30.09.2022

A1 Digital Live Summit: „In der Klimakrise braucht es Leadership & Lösungsorientierung“

Beim A1 Digital Life Summit 2022 am Mittwochabend im Wiener MAK standen digitale Lösungen für den Klimawandel im Zentrum. Als Stargast war die US-Umweltschutz-Ikone Erin Brockovich vor Ort.
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A1
v.l.n.r.: A1 CEO Marcus Grausam. Erin Brockovich, A1 Group CEO Thomas Arnoldner | (c) A1/APA Fotoservice Krisztian Juhasz)

Mit Erin Brockovich brachte A1 im Zuge des A1 Digital Life Summit 2022 am Mittwoch einen ganz besonderen Gast nach Wien. Brockovich zählt weltweit zu den bekanntesten Umweltaktivistinnen. In den 1990er Jahren erlangte sie mit einer Sammelklage gegen den US-Konzern Pacific Gas & Electric internationale Bekanntheit, um die Trinkwasserverseuchung des kalifornischen Orts Hinkley zu stoppen. Das Verfahren wurde 1996 mit der Zahlung der Rekordsumme von 333 Millionen beigelegt. Die Geschichte rund um die Sammelklage wurde im Jahr 2000 von Steven Soderbergh verfilmt, wobei Julia Roberts die Hauptrolle im Oscar ausgezeichneten Film spielte.

In der Klimakrise braucht es Leadership

Mit im Gepäck hatte die US-Amerikanerin in ihrer Keynote eine klare Botschaft: In der Klimakrise braucht es Leadership, sowohl in der Gesellschaft, Politik aber auch in der Wirtschaft. Welchen Beitrag dahingehend Unternehmen in der Klimakrise leisten können, wurde auch in einer anschließenden Panel-Diskussion diskutiert. Mit am Podium waren A1 Group CEO Thomas Arnoldner, Staatssekretär für Digitalisierung und Telekommunikation Florian Tursky, die renommierte Neurowissenschaftlerin Maren Urner und der Oxford Universitätsprofessor für Energy & Climate Change Charlie Wilson. 

Erin Brockovich | (c) A1/APA Fotoservice Krisztian Juhasz

Digitalisierung als Schlüssel für die Energiewende & Co

Unter anderem wurde über die Frage diskutiert, welchen Beitrag die Digitalisierung für den Klimaschutz leisten kann. Als Experte für Energie und Klimawandel hob Wilson hervor, dass die Digitalisierung insbesondere für die Energiewende wichtige Voraussetzungen schafft. Die Dezentralisierung von Netzen geht nämlich mit einem erhöhten Koordinierungsaufwand einher, der nur durch die Digitalisierung gestemmt werden kann. Die Digitalisierung würde aber auch neue Lösungen und Effizienzsteigerungen ermöglichen. Als Beispiel führte der renommierte Wissenschaftler digital koordinierte Fahrgemeinschaften, aber auch Telework-Lösungen an, die zu CO2-Einsparungen im Bereich der Mobilität führen. Gleichzeitig müssten allerdings auch Rebound-Effekte berücksichtigt werden, da die Digitalisierung auch mit einem erhöhten Stromverbrauch einhergeht.

v.l.n.r.: Staatssekretär für Digitalisierung Florian Tursky, A1 Group CEO Thomas Arnoldner, Erin Brockovich, Prof. Charlie Wilson, Prof. Maren Urner, Nadja Bernhard | (c) A1/APA Fotoservice Krisztian Juhasz

ESG als Teil der Unternehmensstrategie

Wie A1 Group CEO Thomas Arnoldner weiters ausführte, betreibt A1 als erster Kommunikationsanbieter Österreichs sein Netz seit 2014 zu 100 Prozent CO2-neutral. Möglich macht dies unter anderem der Einsatz von 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie. „ESG steht im Zentrum unserer Unternehmensstrategie“, so Arnoldner. Investitionen in Nachhaltigkeit seien nicht nur aufgrund des erhöhten Regulationsdruck erforderlich, auch immer mehr Kund:innen und Business-Partner:innen würden dies einfordern, so der A1 Group CEO. Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, hat A1 in den vergangen Jahren ein breites Portfolio an nachhaltigen Lösungen auf den Markt gebracht, wobei auch intensiv mit Startups zusammengearbeitet wird. Ein weiterer ESG-Aspekt umfasst zudem die Lieferketten, wobei A1 hier Lieferant:innen genau unter die Lupe nehmen würde, so Arnoldner.

