21.09.2020

Digital Days 2020 machen Wien zur „digitalen Hauptstadt der Menschen“

Am 30.9. und 1.10. werden die Digital Days der Stadt Wien online übertragen. Unter anderem gibt es News zum Kultur-Token. die Teilnahme ist kostenlos.
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Das waren die Digital Days 2019
Das waren die Digital Days 2019. Im Jahr 2020 wird das Event online übertragen. (c) David Bohmann
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Die Digital Days werden dieses Jahr noch digitaler, denn sie finden von 30. September bis 1. Oktober 2020 auch als kostenlose Onlinekonferenz statt – Vorträge, Pitches und Paneldiskussionen werden live von der Hauptbühne am Erste Campus gestreamt.

Die Workshops und Partnerevents finden virtuell auf der „Bee-Stage“ statt. Als Plattform dient das Networkingtool b2match des gleichnamigen Wiener Startups, mit dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestmöglich vernetzen können. So können noch mehr Interessierte teilnehmen und sich zu digitalen Trends und Innovationen für die Stadt von morgen austauschen.

Video: So werden die Digital Days 2020

Peter Hanke: Alle auf den Weg mitnehmen

Die Digital Days sind eine Veranstaltung der Stadt Wien, der Wiener IKT-Wirtschaft und Urban Innovation Vienna, einem Unternehmen der Wien Holding. Mit dem Motto der diesjährigen Veranstaltung – „Digitale Hauptstadt der Menschen“ – macht die DigitalCity.Wien deutlich, wie wichtig es ist, die Menschen in den Mittelpunkt der digitalen Transformation zu stellen. „Am Weg zur Digitalisierungshauptstadt Europas müssen wir alle Bürgerinnen und Bürger mitnehmen: die Jungen, die in Ausbildung sind, über Erwerbstätige bis hin zu Seniorinnen und Senioren“, sagt Peter Hanke, Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales.

Die Politik müsse allen die Chance geben, in einer digitalen Welt von morgen selbstbestimmt zu handeln. Daher sei das lebenslange Lernen auch ein Kernthema der Digitalisierung. „Die DigitalCity.Wien-Initiative mit ihrem Eventhighlight der Digital Days macht für die Bevölkerung Digitalisierung greifbarer. Nur so können wir gemeinsam eine internationale Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Hanke weiter.

Video: Digitale Bildung in Wien

Inhaltliche Schwerpunkte der Digital Days 2020

Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung steht die Frage, wie Digitalisierung in Sachen Wirtschaft, Bildung, Ethik, Medizin und Sicherheit die Menschen unterstützt, aber auch welche Spannungsfelder sich daraus ergeben. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung halten hierzu Keynotes und laden zum Austausch ein.

„Diese Diskussion mit dem Publikum ist essenziell, um die Anliegen der Bevölkerung zu Themen der Digitalisierung ernst zu nehmen und zu berücksichtigen. Nur so gelingt es, dass der technische Fortschritt nicht die Menschen beherrscht, sondern deren Lebensweise verbessert“, sagt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Damit betont er die Bedeutung dieses Netzwerktreffens, das den Austausch unter Bevölkerung und IKT-Wirtschaft sowie Politik fördert.

Präsentation der digitalen Bildungsstrategie

Eines der Highlights ist die Präsentation der digitalen Bildungsstrategie am Eröffnungstag, die Ende September 2020 im Gemeinderat beschlossen wird. Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky skizziert die Eckpfeiler der Initiative und diskutiert im Anschluss mit Vertreterinnen und Vertretern aus Schulen und dem Bildungswesen.

Neuigkeiten zum Kultur-Token

Covid-19 hat außerdem das Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener und auch das Kulturangebot derart beeinflusst, dass der Testbetrieb des Kultur-Token gestoppt werden musste. Diese Zwangspause erlaubte jedoch Optimierungen. Zurzeit arbeiten die Entwicklerinnen und Entwickler an Produktdesign, Prozessoptimierung, etwa was die „Kassen-App“ für die Abläufe seitens der Kulturinstitutionen betrifft sowie an einem zielgerichteteren „Community-Management“ für die Test-Userinnen und -User. Am 1. Oktober wird bei den Digital Days der genaue Fahrplan für die Wiederaufnahme des Piloten Kultur-Token bekanntgegeben. Denn fix ist: Der Kultur-Token kommt.

