21.02.2022

Division Z „Strategic Partnering“: So arbeitet A1 mit Scaleups zusammen

A1 öffnet seine Marketing- und Sales-Power für Scaleups mit digitalen Lifestyle-Produkten. Leiterin Michaela Jarisch erklärt, wie das funktioniert.
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Michaela Jarisch, Leiterin A1 Partnering & Innovation © brutkasten
Michaela Jarisch, Leiterin A1 Partnering & Innovation © brutkasten

Der Provider A1 arbeitet nicht nur mit ganz jungen Startups am „A1 Startup Campus” zusammen. Mit der „Strategic Partnering & Innovation”-Abteilung Division Z sucht A1 nach Scaleups aus dem In- und Ausland, die digitale B2C-Produkte in Österreich ausrollen und skalieren wollen. Die Abteilung gibt es seit Dezember und nun wurden bereits die ersten Partnerschaften abgeschlossen. „Wir suchen strategische Partnerings auf der ganzen Welt, um digitale Lösungen, die das Leben unserer Kundinnen und Kunden einfacher machen, zu finden und nach Österreich zu bringen“, erklärt Leiterin Michaela Jarisch die Abteilung im Talk mit dem brutkasten. Der Fokus liege auf digitalen Produkten im B2C-Bereich in Verticals wie FinTech, Health, E-Commerce oder Gaming.

A1 bietet große Kundenbasis

Im Gegenzug unterstützt A1 Scaleups bei einer schnelleren Skalierung im österreichischen Markt – auch etwa für internationale Scaleups, die den Markteintritt in Österreich planen. „Wir bieten Sales- und Marketingsupport“, erklärt Jarisch. „Wir haben eine große Kundenbasis und kennen unsere Kunden sehr gut. Wir wissen, was unsere Kunden wollen und brauchen“. Das könne helfen, Scaleups den Weg nach Österreich zu ebnen.

Damit ein Scaleup für eine Partnerschaft mit A1 interessant ist, sollte bereits ein Proof-of-Concept in zumindest einem Land erfolgt sein. „Das Produkt muss fertig und ready designed sein“, sagt die Division-Z-Leiterin. In die Entwicklung wolle A1 an dieser Stelle nicht investieren, sondern sich auf Sales und Marketing konzentrieren können. „Es muss ein gewisser Umsatz für unsere Partner und uns erzielbar sein“.

Erste Partnerschaft mit Pandocs

Die erste Partnerschaft ist die Division Z mit einem österreichischen Scaleup eingegangen. Das oberösterreichische Pandocs möchte Menschen mit seiner Fitness- und Gesundheits-App spielerisch zu einem gesünderen Lebensstil motivieren. „Pandocs haben wir von unserem A1 Startup Campus übernommen“, erklärt Jarisch. Am Campus wurde der Launch der App vorbereitet und nun bestehe für Österreich eine exklusive Partnerschaft mit A1. In den ersten drei Wochen der Partnerschaft habe es bei den Downloadzahlen einen steilen Anstieg gegeben.

Auch Übernahmen möglich

Neue Partner findet A1 vor allem über aktives Scouting. Derzeit gebe es eine Pipeline von mehr als 240 nationalen und internationalen Scaleups, mit denen sich A1 eine Partnerschaft vorstellen kann. „Die scannen wir auf Marktfähigkeit – also der Frage, ob das Produkt für unsere Kunden spannend ist. Dann bereiten wir Wetten vor“, erklärt Jarisch den Prozess. Diese „Bets“ sind mit einem kurzen Pitch vergleichbar, bei dem alle sechs Wochen eine kleine Auswahl dieser Startups intern vor Führungskräften und Sponsoren vorgestellt wird. Wenn ein Projekt einen Sponsor gefunden hat, werde es umgesetzt. Die meisten Partnerschaften würden dann auf einem Revenue-Share-Modell basieren, so Jarisch. Für 2022 hat sich Division Z „mindestens drei Launches pro Quartal“ vorgenommen, wie die Abteilungsleiterin verrät. Auch M&A sei nicht ausgeschlossen, „wenn es eine top Story ist“.

Michaela Jaritsch im Talk mit dem brutkasten

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Es ist bisher ein geschäftiges Jahr für das Wiener Startup fonio.ai. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab – angeführt von 20VC, bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro. Es folgte die Verkündung, die 10-Millionen-Dollar-ARR-Marke (Annual Recurring Revenue) geknackt zu haben – siehe hier – und dass man Pläne verfolge, neue Standorte zu eröffnen.

fonio-CEO: „Emotionaler Schritt“

Das Startup, das von Daniel Keinrath (CEO) und Matthias Gruber (CTO) gegründet wurde, entwickelt KI-Agenten für KMU, für die telefonische Erreichbarkeit geschäftskritisch ist. Kern ist ein Orchestration-Layer, der verschiedene KI-Modelle in Echtzeit mit der Unternehmenssoftware koordiniert. Nun tut man das auch aus Barcelona heraus.

Gründer Keinrath beschreibt die Eröffnung gegenüber brutkasten wie folgt: „Das ist ein sehr emotionaler Schritt für uns. Dieser Monat wird der erste, in dem voraussichtlich über 50 Prozent von unserem Umsatz bereits aus Non-DACH-Märkten kommt. Das Büro in Barcelona wird unser Hub für Italien, Frankreich und Spanien. Das Team für diese Märkte besteht schon aus über 15 Personen und wird wahrscheinlich bis Ende des Jahres auf 30 anwachsen. Wir suchen tatsächlich schon nach dem nächsten Büro“, sagt er.

Polen, Brasilien und England

Zusätzlich zu Barcelona sind auch Ausweitungen nach u.a. London, Warschau, München, Berlin, Amsterdam, New York und sogar nach Brasilien geplant: „Grundsätzlich expandieren wir unabhängig von Büros in Länder. Wir starten damit, dass wir top Leute aus den Ländern nach Wien (teils temporär) relocaten. Und wenn das Team dann groß genug wird, machen wir ein Büro auf“, erklärt Keinrath.

Das Warschau-Office soll bereits innerhalb der nächsten beiden Wochen eröffnet werden, gefolgt von Campinas (rund 100 Kilometer nordwestlich von São Paulo) Anfang November. London wird mit Dezember-Beginn anvisiert und New York wahrscheinlich in ersten Quartal 2027. „Für München, Berlin und Amsterdam“, so Keinrath weiter, „haben wir noch keine genauen Pläne, weil wir da den Headcount zuerst aufbauen. Aber wir haben bereits aus allen Städten Hires.“

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