16.06.2016

Digitaler Patient: Software-Lösung für Ärzte von Wiener Startup Appointmed

Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich schreitet voran. Neben ELGA, der elektronischen Gesundheitsakte, hat das Startup appointmed nun eine Software-Lösung entwickelt, mit der nicht nur die Praxisorganisation vereinfach wird, sondern auch eine Lösung für die Registrierkassenpflicht gefunden ist.
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(c) Production Perig - fotolia.com: Gesundheitsdienstleister könnten schon bald appointmed verwenden.

Verschiedenen Gesundheitsdienstleistern wie Ärzten und Therapeuten die Organisation erleichtern, administrative Zeit sparen und sogar eine einfache Lösung für die Registrierkassenpflicht – ein neues System zur Praxisverwaltung soll viele Abläufe im Gesundheitsbereich revolutionieren.

Bis dato war gerade diese Branche ein deutlicher Nachzügler in Sachen Digitalisierung. Deswegen auch, damit sensible Patientendaten nicht in falsche Hände geraten. Aus Datenschutz-Gründen setzen viele Ärzte und Therapeuten immer noch auf Stift und Papier. Die Gesundheitssoftware appointmed möchte das nun ändern. Das System dient der Terminverwaltung, der Organisation von Ressourcen und dem Informationsaustausch zwischen Ärzten, Therapeuten und Patienten.

Kassenärzte ausgenommen

In digitalen Patientenakten kann der gesamte Verhandlungsverlauf dokumentiert und die Befunde verwaltet werden. Ein bisschen erinnert das an ELGA, die elektronische Gesundheitsakte, die derzeit schrittweise in sämtlichen österreichischen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen eingeführt wird. Auch sie speichert Patientendaten und Befunde und soll so die Behandlung in unterschiedlichen Einrichtungen erleichtern. Appointmed funktioniert allerdings als von ELGA vollkommen abgetrenntes System. Der große Unterschied besteht darin, dass sich appointmed nicht an Kassenärzte richtet, die über die Krankenkassen abrechnen.

Redaktionstipps

„Sicher wie eine Bank“

Für private Ärzte und Therapeuten soll durch das neue System aber vieles verbessert werden. Ein integriertes Verrechnungssystem stellt in kurzer Zeit Rechnungen aus. Außerdem gibt es eine integrierte Registrierkassenfunktion und die Möglichkeit, Belege für Barzahlungen auszustellen. Somit erfüllt appointmed die Auflagen der seit Anfang des Jahres geltenden Registrierkassen- und Belegspflicht.

Die Nutzer des Software-Service Produktes aus Wien zahlen einen monatlichen Betrag, um die Funktionen nutzen zu können. Aber wie sieht es nun mit dem Datenschutz aus? „Wir haben strengste Sicherheitsvorkerhungen“, erklärt Co-Founder Patrick Inzinger. „Unser Entwickler hat zuvor bei der Nationalbank Security gearbeitet, wir sind sicher wie eine Bank.“

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In der Plattform NavVis IVION können Teams Anlagen virtuell begehen, vermessen und erfasste Daten verknüpfen. © NavVis

Das in München ansässige Technologieunternehmen NavVis hat eine Series-D-Finanzierungsrunde in Höhe von 85 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wird die Kapitalerhöhung laut Unternehmensangaben von der US-amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft The Jordan Company (TJC). Zudem beteiligten sich die bestehenden Investor:innen an der Runde: Yttrium zusammen mit einem Konsortium aus Industrie-Family-Offices, Kozo Keikaku Engineering Inc. sowie Cipio Partners.

Datengrundlage für physische KI

NavVis entwickelt eine Plattform für räumliche Daten, die primär in der Industrie und im Bauwesen eingesetzt wird. Das System erstellt mithilfe von mobilen Erfassungssystemen und der unternehmenseigenen Cloud-Plattform digitale Zwillinge von Fabriken, Baustellen und Infrastrukturen. Nach Angaben des Unternehmens sollen diese aufbereiteten Daten Nacharbeiten reduzieren und als Basis für Automatisierungsprozesse dienen.

Ein zentrales technisches Ziel der neuen Finanzierung sei es, die Datengrundlage für sogenannte physische Künstliche Intelligenz (KI) bereitzustellen. Dafür wolle das Scaleup eine eigene KI-Schicht aufbauen, welche die räumlichen Daten semantisch aufbereite. Auf diese Weise sollen die Informationen künftig für menschliche Fachkräfte sowie für autonome Roboter handlungsrelevant und direkt zugänglich gemacht werden.

© NavVis

Wachstum und Fokus auf den US-Markt

Darüber hinaus sollen die frischen Mittel das internationale Wachstum beschleunigen. NavVis-Mitgründer und CEO Felix Reinshagen betont insbesondere den geografischen Schwerpunkt der kommenden Expansionspläne: „Gleichzeitig werden wir unsere Marktpräsenz mit einem starken Fokus auf den US-Markt ausbauen, auf dem wir in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen sind.“ Zudem strebe das Unternehmen mit dem neuen Kapital laut dem Gründer an, „mehr Skalierbarkeit, mehr Intelligenz und letztlich mehr Produktivität für die zugrunde liegenden Vermögenswerte“ der Kund:innen zu erreichen.

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