(c) A1/APA Fotoservice Krisztian Juhasz

Investitionen in die Infrastruktur

Mit der digitalen Transformation und dem European Green Deal müssen in den nächsten Jahren gleich zwei große Herausforderungen gemeinsam gestemmt werden, wie Staatssekretär Florian Tursky hervorhob. Dafür benötige es auch massive Investitionen in die Infrastruktur. Die österreichische Bundesregierung hat sich daher bis zum Jahr 2030 den flächendeckenden Breitbandausbau zum Ziel gesetzt. In diesem Zusammenhang verwies der Staatssekretär unter anderem auf die Auszahlung der zweiten Breitbandmilliarde in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Neben einer modernen Infrastruktur müssten künftig zudem auch digitale Skills noch stärker gefördert werden. „Wir wissen, dass in den nächsten Jahren für 90 Prozent der Jobs digitale Skills nötig sind“, so Tursky.

Lösungsorientierung im Kampf gegen die Klimakrise

Lösungsorientiertes Handelns im Zuge der Klimakrise forderte hingegen die renommierte deutsche Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie Maren Urner ein. Einen wichtigen Beitrag leisten dahingehend auch die Medien. Zudem müsste in der Gesellschaft ein neues Narrativ geschaffen werden, das sich den Lösungen im Klimawandel widmet. „Mein Plädoyer für heute Abend und darüber hinaus gilt dem dynamischen Denken, bei dem wir uns vor allem fragen wofür statt wogegen“, so Maren abschließend.


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Der Web Summit in Lissabon | (c) martin pacher / brutkasten

Für viele Gründer:innen aus Österreich ist der Web Summit in Lissabon im November ein Fixpunkt im Kalender. Was am Ende dabei herauskommt, ist jedoch oft Zufall.

„Viele Startups sind nicht gut vorbereitet. Die fangen ein, zwei, drei Tage vorher an, machen vielleicht das eine oder andere Meeting aus und verlassen sich darauf, dass sie zum Österreicher-Abend gehen“, sagt Andreas Jaritz im Gespräch mit brutkasten. Der Serial Founder, der unter anderem das Remote-Work-Startup Emma Wanderer mitgegründet hat und heute in Lissabon lebt, kennt beide Seiten. Mit seinem eigenen Startup war er selbst am Web Summit im Fundraising unterwegs und kam mit zwei Investoren bis zur Due Diligence.

Aus dieser Erfahrung ist nun ein Programm entstanden. Gemeinsam mit Jasper Ettema, Gründer von JET Growth und Initiator der Startup Investment Academy, startet Jaritz heuer das „Lisbon Launchpad“. Die Idee: Startups sollen nicht „kalt“ in den Web Summit gehen, sondern mit ausgearbeiteter Sales-Strategie, geschärftem Pitch und bereits geknüpften Kontakten. “80 Prozent des Erfolgs solcher Veranstaltungsteilnahmen liegt in der Vorbereitung. Wir zeigen den Teilnehmer:innen wie sie das beste aus ihre Teilnahme machen.” 

Zwei Online-Sessions, fünf Tage Lissabon, dann der Summit

Das Programm läuft in drei Phasen. Am 2. Oktober gibt es einen zweistündigen Online-Kick-off, am 23. Oktober eine weitere Online-Session. Vom 4. bis 9. November arbeiten die Teams dann vor Ort in Lissabon mit den Coaches am Markteintritt in Portugal, Sales-Pipeline und Fundraising. Direkt im Anschluss, vom 9. bis 12. November, nehmen sie am Web Summit teil und setzen um, was sie in den Tagen zuvor erarbeitet haben.

