20.03.2024
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Digitalbank N26 ernennt ehemaligen Microsoft-Program-Manager zum neuen CPO

Die Digitalbank N26 hat heute die Ernennung von Mayur Kamat zum neuen Chief Product Officer bekannt gegeben. Er wird seine Rolle im Laufe des 2. Quartals dieses Jahres antreten.
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N26, CPO,
(c) N26 - Mayur Kamat wird neuer Chief Product Officer bei N26.

Im August des Vorjahres wechselte der bisherige Chief Product Officer von N26, Gilles BianRosa, zu einem US-Unternehmen. Der Neobank blieb er aber als Aufsichtsrat verbunden – brutkasten berichtete. Damals wollte sich CO-Founder und CEO Valentin Stalf nicht auf einen Zeitplan für die Nachbesetzung festlegen und sagte: „Die zweite Führungsebene wird die Aufgaben vorerst übernehmen und dann werden wir sehen, wann wir einen neuen Chief Product Officer ernennen. Produkt und Technologie ist auch einer der wenigen Bereiche, in denen wir zwei C-Level-Positionen haben – einen CPO und einen CTO. Viele der Themen sind auch heute schon von beiden betreut worden. Da sind wir gut aufgestellt.“ Nun hat man aber mit Mayur Kamat einen Nachfolger gefunden.

N26-CPO vorher auch bei Google und Binance

Der ehemalige Binance-Head of Product hat jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Technologie und Innovation bei globalen Playern wie Agoda, Google und Microsoft (als „Program-Manager“) gesammelt. Zuletzt leitete er die globalen Produkt- und Designteams beim chinesischen Krypto-Anbieter, wo er für die Entwicklung inklusiver Finanzprodukte und -systeme in einem zunehmend regulierten Marktumfeld verantwortlich war.

„N26 hat eine Bank geschaffen, die Kunden lieben. Mit herausragender technologischer Innovation, dem Fokus auf Kundenbedürfnisse und einer ausgezeichneten User-Experience verbessert N26 die Beziehung seiner Kunden zu Geld und unterstützt sie auf ihrem Weg zum Vermögensaufbau. Ich freue mich sehr, Teil dieses leistungsstarken Teams zu sein und gemeinsam eine innovative Finanzplattform für unsere Kunden aufzubauen, die allen regulatorischen Anforderungen entspricht“, sagt Kamat.

Mit Teams in Wien und Berlin

Seine Teams sind an den Standorten und Technologiezentren der digitalen Bank in Berlin, Barcelona und Wien tätig. Sie sollen die globale Produktstrategie von N26 entlang der Säulen Bankgeschäft, Sparen, Investieren, Kredite und Shared-Banking-Funktionen umsetzen. Kamat wird seine Rolle im Laufe des 2. Quartals dieses Jahres in Barcelona antreten.

Valentin Stalf zur Neubesetzung: „Mit Mayur gewinnen wir einen globalen Produktexperten mit internationaler Erfahrung bei einigen der weltweit bekanntesten Technologieunternehmen für N26. Mayur hat bereits in der Vergangenheit im stark regulierten Finanzsektor Innovationen verantwortet und wird unser starkes Team globaler Talente bestens ergänzen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm und unserem bestehenden Führungsteam, um gemeinsam die Vision von N26 zu verwirklichen.“

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Die beiden Polytender-Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre

„Dream Big“ passt wohl auch zu Polytender. Die beiden Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer haben sich zum Ziel gesetzt, sie zur größten Ausschreibungsplattform der Welt zu machen. Die beiden Wiener sehen großes ungenutztes Potential in öffentlichen Ausschreibungen. „Behörden vergeben in der EU jedes Jahr Aufträge im Wert von zwei Billionen Euro“, sagt Co-Founder Dima Rubanov im brutkasten-Gespräch.

Diese seien auf Hunderte Portale verteilt. Viele Unternehmen wüssten schlicht nicht, welche Aufträge sie gewinnen können, wodurch viele Ausschreibungen oftmals nur ein einziges Angebot hätten. Dabei sei die staatliche Beschaffung eine große Möglichkeit für Unternehmen. „SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren. Man vergisst oft, wie wichtig dieses Thema eigentlich ist“, sagt Rubanov. Ihre neue Plattform Polytender soll das nun ändern und die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen erleichtern – in der gesamten EU.

Startup-Studio „Run Labs“

Die Gründer sind in der Szene keine Unbekannten. Rubanov und Matthias Neumayer entwickelten in den letzten Jahren Produkte wie Oscar Stories, die kindgerechte KI Lora oder den Dokumente-Erklär-Chatbot FragDasPDF. Alles läuft unter dem Startup-Studio Run Labs zusammen.

SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren.

Dima Rubanov, Co-CEO von Run Labs

400 Unternehmen in zwei Monaten

Ihre neueste Plattform, Polytender, wurde im August gelauncht und soll seitdem über 400 registrierte Unternehmen auf der Plattform gewonnen haben. Einige davon sind laut den Geschäftsführern noch Pilotkunden, es gebe aber auch bereits um die dreißig reguläre Abnehmer wie Helferline oder AV-Professional.

„Polytender beschleunigt unseren Prozess in der Suche, Bewertung und Abwicklung von Ausschreibungen wesentlich. Die dadurch freigesetzten Ressourcen können optimal eingesetzt werden“, sagt David Knapp, CEO der AV-Professional GmbH.

Eine „signifikante Zeitersparnis“

Die erhöhte Geschwindigkeit sei einer der großen Benefits, die Polytender für Firmen aufweise. „Gerade bei der Suche bieten wir für Unternehmen eine signifikante Zeitersparnis. Das funktioniert schon über alle EU-Länder und ein paar weitere Länder hinweg“, erklärt Rubanov. Neben den 27 EU-Staaten operiert Polytender auch in den USA, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien und bündle so über 300 Vergabeportale. Die Plattform vereinfacht es den Unternehmen, Ausschreibungen überhaupt zu finden und daran teilzunehmen. Alles mit KI-Unterstützung.

KI-nativ als Alleinstellungsmerkmal

Ein Matching-Algorithmus gleicht neue Ausschreibungen sprachübergreifend mit Suchprofilen ab. Noch im November soll es auch eine KI-Zusammenfassung und eine Bid-Einschätzung geben. „Wir werden dann KI-Agenten haben, die riesige Datenmengen durchforsten, zusammenfassen und für den User personalisiert aufbereiten. Dadurch muss man nicht 100 Seiten lesen, um zu wissen, ob man sich bewerben soll oder nicht“, erklärt Neumayer.

Das Besondere: Polytender funktioniert KI-nativ. Jede Ausschreibung lässt sich direkt aus KI-Assistenten wie Mistral, Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot durchsuchen. Unternehmen können dadurch eigene Ausschreibungs-Agenten bauen und so passende Aufträge finden und bewerten.

„Wir sind der Meinung, dass in einer AI-Agent-Zukunft weniger Interfaces notwendig sein werden. Deshalb haben wir alle App-Funktionen auch für Agents zugänglich gemacht“, erklärt Neumayer und ergänzt: „Wir haben auch Kunden, die ihre eigenen internen Agents haben, die wiederum mit ihren eigenen Daten angereichert sind. Diese Daten können sie dann mit unseren Daten aus öffentlichen Ausschreibungen, aus Dokumenten etc. verbinden und in ihre eigenen Abläufe einbauen.“

Die europäische Lösung, Datenschutz etc.

Wichtig sei den beiden Wienern, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kennen, eine europäische Lösung anzubieten. „Wer unsere LinkedIn-Aktivitäten kennt, weiß, dass wir sehr pro-europäisch denken und uns auch europäische Souveränität wichtig ist. Wir sind auch der Meinung, dass diesbezüglich gerade die öffentliche Beschaffung ein großer Hebel wäre, der underused ist“, sagt Neumayer.

Auch bezüglich Datenschutz haben Rubanov und Neumayer klare Vorstellungen. „Wir hosten alles auf Hetzner, einem Server in Deutschland. Unsere KI-Modelle laufen auf europäischer Infrastruktur. Wir passen sehr auf, dass kein Abfluss von Daten entstehen kann. Wir sind auch DSGVO-konform“, sagt Rubanov.

Die All-in-Tender-Lösung

Rubanov und Neumayer denken die Plattform bereits weiter. Sie wollen nämlich nicht nur die Abläufe auf der Bieterseite vereinfachen, sondern auch auf der Vergabeseite. „Unsere große Vision ist es, eine All-in-one-Tender-Plattform zu haben. Sie soll auf der Bieterseite die Suche nach Aufträgen und Unterlagenerstellung und auf der Auftraggeberseite die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen abdecken“, sagt Neumayer. Sie können sich auch vorstellen, Ausschreibungen von Unternehmen auf Polytender zu veröffentlichen, wobei der Fokus auf staatlichen Ausschreibungen liege. Diese „Vision“ wolle man noch im ersten Quartal 2027 umsetzen.

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