15.04.2026
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Digital Realty: Yves Zischek wird neuer Managing Director für Österreich

Der größte Rechenzentrumsbetreiber Österreichs bekommt einen neuen Ländermanager: Yves Zischek übernimmt als Managing Director die Leitung von Digital Realty in Österreich – und verantwortet zusätzlich den Schweizer Markt.
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Yves Zischek | Managing Director von Digital Realty Österreich | Foto: Digital Realty

Mit Yves Zischek steht ab sofort ein erfahrener Telekom- und Datacenter-Manager an der Spitze von Digital Realty Österreich. Der gebürtige Schweizer bringt mehr als 25 Jahre Führungserfahrung aus Stationen bei Colt, Sunrise und SBB mit und verantwortet neben dem österreichischen auch den Schweizer Markt des Unternehmens.

Seinen akademischen Hintergrund hat Zischek an der Universität Zürich und der University of Strathclyde in Glasgow aufgebaut, wo er Publizistik, Wirtschaftsgeschichte und Strategisches Management studierte. Geboren wurde er 1975 im schweizerischen Lachen.

Neues AI-ready-Rechenzentrum „Vienna13“ kommt Ende 2026

In seiner neuen Rolle setzt Zischek auf den Standort Österreich als europäische Drehscheibe. Er sieht das Land aufgrund seiner geografischen Lage als potenzielles Tor zwischen West- und Osteuropa. Digital Realty errichtet aktuell mit „Vienna13″ ein neues AI-ready-Rechenzentrum in Wien, das bereits Ende 2026 in Betrieb gehen soll und zusätzliche Kapazitäten sowie erweiterte Connectivity bieten wird.

„Rechenzentren sind das Fundament der Digitalisierung und damit die Basis für die künftige Wettbewerbsfähigkeit“, so Zischek. Die neuen Kapazitäten sollen österreichischen Daten ein lokales Zuhause geben und damit die digitale Souveränität stärken.

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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