08.10.2021

Digital Days 2021: Was kann Digitalisierung zum Kampf gegen die Klimakrise beitragen?

Die Digital Days 2021 am 18. und 19. Oktober widmen sich dem Zusammenspiel zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das Programm bietet u.a. Keynotes, Diskussionsrunden und Workshops. Auch der Hedy Lamarr Preis wird verliehen.
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Digital Days 2021
Impression von den Digital Days 2020 | Urban Innovation Vienna, David Bohmann
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Wie kann eine Großstadt die Digitalisierung zur Bewältigung der Klimakrise einsetzen? Das ist die zentrale Frage bei den Digital Days 2021, die von Stadt Wien, DigitalCity.Wien und Urban !!Innovation Vienna in Kooperation mit der Erste Bank veranstaltet werden. „Das gemeinsame Ziel ist es, Wien zu der Digitalisierungshauptstadt Europas zu machen“, sagt Stephanie Jakoubi von DigitalCity.Wien. Das Hybrid-Event unter dem Motto „Genial Digital: Das nachhaltige Wien!“ findet am 18. und 19 Oktober im Erste Campus und online statt.

Zentral ist auch bei diesen Digital Days der Vernetzungsgedanke. Die Teilnehmer:innen können mit Expert:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft online und vor Ort diskutieren, sich vernetzen und Ideen und Erfahrungen teilen.

Unterschiedliche Perspektiven auf Digitalisierung & Nachhaltigkeit

Dabei wird das Rahmenthema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. „Wir wollen der Frage nachgehen, ob und wie digitale Technologien bei der Überwindung der Klimakrise helfen können“, sagt Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien. So wird etwa darüber diskutiert, wie digitale Kanäle zur Bewusstseinsbildung eingesetzt werden können, wie durch die Digitalisierung mehr Ressourcen- und Energieeffizienz im Bereich Bauen und Wohnen erreicht werden kann, was digital vernetzte Logistik und Mobilität für eine nachhaltige Stadtentwicklung bedeuten oder wie Automatisierung in der Industrie auch in Sachen Nachhaltigkeit zu mehr Effizienz führen kann.

In weiteren Diskussionen geht es um die Kosten und Nutzen von Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Internet of Things, Blockchain und Big Data sowie um die Vernetzung von Wien mit anderen europäischen Städten im Feld Digitalisierung. „Technologien sind niemals neutral. Sie verändern massiv unser Zusammenleben und unsere Wirtschaft und es wird gesellschaftlich auszudiskutieren sein, wo und wie wir sie zur Anwendung bringen“, sagt dazu Himpele.

Umfassendes Rahmenprogramm bei den Digital Days 2021

Bei den Digital Days 2021 wird aber nicht nur in hochkarätiger Besetzung diskutiert. Teil des Rahmenprogramms sind etwa die Verleihung des Hedy Lamarr Preises der Stadt Wien an heimische Forscherinnen, der „Digital Girls Hackathon“, Workshops für Schüler:innen und Fachexpert:innen, ein „Best of Industry Meets Makers“ sowie Vorträge und ein Expert:innengespräch anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Open Data Wien.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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