06.03.2026
HEADWAI

docrider: Linzer Startup bringt KI in Microsoft Word

Docrider des Linzer Startups headwAI soll Microsoft-Word-Nutzer:innen ins KI-Zeitalter verhelfen. Zielgruppe sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen.
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Rene Zeilinger, CEO von headwAI | (c) pedagrafie GmbH
Rene Zeilinger, CEO von headwAI | (c) pedagrafie GmbH

Die Nutzung generativer KI ist mittlerweile bekanntlich in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. In einem der weltweit meistgenutzten Software-Tools ist sie aber noch nicht so recht angekommen: Microsoft Word. Auch wer KI-generierte Inhalte aus ChatGPT, Gemini, Claude und Co. in das altbewährte (und technologisch etwas in die Jahre gekommene) Programm kopiert, stößt dort auf altbekannte Probleme mit Formatierung und Textbearbeitung.

Zielgruppe: 400 Millionen Word-Nutzer:innen

Doch ein Linzer Startup will sich nun der global rund 400 Millionen Word-Nutzer:innen mit seinem KI-Plugin annehmen. Docrider von headwAI soll auf dem von den großen KI-Chatbots bekannten sprach- bzw. textgesteuerten Weg eine massive Zeitersparnis in der Dokumentenbearbeitung bringen.

„Ich habe früher Stunden damit verbracht, Angebote zu schreiben“, erzählt CEO René Zeilinger, der headwAI gemeinsam mit Richard Deetlefs und Stefan Hohla gegründet hat. „Heute sage ich docrider einfach, was ich brauche – und das Tool erstellt ein passgenaues Angebot auf Basis unseres Design-Templates. Unsere Agentic AI bringt Dokumentenarbeit von Stunden auf Minuten.“ In Beta-Tests mit 547 Nutzer:innen hätten diese im Schnitt drei Stunden pro Woche gespart.

Credits für unterschiedliche Dokumentenoperationen

Konkret soll das DSGVO-konforme Tool, das keine Daten für KI-Trainingszwecke speichern würde, nicht nur bei der Formatierung sondern auch in der Recherche und Strukturierung helfen. „Docrider recherchiert automatisch Inhalte aus dem Internet, prüft die Fakten gegen etablierte Quellen und integriert die Ergebnisse direkt in das Dokument – mit korrekten Zitaten und Formatierung“, verspricht das Startup. Zudem können PDF-Dateien, gescannte Dokumente und Bilder automatisch gelesen und nach Wunsch integriert werden.

In der Verrechnung arbeitet docrider mit einem Credit-System, wobei ein Credit laut Startup „ungefähr einer Dokumentenoperation“ wie Recherche, PDF-Verarbeitung oder Text-Formatierung entspricht. In der Gratis-Version bekommen User:innen 25 Credits pro Monat und können bei Bedarf weitere Credits zukaufen. Die Bezahlversion für Einzelkund:innen mit 500 Credits, was etwa drei Stunden Nutzung pro Woche abdecken soll, kostet aktuell 15 Euro, soll aber Ende April auf 25 Euro erhöht werden. Für Unternehmen bietet headwAI zudem eine Enterprise-Version mit unlimitierten Credits.

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Gruppenfoto bei den Circular Innovation Awards | (c) Rafael Haider_Circular Economy Forum Austria

Am 28. Oktober wurde im Wiener Haus der Industrie erstmals der Circular Innovation Award Austria verliehen. Aus 57 Einreichungen wählte eine internationale Jury fünf Kategoriesieger und zwei Sonderpreisträger aus. Der Innovationspreis steht unter der Patronanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und soll Unternehmen sichtbar machen, die mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen die Kreislaufwirtschaft vorantreiben.

refurbed und Vetropack unter den Gewinnern

In der Kategorie „Circular Business Model Innovation“ wurde das Wiener Scaleup refurbed ausgezeichnet. Der Marktplatz für generalerneuerte Elektronik ist mittlerweile in 24 Ländern aktiv und nach eigenen Angaben seit 2024 profitabel. Insgesamt sollen durch das Geschäftsmodell bereits rund 474.000 Tonnen CO₂ eingespart worden sein. Zuletzt erweiterte das Unternehmen sein Trade-In-Programm, über das nun auch gebrauchte Gaming-Konsolen und Tablets zurückgekauft werden.

Den Preis für „Circular Industry Innovation“ erhielt Vetropack Austria. Das Unternehmen entwickelte mit „Rezon“ nach eigenen Angaben die weltweit erste Mehrweg-Glasflasche in gehärteter Leichtbauweise. Sie benötigt weniger Material und soll gleichzeitig mehr Umläufe ermöglichen. Damit will Vetropack den Ressourcenverbrauch reduzieren und Mehrwegsysteme attraktiver machen.

Fünf weitere Auszeichnungen vergeben

Das Grazer Startup byeagain erhielt den Titel „Circular Startup of the Year“ für seine KI-gestützte Aufbereitung von Retourwaren. Brantner Green Solutions wurde für seine GLASY-Technologie mit dem „Technological Circularity Breakthrough Award“ ausgezeichnet. Damit kann Glas aus der Restmüllverwertung zurückgewonnen und erneut für Verpackungen verwendet werden.

Der „Circular Collaboration Award“ ging an GzG Gipsrecycling, ein Gemeinschaftsunternehmen von PORR, Saint-Gobain Austria und Saubermacher. Dessen Anlage verarbeitet alte Gipskartonplatten zu wiederverwendbarem Gips und kann damit bis zu 40 Prozent Naturgips ersetzen.

Zwei Sonderpreise gingen an BauKarussell für die Verbindung von zirkulärem Gebäuderückbau mit sozialer Beschäftigung sowie an den Textildienstleister Salesianer für sein auf Langlebigkeit, Reparatur und Recycling ausgerichtetes Mietmodell.

Fortsetzung für 2027 geplant

Hinter dem Award stehen das Circular Economy Forum Austria, Schiefer Rechtsanwälte und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark. „Wir holen Unternehmen vor den Vorhang, die mit konkreten Lösungen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich tragfähig und wettbewerbsrelevant ist“, sagt Karin Huber-Heim, Präsidentin Circular Economy Forum Austria.

Der Circular Innovation Award soll auch 2027 wieder vergeben werden. Unternehmen können ihre Projekte ab April kommenden Jahres einreichen.

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