23.10.2020

Das war die Digital Venture Trophy OÖ

Die Hauptpreise der Digital Venture Trophy OÖ gehen an NodeVenture und 7LYTIX.
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Digital Venture Trophy OÖ
(c) Digital Venture Trophy OÖ

Zum ersten Mal veranstaltete tech2b gemeinsam mit startup300 und dem OÖ HightechFonds ein Start-up Event – powered by Raiffeisenlandesbank OÖ. Im Zuge der Digital Venture Trophy OÖ waren die Partner gemeinsam auf der Suche nach den innovativsten Startups des Landes.

„Die Digital Venture Trophy OÖ ist in zweierlei Hinsicht eine Bereicherung: Einerseits als Motivation für aufstrebende junge Unternehmen, sich mit ihren guten Ideen rauszutrauen, anderseits als Zeichen der lebendigen Gründerlandschaft in unserem Land. Wir als OÖ HightechFonds haben uns daher bewusst dazu entschlossen, diese Veranstaltung mit den Partnern tech2b und startup300 – gerade in diesen herausfordernden Zeiten – ins Leben zu rufen“, erzählt OÖ HightechFonds Geschäftsführer Thomas Meneder.

Knapp 30 Einreichungen

Nach einer Vorselektion der Bewerbungen wurden 10 Start-ups zur Digital Venture Trophy in die Tabakfabrik eingeladen. Dabei hatten sie die Möglichkeit, vor einer ausgewählten Expertenjury und einem Online-Publikum ihr Geschäftsmodell zu präsentieren.

Die Veranstaltung richtete sich an oö. Start-ups, die unmittelbar vor dem Markteintritt stehen (Pre-Market) und jene, die bereits am Markt vertreten sind und wachsen (Market-Scale). Bereits die Vorauswahl war für die Jury sehr schwierig, da alle Einreichungen ausgesprochen professionell und von hoher Qualität waren, erinnert sich einer der Organisatoren. „Insgesamt reichten knapp 30 Start-ups in beiden Kategorien ein. Das bestätigt, dass nach wie vor ein großes Interesse von oö. Start-ups besteht, namhafte Investoren zu gewinnen und medial in Erscheinung zu treten. Somit erreicht tech2b mit der Venture Trophy auch ein wichtiges Ziel: Junge Unternehmen mit Investoren zusammenzubringen“, erzählt tech2b Geschäftsführer Raphael Friedl stolz.

„Die Digital Venture Trophy OÖ war als Signal an alle gedacht, die gerade auch dann die Herausforderung suchen, wenn es mal schwieriger wird. Alle Beteiligten wollen den Gründergeist förden, positives Denken unterstützen und den Blick auf eine optimistische unternehmerische Zukunft lenken. Und das ist mit Sicherheit gelungen. Ich freue mich auf die Fortsetzung“, sagt Bernhard Lehner, Vorstand der startup300 AG. Durch den Abend führte Martin Behrens, selbst CEO & Co-Founder von presono GmbH. Er kennt somit auch die Themen und Herausforderungen mit denen Start-ups konfrontiert sind.

„Die Digital Venture Trophy OÖ stellt das hohe Niveau, die Innovationskraft und die enorme Vielfalt der Gründerszene in Oberösterreich unter Beweis. Das eigene Geschäftsmodell vor Investoren und Experten zu pitchen, ist für Start-ups eine hervorragende Möglichkeit, sichtbar zu werden, wertvolle Kontakte zu knüpfen und das Feedback zu nutzen, um an den richtigen Schrauben zu drehen“, sagt Reinhard Schwendtbauer, CFO und Beteiligungsvorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Digital Venture Trophy OÖ – das Video zum Event

Die Gewinner der Digital Venture Trophy OÖ

Die Jury aus dem Investoren- und Businessangelnetzwerk kürte an diesem Abend die Gewinner. Bewertet wurden die Finalistinnen und Finalisten von Experten aus der Gründerszene. Neben Thomas Meneder (OÖ HightechFonds), Bernhard Lehner (startup300) und Werner Ramsebner (Raiffeisenlandesbank OÖ) als Lokalmatadoren. Auch der ehemalige Finanzminister Hans Jörg Schelling, der Münchner Unternehmer Manfred Tropper sowie die Co-Founderin und CEO des Female Founders Club, Lisa Fassl, waren Teil der Jury. Auf die Gewinner warteten Preise & Investments im Gesamtwert von über 250.000 Euro.

Preisträger in der Kategorie „Pre-Market“

In der Kategorie „Pre-Market“ holte sich NodeVenture den ersten Platz und gewann somit ein 20.000 Euro Investment durch Pioneers Ventures. NodeVenture ist ein digitaler Hochsicherheitstresor zur sicheren Verwahrung von Krypto-Assets. Als Komplettlösung für alle sowohl technischen als auch regulatorischen Herausforderungen öffnet NodeVenture Finanzdienstleistern und Banken die Tür in den Finanzmarkt der Zukunft.

