14.01.2026
WEITERBILDUNG

Diese Weiterbildungstrends prägen Führungskräfte 2026

Für Führungskräfte wird Weiterbildung im Jahr 2026 weniger eine Frage einzelner Skills sein als eine der inneren Haltung und strategischen Orientierung. Das geht aus einer aktuellen Analyse der WU Executive Academy hervor. Demnach stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Führung unter Bedingungen permanenter Unsicherheit neu zu definieren.
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Alexander Bari, Head of Executive Education der WU Executive Academy analysiert Weiterbildungstrends für 2026 (c)WU Executive Academy

Alexander Bari, Head of Executive Education der WU Executive Academy, nennt in einer aktuellen Analyse vier zentrale Schwerpunkte, die für Führungskräfte künftig an Bedeutung gewinnen. Entscheidend sei nicht mehr operative Exzellenz allein, sondern die Fähigkeit, Organisationen auch unter instabilen Rahmenbedingungen handlungsfähig zu halten. Globale Krisen, KI-gestützte Wertschöpfung, neue Regulierungen und ein kultureller Wandel in der Arbeitswelt würden klassische Führungsbilder zunehmend unter Druck setzen.

Purpose als strategischer Referenzpunkt

Ein zentrales Thema bleibt laut WU Executive Academy der Corporate Purpose. Dieser werde zunehmend zur strategischen Leitplanke für unternehmerische Entscheidungen. „Purpose wirkt dabei nicht als moralischer Überbau, sondern als strategischer Referenzpunkt. Er beantwortet die Frage, warum ein Unternehmen existiert – jenseits von Produkten, Märkten oder Quartalszielen“, schreibt Bari.

Resilienz als Eigenschaft von Organisationen

Auch der Begriff Resilienz erfährt laut Analyse eine Verschiebung. Während Resilienz lange als individuelle Belastbarkeit verstanden worden sei, rücke nun die Widerstandsfähigkeit ganzer Organisationen in den Vordergrund. Bari betont, dass Unternehmen weniger linear planen sollten, da Krisen häufig exponentiell wirkten, denn „resiliente Organisationen kalkulieren nicht mit dem Wahrscheinlichsten, sondern mit dem – auch unvorhersehbar – Möglichen.“ Entscheidend seien Strukturen, die dezentrale Entscheidungen ermöglichen, Reserven schaffen und Lernfähigkeit fördern. Resilienz werde damit zu einer strategischen Kernkompetenz und nicht zu einer persönlichen Eigenschaft einzelner Führungskräfte.

Führung zwischen Mensch und KI

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Laut WU Executive Academy verändert KI nicht nur Prozesse, sondern auch Entscheidungslogiken und Machtverhältnisse in Organisationen. „Die Frage ist nicht, welches KI Tool Führungskräfte und ihre Teams verwenden, sondern ob sie verstehen, wie sie auf Strategie, Prozesse und Abläufe wirkt“, erklärt Bari und schreibt in diesem Zusammenhang von hybrider Führung, bei der Menschen und KI-Systeme gemeinsam Wertschöpfung erzeugen. Der regulatorische Rahmen, etwa durch den AI Act, erhöhe zusätzlich die Verantwortung von Führungskräften.

Strategic Foresight statt klassischer Prognosen

Als vierten Schwerpunkt nennt die WU Executive Academy Strategic Foresight. Angesichts immer kürzerer Planungshorizonte gehe es weniger darum, die Zukunft exakt vorherzusagen, sondern darum, mit Unsicherheit systematisch umzugehen. Unternehmen, die mehrere plausible Zukunftsszenarien gleichzeitig berücksichtigen, könnten Entscheidungen robuster treffen. „Damit verschiebt sich auch unser Führungsverständnis: Führung heißt nicht mehr nur, den besten Plan zu haben, sondern mit Unsicherheit souverän umzugehen. Strategic Foresight wird zur Kernkompetenz, weil sie Organisationen befähigt, nicht nur auf Veränderungen zu reagieren, sondern sie aktiv mitzugestalten“, erklärt Bari.