Verleihung des Hedy Lamarr Preis 2020

Zum Abschluss des zweitätigen Events verleiht die Stadt Wien gemeinsam mit der DigitalCity.Wien bereits zum dritten Mal den Hedy Lamarr Preis an eine Frau für ihre außergewöhnlichen Leistungen in der Informationstechnologie. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, welche die Urban Innovation Vienna stiftet. Der Hedy Lamarr Preis unterstreicht die Rolle und Bedeutung von Frauen in der IT. Die Nominierten dienen kommenden Generationen als Vorbilder und motivieren junge Frauen, einen Beruf in der IKT-Branche zu ergreifen. Bisherige Preisträgerinnen sind Verena Fuchsberger-Staufer (Universität Salzburg) und Martina Lindorfer (TU Wien).

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Daniel Cracau Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic
Daniel Cracau ist Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Eigentlich, erzählt er, hatte er sich eine berufliche Auszeit vorgenommen, als die IT:U Anfang 2025 bei ihm angeklopft habe. Dort habe man einen „Macher, nicht nur einen Verwalter“ für die Schnittstelle zur Wirtschaft gesucht. „Ich habe mich mit einem radikalen Konzept beworben und gleich klargestellt, dass ich meinen eigenen Kopf habe und Unbequemes anspreche.“ Das Konzept wurde angenommen, Cracau trat im Sommer seinen Dienst an. „It’s my project. I love it, und seitdem bin ich all-in“, sagt er heute.

„Ein System, das sich permanent verändern kann“

Der Reiz der IT:U liege darin, dass sie als öffentliche Hochschule komplett neu errichtet werde, ohne verkrustete Legacy-Probleme. Ziel sei es, zu beweisen, dass man eine moderne Universität von Anfang an richtig konzipieren könne. Das bedeute vor allem auch Wandlungsfähigkeit: „Auf die Frage, wie die IT:U in 15 oder 20 Jahren aussehen wird, antworte ich: ‚Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie auf jeden Fall nicht so aussieht wie heute.‘ Ich glaube, das ist auch der Kern dieses ganzen Projekts: diese Fähigkeit, sich an die Realität der Welt anzupassen.“ IT-Fakultäten an etablierten Universitäten könnten diese Agilität in der vorhandenen Struktur nicht erreichen. „Und wenn wir jetzt kein System bauen, das sich permanent verändern kann, ist die IT:U in zehn Jahren auch veraltet“, so Cracau.

Dieses Umfeld ziehe auch „Rebels“ an, die Dinge neu denken wollen – sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden. „Masterstudierende, die sich trauen, in ein Studium einzusteigen, das keine Referenz hat, haben dieses Pionier-Gen“, ist Cracau überzeugt. Und das brauche man auch für Spinoffs. Auch dass Englisch die offizielle Sprache an der IT:U ist, ziehe eine tendenziell gründungsaffine Zielgruppe an: „Die Ausgründungsrate bei internationalen Studierenden ist bis zu fünfmal höher“, so Cracau.

Gelernt wird an der IT:U projektbasiert in Kleingruppen direkt an Technologien wie Robotik und KI. Das Ziel sei die Verschmelzung von technischer Expertise und Future Skills. Dabei müsse man einem Problem erst interdisziplinär auf den Grund gehen, bevor man es lösen könne. Cracau: „Gründerinnen und Gründer suchen sich ihre Probleme, gehen mit offenen Augen durch die Welt und beißen sich dann an etwas fest, das sie wirklich interessiert.“ Dennoch dürfe man sich beim Thema Ausgründungen keinen Illusionen hingeben: „Die Vorstellung, dass man jede beliebige Forschende oder jeden beliebigen Forscher zu Gründerinnen und Gründern ausbilden kann, ist romantisch.“

