31.07.2025
EXPANSION

Digicust: Schwechater Zoll-Startup expandiert nach Belgien und in die Niederlande

Das Schwechater Zoll-Startup kündigt die Einführung seiner KI-Lösung in Belgien und in den Niederlanden bis Ende 2025 an.
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Digicust, Zoll, Zollabwicklung
(c) Digicust

Das 2020 gegründete Startup Digicust hat eine Software-Suite entwickelt, die Spediteure und Logistiker bei der Zollabwicklung unterstützt. Mithilfe der Software lassen sich zum Beispiel Zollanmeldungen automatisch ausfüllen. Zudem kann der KI-Agent Tarifierungen, Compliance-Prüfungen und Betrugserkennung durchführen. Mit der KI könne man den manuellen Arbeitsaufwand deutlich reduzieren und die betriebliche Effizienz steigern. Zudem würde man die Sicherheit und die Geschwindigkeit der Lieferkette erhöhen, so das Unternehmen (brutkasten berichtete).

Europaweite Expansion

Jetzt kündigt Digicust an, die Zollhilfe auch in Belgien und in den Niederlanden einzuführen. Die Expansion wird durch das Förderprogramm „aws Technologie-Internationalisierung“ der Austria Wirtschaftsservice Gmbh (aws) unterstützt.

Nach dem erfolgreichen Start in Deutschland will Digicust seinen Standort jetzt weiter ausbauen. Brutkasten hat damals über die Expansion nach Deutschland berichtet. „Die Expansion nach Belgien und in die Niederlande ist der logische nächste Schritt auf unserem Wachstumspfad“, erklärt Borisav Parmakovic, CEO von Digicust.

Diese Märkte seien aufgrund ihrer Lage als zentrale europäische Handelsdrehscheiben von großer strategischer Bedeutung. Mit dem KI-Zollagenten wolle man Fehler reduzieren, Kosten sparen und die Kunden an die Spitze der Digitalisierung bringen, so heißt es vom Unternehmen.

Marktstudie

Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an einer Marktstudie, um die spezifischen Marktbedingungen und Kundenanforderungen in Belgien zu analysieren. Bernhard Klug, der die Marktstudie begleitet, betont: „Unsere umfassende Analyse dient nicht nur dem Verständnis der Marktgegebenheiten, sondern beinhaltet von Beginn an den aktiven Dialog mit potenziellen Kunden und Partnern.“

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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