mehr als einer Million Nutzer:innen gehört das deutsche Unternehmen DoctorBox nach eigenen Angaben zu einem der größten Gesundheits-Marktplätze Europas. Dort können wichtige Gesundheitsdaten zentral verwaltet werden und zahlreiche medizinische Dienstleistungen gebucht werden. Und seit kurzem kann man sich dort auch einen Erstcheck durch einen KI-gestützten Gesundheitsassistenten holen. Dahinter steckt das Wiener Startup XUND, für das die Kooperation mit DoctorBox ein großer Meilenstein ist.

Millionen Publikationen statt „Dr. Google“

“Patienten tendieren dazu, sich – um Zeit zu sparen oder weil sie keinen Arzttermin bekommen – auf ‘Dr. Google‘ zu informieren. Dort bekommen sie aber leider oft Fehlinformationen“, sagt DoctorBox-Co-Founder Stefan Heilmann. Der Digital Health Assistant von XUND solle Patient:innen hingegen vom ersten Auftreten von Beschwerden begleiten, konkrete, nutzbare Informationen liefern und bis zum Arzttermin geleiten. „All das ist anhand des Einsatzes von Daten-Algorithmen und der Anbindung exzellenter Dienstleister möglich”, so Heilmann.

XUND hat eine Zertifizierung als Medizinprodukt und bietet über eine API eine Integration in Gesundheitsplattformen an. Als eigenständige App ist XUND zudem kostenlos im App-Store für iOS verfügbar – demnächst soll auch eine iOS-Version starten. Das Startup wurde 2018 in Wien gegründet und sukzessive mit Wissen zu mehr als 4000 Erkrankungen trainiert. Basis ist eine Künstliche Intelligenz, die Millionen medizinischer Publikationen analysiert und mit dem praktischen Wissen des internen Ärzteteams kombiniert.

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(v.l.) Christian Neubauer, Antonia Riva-Frizberg (beide Lumetry Diagnostics), Martin Hauer (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) | (c) Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien

Innovation wird gebraucht, gerade in der Gesundheitsversorgung. Das Grazer MedTech Lumetry Diagnostics arbeitet an solchen innovativen Lösungen. Brutkasten berichtete bereits 2023 über ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“. Nun werden die Grazer abermals mit frischem Kapital unterstützt. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien beteiligt sich mit zehn Prozent als Lead-Investor, neben lokalen und internationalen Kapitalgebern. „Über die Höhe des Betrages wurde Stillschweigen vereinbart“, heißt es von der Raiffeisenbank auf brutkasten-Nachfrage.

„Von einer bemerkenswerten Idee hin zu einer vielversprechenden Zukunft“

„Wir sind vorne mit dabei, wenn es darum geht, Unternehmen, die zu unserem Portfolio passen, zu unterstützen. Lumetry Diagnostics hat gezeigt, wie sich ein Geschäftsmodell von einer bemerkenswerten Idee hin zu einer vielversprechenden Zukunft entwickeln kann. Das hat uns überzeugt. Wir freuen uns, das Unternehmen bei seinem Marktstart zu begleiten“, betont Generaldirektor Martin Hauer, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Mit der Investition bringt das MedTech die erste CE-gekennzeichnete Produktversion eines innovativen Atemanalysegeräts für COPD-Patient:innen in Europa auf den Markt.

Das innovative Atem-Analysegerät

Das Besondere an dem Produkt: Es kombiniert zwei Lungenmessungen für den Gebrauch zu Hause und in Kliniken, für die bisher meist getrennte Geräte nötig waren. Dadurch werden zwei Funktionen in einem Gerät vereint, nämlich die Spirometrie, die das Atemvolumen misst, und die Kapnographie, die das ausgeatmete Kohlendioxid erfasst. Die Ergebnisse werden digital aufbereitet.

„Bei Menschen mit COPD kann sich zu viel Kohlendioxid im Blut anreichern. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich werden und muss deshalb zuverlässig überwacht werden“, erklärt Christian Neubauer, Co-CEO von Lumetry Diagnostics und ergänzt: „Künftig wollen wir diesen Wert einfach anhand der Atemluft abschätzen und darüber hinaus die frühzeitige Erkennung von COPD unterstützen – genau dort, wo Patient:innen häufig zuerst hinkommen: in der Hausarztpraxis, in der Apotheke oder in der Ambulanz.“

Lumetry Diagnostics arbeitet bereits an einem Folgemodell, das COPD früh erkennen und Kohlendioxid im Blut monitoren kann. Für beide Funktionen befinden sich KI-gestützte Algorithmen des Startups in klinischer Prüfung.

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