03.05.2018

Digitale Grundbildung im Lehrplan & die Schule 4.0

Mit dem Schuljahr 2018/19 wird "Digitale Grundbildung" als Übung an Schulen verpflichtend. Unter Leitung von PH Wien & PH Niederösterreich läuft parallel das Projekt "Denken lernen, Probleme lösen" gemeinsam mit dem Wiener Startup DaVinciLab an 100 Volksschulen.
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Digitale Grundbildung an Schulen im Rahmen des BMBWF-Projekts
(c) DaVinciLab - das Wiener Startup bringt Kindern und Jugendlichen Programmieren, 3D-Druck, Robotik und Videodesign näher.

Mit dem Schuljahr 2018/19 wird an österreichischen Schulen die Übung „Digitale Grundbildung“ von der fünften bis zur achten Schulstufe verpflichtend. Dabei werden Schüler und Schülerinnen im Ausmaß von 2-4 Wochenstunden in Themen wie Programmieren, Sicherheit im Netz und Technikgrundlagen geschult. In der achten Schulstufe soll dann eine Test eingeführt werden, um den Lernerfolg sicherzustellen. Bereits in diesem Schuljahr werden an 178 Pilot-Schulen die Übung und andere Maßnahmen für das großangelegte Digitalisierungskonzept „Schule 4.0. – jetzt wird’s digital“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) getestet und umgesetzt.

Die vier Säulen der Schule 4.0

Das Konzept sieht neben der verpflichtenden Übung vor, Lehrer und Lehrerinnen digital besser auszubilden, die IT-Infrastruktur an Schulen zu verbessern, digitale Lerntools, Unterrichtsmaterialien und eLearningApps in einer online verfügbaren Plattform bereitzustellen und somit die Medienkompetenz und Computerkenntnisse an Schulen zu verbessern. Das Wiener Startup DaVinciLab ist einer der Kooperationspartner des Ministeriums und bietet eigene Kurse und Feriencamps für Kinder und Jugendliche an, um sie spielerisch an digitale Innovationsthemen wie 3D-Druck heranzuführen.

+++ 900.000 Menschen in Österreich mit mangelnden Computer-Kenntnissen +++

„Fit für die Anforderungen des Arbeitsmarktes im 21. Jahrhundert“

Als offizieller Partner des BMBWF unterstützt DaVinciLab Schulen dabei, das Konzept umzusetzen. Das Startup wurde vor 1,5 Jahren von Peter und Anna Gawin gegründet. Die beiden kommen aus der Wirtschaft und haben die digitale Transformation in Unternehmen dort selbst miterlebt. Zur Einführung der Übung in Digitaler Grundbildung sagt die Gründerin, „dass dies erst ein Anfang sein kann, um das österreichische Bildungssystem nachhaltig zu digitalisieren und sowohl Kinder und Jugendliche als auch PädagogInnen fit für die Anforderungen des Arbeitsmarktes im 21. Jahrhundert zu machen.“

Selbst Eltern, wollen Sie Kinder und Jugendliche mit DaVinciLab spielerisch, kreativ und projektorientiert mit Coding und Robotik, Design und Mediengestaltung vertraut machen. Als ihre Vision formulieren sie: „Das Bildungssystem in Österreich aktiv mitgestalten – gemeinsam mit Politik, LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen“.

Im Rahmen von drei Kursformaten – den Labs in Coding & Robotik, Design und Media – lernen Kinder unter anderem Roboter zu bauen, machen erste Erfahrungen im Programmieren, entwerfen Designs für den 3D-Druck oder erstellen eigene Stop Motion-Videos.

Pilotprojekt „Denken lernen, Probleme lösen“

Neben der Übung in der Sekundarstufe wird an 100 Volksschulen in Kooperation mit 13 pädagogischen Hochschulen ein weiteres Pilotprojekt durchgeführt. Bei „Denken lernen, Probleme lösen“ geht es darum das informatische Denken und kreative Problemlösen bereits in der Volksschule zu fördern – sowohl für SchülerInnen als auch LehrerInnen. Dabei werden die Schulen in fünf Clustern mit technischer Ausstattung versorgt und didaktische Konzepte sowie Unterrichtsmaterialien unter einer Creative-Commons-Lizenz an den Schulen bereitgestellt.

Ziel ist es, Education Innovation Studios an den 13 Partnerhochschulen einzurichten und damit die spielerische Einführung in informatisches Denken, Coding und Robotik an den Schulen zu ermöglichen. Neben DaVinciLab wird das Projekt von der PH Wien in Kooperation mit der PH Niederösterreich geleitet.

Aufbau der Eduthek & Weiterbildung für Lehrer

Als offene Plattform für Lehrmaterial wird die Eduthek aufgebaut. Die Plattform befindet sich aktuell in der Entwicklung, Launch ist laut Projektleiterin Heidrun Strohmeyer für den Herbst geplant. Lehrkräfte werden dort für alle Fächer Lerninhalte zum kostenlosen Download finden.