Das Start-up Bioresorbable Screw konnte die Jury mit ihrer Idee, einer Schraube aus einem selbstauflösenden und implantierbaren Material, das medizinisch für die Stabilisierung von Knochen und zur Knochenheilung (Osteosynthese) genutzt werden soll, überzeugen und schnappte sich die begehrten Zero21 Memberships, zur Verfügung gestellt von startup300.

Der dritte Platz ging an Spiker. Das Team möchte einen intelligenten Microchip entwickeln, welcher bestehende KI-Systeme effizienter gestalten und die Verwendung von KI im Alltag verbreitern kann. Dafür verwendet das Start-up neuronale Netze 3ter Generation, genannt Spiking Neural Networks, die durch eine analoge Implementierung zu einem extrem energieeffizienten Chip führen. Sie gewannen ein direktes Ticket in das tech2b Pre-Scale-up Programm. Ein Programm im Wert von 11.000 Euro, das Start-ups 6 Monate lange begleitet.

Preisträger in der Kategorie „Market-Scale“

In der Kategorie „Market-Scale“ wurde 7LYTIX mit dem ersten Preis ausgezeichnet und gewann ein 250.000 Euro Investment des OÖ. HightechFonds. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette steigert 7LYTIX mit seinen KI-SaaS-Lösungen nachweisbar die Effizienz von Prozessen und die Effektivität entscheidender Maßnahmen. Von der Beschaffung, über den kompletten Herstellungsprozess bis hin zur Logistik, zum Marketing und zum Vertrieb der Produkte an den Endverbraucher, stellt 7LYTIX SaaS Softwarelösungen bereit, die immer auf den neuesten Methoden Künstlicher Intelligenz und auf Data Science basieren.

Der zweite Preis und somit eine b2e Business Development Begleitung sponsored by tech2b, im Wert von 7.200 Euro (6 Monate), ging an OWN3D Media. OWN3D Media bietet weltweit digitale Produkte, Tools und Services für Live-Streamer an.

Den „Ready for growth?“ Workshop von und mit startup300 holte sich Blockpit. Blockpit entwickelt hochqualitative Compliance-Software zur Transaktionsanalyse und Dokumentation von blockchain-basierten Assets. Der Fokus liegt auf automatisiertem Steuerreporting sowie Herkunftsnachweisen und Risikobewertung von Assets zur Erfüllung von Anti-Geldwäscherichtlinien.

Durch die Partner GRAND GARAGE erhielten die Gewinner einzigartige Pokale, und Pixelrunner (druckten das Event-Logo als Megaprint auf die Flächen in der Tabakfabrik.

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Daniel Cracau Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic
Daniel Cracau ist Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Eigentlich, erzählt er, hatte er sich eine berufliche Auszeit vorgenommen, als die IT:U Anfang 2025 bei ihm angeklopft habe. Dort habe man einen „Macher, nicht nur einen Verwalter“ für die Schnittstelle zur Wirtschaft gesucht. „Ich habe mich mit einem radikalen Konzept beworben und gleich klargestellt, dass ich meinen eigenen Kopf habe und Unbequemes anspreche.“ Das Konzept wurde angenommen, Cracau trat im Sommer seinen Dienst an. „It’s my project. I love it, und seitdem bin ich all-in“, sagt er heute.

„Ein System, das sich permanent verändern kann“

Der Reiz der IT:U liege darin, dass sie als öffentliche Hochschule komplett neu errichtet werde, ohne verkrustete Legacy-Probleme. Ziel sei es, zu beweisen, dass man eine moderne Universität von Anfang an richtig konzipieren könne. Das bedeute vor allem auch Wandlungsfähigkeit: „Auf die Frage, wie die IT:U in 15 oder 20 Jahren aussehen wird, antworte ich: ‚Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie auf jeden Fall nicht so aussieht wie heute.‘ Ich glaube, das ist auch der Kern dieses ganzen Projekts: diese Fähigkeit, sich an die Realität der Welt anzupassen.“ IT-Fakultäten an etablierten Universitäten könnten diese Agilität in der vorhandenen Struktur nicht erreichen. „Und wenn wir jetzt kein System bauen, das sich permanent verändern kann, ist die IT:U in zehn Jahren auch veraltet“, so Cracau.

Dieses Umfeld ziehe auch „Rebels“ an, die Dinge neu denken wollen – sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden. „Masterstudierende, die sich trauen, in ein Studium einzusteigen, das keine Referenz hat, haben dieses Pionier-Gen“, ist Cracau überzeugt. Und das brauche man auch für Spinoffs. Auch dass Englisch die offizielle Sprache an der IT:U ist, ziehe eine tendenziell gründungsaffine Zielgruppe an: „Die Ausgründungsrate bei internationalen Studierenden ist bis zu fünfmal höher“, so Cracau.