Und aktuell befinde sich die IT:U auch noch in einer Bringschuld, die einen zentralen Punkt in der öffentlichen Spinoff-Debatte betrifft: „Wir arbeiten noch an unserer IP-Policy. Die wollen wir Schritt für Schritt aufbauen“, sagt Cracau. Das Ziel sei dabei klar: Sie soll „maximal gründungsfreundlich“ werden. Und er spricht auch das zweite Großthema rund um universitäre Ausgründungen an: den Zugang von Universitäten zu Unternehmensanteilen. „Wenn die Universität früh mit einem hohen Anteil – sagen wir: zehn Prozent – und Mitspracherecht reingeht, killt das die Erfolgschancen des Spinoffs“, warnt Cracau. Internationale Vorbilder wie die ETH Zürich und die TU München mit UnternehmerTUM würden zeigen, dass flache Beteiligungsstrukturen besser funktionieren. „Der Mehrwert kommt langfristig über erfolgreiche Alumni zurück, die das Ökosystem unterstützen“, so Cracau.

Kooperationen im Zentrum

Um angehende Gründer:innen ganz konkret zu fördern, setzt die IT:U auf Begleitung ab Tag eins bereits in der „Welcome Week“. Ausgründen sei „nicht nur eine Möglichkeit, sondern es wird proaktiv gefördert“. Neben dem Aufbau einer eigenen finanziellen Anschubförderung soll im nächsten Jahr ein „Startup Partner“ als erster Ansprechpartner an Bord kommen. „Diese Person muss echte Gründungserfahrung mitbringen, um ein authentischer und kompetenter Begleiter zu sein“, betont Cracau. Den entscheidenden Hebel sieht er letztlich in der Praxisnähe: „Der absolut größte Breaking Point ist Go-to-Market. Durch das projektbasierte Arbeiten an realen Industrieaufgaben ist die Basis für den Marktstart von vornherein viel besser.“ Diese Industriekooperation passiert etwa in einem kürzlich eröffneten gemeinsamen Labor mit Infineon Austria.

Als Vision skizziert Cracau ein noch größeres Ziel: „Letztlich soll der Mehrwert der IT:U darin bestehen, nicht nur Graduates hervorzubringen, die direkt in die Wirtschaft gehen, sondern auch als Anker im Ökosystem für eine Gründungswelle zu stehen und diese institutionell zu begleiten.“ Das könne aber nur mit einem breiten Schulterschluss gelingen – nicht nur mit anderen Unis, wie es etwa mit der „Schwester-Uni“ JKU bereits der Fall sei, sondern auch mit Wirtschaft und Industrie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Denn am Ende ist ganz Österreich nur ein kleines Ökosystem.“

Die Hochlauf- und Entwicklungskurve bleibe jedenfalls steil und anspruchsvoll. Als entscheidender Meilenstein für den weiteren Erfolg der IT:U gilt die anstehende Wahl der Universitätsführung Mitte 2027.

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AI Summaries

Digital Days 2020 machen Wien zur „digitalen Hauptstadt der Menschen“

  • Die Digital Days werden dieses Jahr noch digitaler, denn sie finden von 30. September bis 1. Oktober 2020 auch als kostenlose Onlinekonferenz statt – Vorträge, Pitches und Paneldiskussionen werden live von der Hauptbühne am Erste Campus gestreamt.
  • Als Plattform dient das Networkingtool b2match des gleichnamigen Wiener Startups, mit dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestmöglich vernetzen können.
  • So können noch mehr Interessierte teilnehmen und sich zu digitalen Trends und Innovationen für die Stadt von morgen austauschen.
  • Die Digital Days sind eine Veranstaltung der Stadt Wien, der Wiener IKT-Wirtschaft und Urban Innovation Vienna, einem Unternehmen der Wien Holding.
  • Mit dem Motto der diesjährigen Veranstaltung – „Digitale Hauptstadt der Menschen“ – macht die DigitalCity.Wien deutlich, wie wichtig es ist, die Menschen in den Mittelpunkt der digitalen Transformation zu stellen.
  • Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung steht die Frage, wie Digitalisierung in Sachen Wirtschaft, Bildung, Ethik, Medizin und Sicherheit die Menschen unterstützt, aber auch welche Spannungsfelder sich daraus ergeben.

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