Zur Weiterbildung der Lehrkräfte wurde die Plattform digifolio aufgebaut. Hier können sich Lehrer und Lehrerinnen für Weiterbildungsangebote anmelden. Zum Selbstcheck vorab gibt es den DigiCheckP, mit dem Empfehlungen zur eigenen Weiterbildung abgeleitet werden.

Projektleiterin Strohmeyer formuliert als Vision für das Konzept: „Am Ende der Schulpflicht sollen SchülerInnen mit allen digitalen Kompetenzen ausgestattet sein, um für ihr Berufsleben vorbereitet zu sein. Dafür ist es wichtig, auch die Lehrkräfte weiterzubilden.“

 

 


⇒ Digitale Bildung: Zwischen Lücken im Lehrplan und kompetenten Kindern

BMBWF Schule 4.0

DaVinciLab

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„Ich war der, der die Waage rausgeholt hat, um meinen Insulinbedarf zu berechnen“, erinnert sich Carbetic-Gründer Diego Szekely an die Zeit nach seiner eigenen Typ-1-Diabetes-Diagnose vor vier Jahren. Bei der Autoimmunerkrankung produziert der Körper überhaupt kein eigenes Insulin mehr, weshalb jede Aufnahme von Kohlenhydraten exakt berechnet und durch externe Insulingaben ausgeglichen werden muss.

Im Austausch mit anderen Betroffenen stellte er jedoch schnell fest, dass die meisten Diabetiker:innen im Alltag ihren Bedarf lediglich abschätzen. Da ungenaue Werte langfristige gesundheitliche Risiken bergen, entwickelte der heute 18-Jährige Carbetic, um eine verlässlichere, unkomplizierte Lösung im Alltag anzubieten. „Ich hab einfach das gebaut, was uns Diabetikern wirklich gefehlt hat“, so der Gründer.

© Carbetic

Räumliche Tiefe als technischer USP

Mittlerweile ist die Anwendung bereits in 41 Sprachen verfügbar, wobei aktuell die USA, dicht gefolgt von Deutschland, den größten Markt darstellen. Das technische Fundament unterscheidet sich laut dem Gründer aus Perchtoldsdorf vor allem in einem Punkt von klassischen Lifestyle-Trackern.

Statt einer simplen 2D-Bildanalyse setzt Carbetic laut eigenen Angaben auf räumliche Tiefe durch drei schnell geschossene Fotos aus unterschiedlichen Winkeln sowie LiDAR-Sensoren moderner Smartphones. „Die drei Fotos sind wahnsinnig wichtig, um die Dimensionen gescheit abzuschätzen“, betont Szekely.

Aus der Kombination dieser Bild- und Raumdaten berechnet ein feinjustiertes KI-Modell schließlich den Kohlenhydratgehalt der einzelnen Komponenten auf dem Teller, der wiederum für die Bestimmung des Insulinbedarfs benötigt wird. Neben der Foto-Analyse wird das Produkt in der Praxis durch eine integrierte Sprachsteuerung sowie die Option ergänzt, Koch-URLs oder abfotografierte, handschriftliche Rezepte automatisch von der KI auslesen zu lassen.

Conversion im SaaS-Modell

Nach nur drei Monaten verzeichnet die App rund 20.000 Downloads. Interessant ist vor allem die Conversion-Rate: „5.000 Nutzer sind aktuell in einem Probeabo oder bezahlten Abo“, erklärt der Gründer. Von den 5.000 „zahlen bereits 4.000“, so Szekely weiter. Das Geschäftsmodell basiert auf einer Software-as-a-Service-Struktur. Das Einstiegs-Abo für bis zu zehn Analysen am Tag kostet 4,49 Euro im Monat, während die unlimitierte Version für 9,99 Euro angeboten wird.

Auf die Frage, wie man ein solches Wachstum erziele, meint der Gründer: „Gute Frage. Und da ich keine gute Antwort habe, ist die Antwort, das Produkt funktioniert.“ Hauptsächlich über Mundpropaganda und Empfehlungen von Ärzt:innen, die Szekely unter anderem auf Ärztekongressen kennenlernte, wachse das Produkt aktuell organisch. „Wenn mir Patient:innen schreiben, dass die App ihnen hilft, den Alltag ein Stück mehr wie ein gesunder Mensch zu leben, macht mich das einfach so stolz“, so der Gründer.

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Einen langfristigen Wettbewerbsvorsprung will sich der Gründer, der für sein Startup Studienplätze am UCL und King’s College in London sausen lässt, künftig über zwei strategische Säulen verschaffen, die über die reine Nutzer:innenbasis hinausgehen. Neben einer umfassenden Datensammlung zur Optimierung der Algorithmen steht ein digitaler Ärztezugang im Fokus. Über diesen können Mediziner:innen nach expliziter Freigabe die Mahlzeiten ihrer Patient:innen analysieren und die Therapie gezielter begleiten.

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