02.06.2015

DJ Eule oder Einhorn: Paint A Friend macht aus Fantasien Geschenke

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René Zipperer und Mario Ostroski von Paint A Friend.

Das perfekte Geschenk. Gibt es das denn? Wie oft rennt man im Jahr durch die Straßen oder scannt das Internet nach der idealen Überraschung? Geburtstage, Weihnachten, Ostern – an unzähligen Anlässen muss man an Eltern, Tanten, Partner und Freunde denken.

Ähnlich ging es auch René Zipperer, der auf der Suche nach einem Geschenk für seine Nichte war. Als ihm schließlich eine der vielen Zeichnungen des kreativen Kindes unterkam, hatte er die Idee: Wieso nicht ein Stofftier von der Zeichnung anfertigen lassen? Doch er fand bis auf einen kanadischen Shop niemanden, der ein solches Plüschtier produzieren wollte. Aber zumindest die Kanadierin hatte gute Neuigkeiten: Sie konnte sich vor Aufträgen kaum retten. Dies war wohl die Geburtsstunde von Paint A Friend, einem Startup mit Sitz in Wien, das von Mario Ostroski und René Zipperer ins Leben gerufen wurde. Sie haben das kanadische Shop-Konzept nach Europa gebracht. Auf ihrer Website kann man das Foto einer Zeichnung hoch laden und bekommt dann ein Stofftier als Abbild der Zeichnung zugeschickt.

Euer Elevator Pitch: Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit?

Wir erstellen Stofftiere anhand von Kinderzeichnungen. Wie das aussieht, sieht man am besten in unserer Galerie auf unserer Homepage. Die Idee ist nicht nur Kinderherzen höher schlagen zu lassen, sondern auch Eltern eine Freude zu bereiten. Wenn Kinder glücklich sind, sind auch Eltern glücklich.

Wie verdient ihr Geld? 

Anfang 2013 haben wir unser Unternehmen gegründet und unmittelbar danach ging paintafriend.com online. Das Konzept wurde bisher mit riesigem Interesse aufgenommen. Die Nachfrage ist, gerade vor Weihnachten, gewaltig.

Wer hatte die Idee und wieso?

Die Idee aus Kinderzeichnungen Stofftiere zu fertigen stammt von meinem Geschäftspartner René Zipperer. Er hat die vielen liebevoll gestalteten Bilder seiner Nichte zur Vorlage genommen um ihr ein besonderes Geschenk zu machen. Eigentlich war das Ganze als einmalige Aktion gedacht, aber nachdem die Reaktionen von Groß und Klein überwältigend waren, haben wir begonnen das Projekt professionell voranzutreiben.

Wie kam es zum Gründer-Team?

René und ich sind schon seit vielen Jahren eng befreundet. Wir haben schon vor Jahren darüber gesprochen uns selbstständig zu machen, aber die richtige Idee war noch nicht da. Und dann kam Paint A Friend…

Eure Marketingstrategie?

Unser Konzept hat sich rasend schnell verbreitet, zudem es bisher nichts vergleichbares gab. Das Medieninteresse war von Beginn an enorm und wir hatten und haben Kooperationen mit vielen Partnern. Wir setzen sehr stark auf Social Media, da man Paint A Friend zunächst mal gesehen haben muss, um es zu verstehen.

Habt ihr bereits Finanzierung? Wie seid/geht ihr an die Investoren-Suche heran, Cold Calling oder übers Netzwerk? 

Wir haben bisher alles aus eigenen Mitteln finanziert. An potentielle Investoren haben wir bisher noch nicht gewendet.

Eure bisherigen Learnings?

Wir lernen mit jeder einzelnen Zeichnung dazu. Aber das wichtigste ist, seiner Linie treu und fokussiert zu bleiben. Wir haben von Anfang an an unsere Idee geglaubt und tun es nach wie vor.

Die Vision: Was sind eure nächsten Ziele? Kurzfristig, aber auch Langfristig?

Die meisten Bestellungen kommen aus dem deutschsprachigen Raum, aber immer öfter auch aus anderen EU Ländern (wie zB. Frankreich, Benelux Staaten oder GB). Daher werden wir noch dieses Jahr unsere Webseite auf Englisch und Französisch anbieten. Wir wollen Liebe und Freude über ganz Europa streuen!

Wien als Gründerstadt/ Österreich als Gründerland – die richtige Entscheidung? 

Wien ist eine sehr moderne und offene Stadt, was uns bei der Umsetzung sicherlich beflügelt hat.

Danke.

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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