27.04.2023

Dieses Hopfen-Startup schützt Bier vorm Klimawandel

Noch ist nicht Hopfen (und Malz) verloren. Aufgrund heißer Sommer und Extremwetterereignissen fand das spanische Startup Ekonoke eine eigene Methode, Hopfen im Inneren anzubauen.
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Ekonoke, Hopfenanbau, Hopfen, Mühlviertel, bier
(c) Ekonoke - Weniger Wasserverbrauch und weniger Co2 beim Hopfenanbau - damit möchte das Startup Ekonoke punkten.

Die Bierbranche ist in Gefahr: Die Hopfenpflanze, deren leuchtend grüne Blüten seit Hunderten von Jahren zur Aromatisierung und Stabilisierung von Bier verwendet werden, fällt zunehmend dem Klimanotstand zum Opfer, da heißere Sommer und unvorhersehbares Wetter die Erträge und die Qualität verringern. Ekonoke, ein spanisches Startup, hat eine Antwort darauf.

Ekonoke: Geheime Methode verbraucht weniger Wasser

Der jährliche Bierkonsum in Österreich liegt, umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung, bei rund 97 Litern Bier im Jahr. Die größten heimischen Anbaugebiete befinden sich im Mühl- und Waldviertel sowie rund um den südsteirischen Ort Leutschach. Allein im Mühlviertel, das seit dem 13. Jahrhundert Hopfen anbaut, werden auf 168 Hektar bis zu 40 Prozent des Bedarfs für österreichische Brauereien gedeckt.

Trockenheit und Wasserversorgung stellen dabei, nicht bloß in Österreich, Hürden dar. Die Methoden von Ekonoke – die ein streng gehütetes Geheimnis bleiben – sollen eigenen Angaben nach mit dem Innenanbau von Hopfen 15-mal weniger Wasser verbrauchen als der traditionelle Anbau im Freien. Ebenso würden sie einen 15-mal geringeren CO₂-Fußabdruck als der Anbau im Freiland aufweisen. Und da der Hopfen in Innenräumen unter streng kontrollierten Bedingungen angebaut werde, seien keine Pestizide erforderlich.

Sinkende Qualität von Hopfen

Ines Sagrario, Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens, verweist auf einen Bericht von Forschern aus der Tschechischen Republik, die die Qualität und Quantität des in verschiedenen europäischen Ländern angebauten Hopfens über einen Zeitraum von 40 Jahren analysiert haben.

„Sie haben gesehen, dass die Auswirkungen von zwei oder mehr extremen Wetterereignissen sowohl auf die Qualität als auch auf die Quantität enorm sind“, wird sie im Guardian zitiert. „Letztes Jahr zum Beispiel gab es eine brutale Dürre und sehr, sehr hohe Sommertemperaturen. In Deutschland, wo die Temperaturen bis zu 35 oder 38 Grad Celsius erreichten, ging die durchschnittliche Hopfenproduktion pro Hektar um 28 Prozent zurück. In einigen Teilen Deutschlands fielen 80 Prozent der Ernte aus. Der Hopfen, der überlebt hat, war von schlechter Qualität.“

Das Hydrokultur-Hopfenprojekt von Ekonoke hat nach vier Jahren Existenz das Interesse globaler Bierunternehmen geweckt und ist Teil eines von AB InBev – der weltweit größten Brauerei – initiierten Beschleunigungsprogramms.

Ekonoke mit über 4 Mio. Investment

Mit den 4,2 Mio. Euro, die das Unternehmen im vergangenen Jahr in Investitionsrunden erhalten hat, konnte Ekonoke eine 1.200 m² große Pilotfabrik in der nordwestspanischen Region errichten, die Ende Juni fertiggestellt werden soll.

Da das spanische Startup mit seinen Methoden einen 40-mal höheren Hopfenertrag pro Hektar erbringe als der Freilandanbau, könnten große Mengen an Land für die Regeneration des Bodens oder die Wiederaufforstung freigesetzt werden, so die Idee.

Problem: Energiekosten

Ob die spanische Hopfen-Anbau-Methodik wirklich ein Ende der Freiland-Bauern bedeutet, bleibt abzuwarten. Denn, Willy Buholzer, Direktor für globale Hopfenbeschaffung bei AB InBev, sagte gegenüber Reuters, die großen Fragen seien, ob die „sehr vielversprechenden“ Indoor-Farmer die derzeit hohen Energiekosten überstehen könnten und ob sie in einem konservativen und sehr gut etablierten Sektor vorankommen können: „Man sollte die traditionellen (Freiland-)Hopfenbauern nicht unterschätzen. Sie kommen immer wieder mit neuen Ideen daher.“

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Obwohl es keine 2.000 Einwohner:innen hat, ist das burgenländische Dorf Nickelsdorf durchaus bekannt: erstens aus dem bundesweiten Verkehrsfunk wegen des Grenzübergangs zu Ungarn, zweitens für das jährlich stattfindende größte Rock-Festival Österreichs, Nova Rock. Und noch bei einem dritten Thema schlägt der Ort immer wieder medial auf: Energie – brutkasten berichtete erst kürzlich über das von püspök eröffnete zweitgrößtes „Super-Hybrid-Kraftwerk“ Europas.

Ähnliche Dimension wie Kronstorf

Und es dürfte mit eben diesem dritten Thema zusammenhängen, dass nun noch ein viertes hinzuzukommen scheint: Wie das Nachrichtenmagazin profil zuerst berichtete, scheint in Nickelsdorf ein Rechenzentrum in ähnlicher Dimension wie der umstrittene Google-Bau im oberösterreichischen Kronstorf geplant zu sein. Dafür sei kürzlich eine Fläche mit „41 bis 50 Hektar“ im Besitz der Wirtschaftsagentur Burgenland umgewidmet worden.

Bürgermeister: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“

Während sich die Wirtschaftsagentur selbst bei Medienanfragen bislang ausweichend äußert, berichten mehrere Medien mit Bezug auf eine Anfrage der Austria Presseagentur (APA) über ein relativ unmissverständliches Statement aus der Gemeinde: Bürgermeister Gerhard Zapfl gab demnach an, „über ein mögliches Datencenter informiert worden“ zu sein. Viel mehr habe er aber nicht erfahren: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“, so der Bürgermeister gegenüber der APA. Näheres werde er aber erst bei einem Termin Mitte August erfahren, berichtet ORF Burgenland.

„Mehrere Anfragen für Hyperscaler“

Die Flächen rund um Nickelsdorf zählen zu den Windkraft- und Photovoltaik-Hotspots Österreichs – nicht erst durch das neue „Super-Hybrid-Kraftwerk“. Auch Pläne zum Ausbau von Hochspannungsleitung und Umspannwerk gebe es bereits, heißt es bei profil. Entsprechend sind gute Voraussetzungen für ein sehr energieintensives Datencenter gegeben. Wer hinter den Plänen steckt? Es gebe „mehrere Anfragen für Hyperscaler“, heißt es dazu von Netz Burgenland gegenüber der APA. Auch bei der Wirtschaftsagentur Burgenland ist von „mehreren Anfragen für verschiedene Projekte“ die Rede.

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