Gelernt wird an der IT:U projektbasiert in Kleingruppen direkt an Technologien wie Robotik und KI. Das Ziel sei die Verschmelzung von technischer Expertise und Future Skills. Dabei müsse man einem Problem erst interdisziplinär auf den Grund gehen, bevor man es lösen könne. Cracau: „Gründerinnen und Gründer suchen sich ihre Probleme, gehen mit offenen Augen durch die Welt und beißen sich dann an etwas fest, das sie wirklich interessiert.“ Dennoch dürfe man sich beim Thema Ausgründungen keinen Illusionen hingeben: „Die Vorstellung, dass man jede beliebige Forschende oder jeden beliebigen Forscher zu Gründerinnen und Gründern ausbilden kann, ist romantisch.“

Und aktuell befinde sich die IT:U auch noch in einer Bringschuld, die einen zentralen Punkt in der öffentlichen Spinoff-Debatte betrifft: „Wir arbeiten noch an unserer IP-Policy. Die wollen wir Schritt für Schritt aufbauen“, sagt Cracau. Das Ziel sei dabei klar: Sie soll „maximal gründungsfreundlich“ werden. Und er spricht auch das zweite Großthema rund um universitäre Ausgründungen an: den Zugang von Universitäten zu Unternehmensanteilen. „Wenn die Universität früh mit einem hohen Anteil – sagen wir: zehn Prozent – und Mitspracherecht reingeht, killt das die Erfolgschancen des Spinoffs“, warnt Cracau. Internationale Vorbilder wie die ETH Zürich und die TU München mit UnternehmerTUM würden zeigen, dass flache Beteiligungsstrukturen besser funktionieren. „Der Mehrwert kommt langfristig über erfolgreiche Alumni zurück, die das Ökosystem unterstützen“, so Cracau.

Kooperationen im Zentrum

Um angehende Gründer:innen ganz konkret zu fördern, setzt die IT:U auf Begleitung ab Tag eins bereits in der „Welcome Week“. Ausgründen sei „nicht nur eine Möglichkeit, sondern es wird proaktiv gefördert“. Neben dem Aufbau einer eigenen finanziellen Anschubförderung soll im nächsten Jahr ein „Startup Partner“ als erster Ansprechpartner an Bord kommen. „Diese Person muss echte Gründungserfahrung mitbringen, um ein authentischer und kompetenter Begleiter zu sein“, betont Cracau. Den entscheidenden Hebel sieht er letztlich in der Praxisnähe: „Der absolut größte Breaking Point ist Go-to-Market. Durch das projektbasierte Arbeiten an realen Industrieaufgaben ist die Basis für den Marktstart von vornherein viel besser.“ Diese Industriekooperation passiert etwa in einem kürzlich eröffneten gemeinsamen Labor mit Infineon Austria.

Als Vision skizziert Cracau ein noch größeres Ziel: „Letztlich soll der Mehrwert der IT:U darin bestehen, nicht nur Graduates hervorzubringen, die direkt in die Wirtschaft gehen, sondern auch als Anker im Ökosystem für eine Gründungswelle zu stehen und diese institutionell zu begleiten.“ Das könne aber nur mit einem breiten Schulterschluss gelingen – nicht nur mit anderen Unis, wie es etwa mit der „Schwester-Uni“ JKU bereits der Fall sei, sondern auch mit Wirtschaft und Industrie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Denn am Ende ist ganz Österreich nur ein kleines Ökosystem.“

Die Hochlauf- und Entwicklungskurve bleibe jedenfalls steil und anspruchsvoll. Als entscheidender Meilenstein für den weiteren Erfolg der IT:U gilt die anstehende Wahl der Universitätsführung Mitte 2027.

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Das war die Digital Venture Trophy OÖ

  • Zum ersten Mal veranstaltete tech2b gemeinsam mit startup300 und dem OÖ HightechFonds ein Start-up Event – powered by Raiffeisenlandesbank OÖ.
  • Im Zuge der Digital Venture Trophy OÖ waren die Partner gemeinsam auf der Suche nach den innovativsten Startups des Landes.
  • Nach einer Vorselektion der Bewerbungen wurden 10 Start-ups zur Digital Venture Trophy in die Tabakfabrik eingeladen.
  • Die Veranstaltung richtete sich an oö. Start-ups, die unmittelbar vor dem Markteintritt stehen und jene, die bereits am Markt vertreten sind und wachsen.
  • In der Kategorie „Pre-Market“ holte sich NodeVenture den ersten Platz und gewann somit ein 20.000 Euro Investment durch Pioneers Ventures.
  • In der Kategorie „Market-Scale“ wurde 7LYTIX mit dem ersten Preis ausgezeichnet und gewann ein 250.000 Euro Investment des OÖ. HightechFonds.

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