Jasper Ettema und Andreas Jaritz, die Initiatoren des „Lisbon Launchpad“ | Foto: zur Verfügung gestell

Inhaltlich stützt sich das Launchpad auf drei Säulen. Erstens die Sales-Strategie mit Ideal Customer Profiles, Buyer Personas, Outreach-Nachrichten und dem Aufbau einer konkreten Pipeline. Zweitens das Fundraising: Finanzierungsbedarf ableiten, Investor:innen-Personas entwickeln, Pitch und One-Pager erstellen. Nach eigenen Angaben erhalten die Teilnehmer:innen dazu Zugang zu einer Investor:innen-Liste mit mehr als 2.500 Einträgen zu über 1.800 europäischen Investor:innen. Drittens der Markteintritt in Portugal und darüber hinaus, etwa in Richtung Südamerika und Afrika, wofür lokale Expert:innen eingebunden werden.

„Ich habe das bei großen Events immer sehr strategisch gemacht. Wie viele Termine machst du aus? Wie sorgst du dafür, dass du nichts dem Zufall überlässt?“, sagt Jaritz. Genau dieses Vorgehen soll im Launchpad vermittelt werden. Die Coachings finden laut Programmbeschreibung in Gruppen- und Einzelformaten statt, jeweils mit einem theoretischen Teil und einer direkten Umsetzung für das eigene Startup. “Wir nehmen dieses Erfolgsformat aus der Startup Investment Academy mit, wo wir einen 100-Prozent-Promotor-Score erreichen haben,” sagt dazu Ettema.

Pitching Night bei den COREangels

Der wohl größte Anreiz liegt in den beiden Side Events, die während der Tage in Lissabon stattfinden. Bei einer Partner Night geht es um den Markteintritt in Portugal, Südamerika und Afrika. Bei einer Investment Night pitchen die Teilnehmer:innen vor Business Angels aus lokalen Netzwerken, darunter den COREangels, einer Angel-Investment-Vereinigung, die laut Jaritz in in mehreren Ländern mit über 300 Angels aktiv zwischen 50.000 und 250.000 Euro investiert. 

Dazu kommt ein weiteres Element, das Jasper Ettema  erst kürzlich fixieren konnte: Jenes teilnehmende Startup, das den höchsten Grad an „Investment Readiness“ erreicht, kommt auf die Shortlist des Investment Committees der COREangels und darf dort pitchen. Ettema und Jaritz wollen außerdem österreichische Business Angels und Investor:innen zu den Side Events nach Lissabon bringen.

Dass die beiden Initiatoren mit dem Format nicht bei null starten, zeigen die Zahlen der Startup Investment Academy in Graz, auf der das Launchpad aufbaut. “Von den 28 Startups, die bislang teilgenommen und gegründet haben, sind laut Ettema alle noch aktiv, sieben davon haben mittlerweile ein Funding abgeschlossen, und eines machte bereits einen Exit. Jaritz selbst war mit dem Grazer Startup FreyZein Teilnehmer der Academy.

Unterstützung durch Advantage Austria, Förderung über GO International

Unterstützt wird das Launchpad von der Wirtschaftskammer Österreich und Advantage Austria in Lissabon. Die Idee zum Programm entstand laut den beiden im Austausch mit Günther Schabhüttl, der die Außenwirtschaft in Lissabon vertritt. Für die Teilnehmer:innen relevant ist vor allem die Förderschiene: Laut Programmbeschreibung können die Kosten für Launchpad und Web Summit inklusive Beratungs- und Reisekosten je nach Situation des Startups über den Internationalisierungsscheck des GO-International-Programms der Wirtschaftskammer Österreich zu 50 Prozent gefördert werden.

Was es kostet

Das Paket umfasst die beiden Online-Sessions, fünf Tage Gruppen- und Einzelcoaching in Lissabon, die Side Events, alle Methoden und Vorlagen. Anreise und Übernachtungen müssen die Teilnehmer:innen selbst organisieren. Für Einzelgründer:innen kostet die Teilnahme 2.990 Euro exklusive Umsatzsteuer, für Zweierteams 4.990 Euro.

Wer sich informieren will, kann dies in drei Online-Info-Calls am 15. September (17 Uhr), am 23. September (17 Uhr) und am 28. September (13 Uhr) tun. Die Anmeldung läuft über die Website des Programms.

Kontakt: 

Jasper Ettema

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