Executive Education 2026 legt ihren Fokus also stärker auf Denkweisen, Haltung und langfristige Orientierung und Weiterbildung wird damit zu einem zentralen Faktor strategischer Unternehmensführung.

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NovaLabs
© NovaLabs - Gründer von NovaLabs: Christian Gubik und David Schweiger (v. l.).

NovaLabs ist ein steirischer Produzent von Nahrungsergänzungsmitteln und hat seit der Gründung vor rund fünf Jahren den Umsatz jährlich verdoppelt: Allein heuer sollen 25 Millionen Euro erwirtschaftet werden, so das Ziel.

NovaLabs: Drei Millionen Euro in neue Anlagen

Das Wachstum veranlasste die beiden Gründer und Geschäftsführer David Schweiger und Christian Gubik nun zum nächsten Expansionsschritt: Nachdem heuer bereits rund zwei Millionen Euro in den Aufbau des kürzlich eröffneten zweiten Standorts in Graz-Rudersdorf geflossen sind, werden bis Jahresende weitere drei Millionen Euro in neue Maschinen und Anlagen investiert.

„Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel – von Proteinen und Kollagen über Vitamine bis hin zu Mineralstoffen – wächst extrem stark. Wir haben uns als Produzent mit hohem Qualitätsanspruch einen Namen gemacht. Mit der aktuellen Investition bauen wir unsere Kapazitäten gezielt aus, um mit der steigenden Nachfrage Schritt halten zu können“, erklärt das Gründerduo unisono.

Im Mittelpunkt des Investitionsprogramms stehen zwei neue Verpackungslinien für Kapseln am Standort Graz-Rudersdorf. Auch am Hauptsitz in Graz-Straßgang wird die Produktion erweitert: Eine neue Füllmaschine dosiert pulverförmige und optional auch flüssige Produkte automatisiert in Stickpacks. Ergänzt wird die Anlage durch eine neue Standbodenbeutel-Linie für wiederverschließbare Pulververpackungen sowie einen Pick-and-Place-Roboter. Damit soll vor allem die steigende Nachfrage nach pulverförmigen Produkten, insbesondere Kollagen, abgedeckt werden.

„Pulver im Standbodenbeutel oder in den Stickpacks ist derzeit eines der großvolumigsten Segmente am Markt. Gleichzeitig sehen wir weiterhin eine sehr starke Nachfrage nach Kapseln in unterschiedlichsten Formen und Rezepturen“, sagt Schweiger. Die neuen Anlagen werden dem Unternehmen zufolge sukzessive in den kommenden Wochen geliefert beziehungsweise in Betrieb genommen. Bis Jahresende soll das gesamte Investitionsprogramm umgesetzt sein.

Neue Mischhalle

Auch am Grazer Hauptsitz wird erweitert: In die bestehende Produktion wird eine neue Mischhalle mit drei Anlagen integriert. Dort werden Rohstoffe künftig automatisiert eingewogen, zugeführt und weiterverarbeitet. Zum Einsatz kommt unter anderem ein Kugelmischer mit einem Fassungsvermögen von rund 2.000 Litern. Zwei gegenläufig arbeitende Wellen würden dabei für eine gleichmäßige Durchmischung sorgen. Der Mischvorgang soll dadurch von bisher bis zu 20 Minuten auf rund 90 Sekunden verkürzt werden.

Dabei gehe es aber nicht nur um Geschwindigkeit, sagt Schweiger: „Die immer komplexeren Zusammensetzungen stellen auch höhere Ansprüche an die eingesetzte Mischtechnologie. Bei einer Rezeptur können beispielsweise mehrere hundert Kilogramm eines Rohstoffes mit nur wenigen Gramm eines anderen Wirkstoffes kombiniert werden. Auch bei diesen Kleinstmengen muss am Ende eine gleichmäßige Verteilung im gesamten Produkt sichergestellt werden.“ Das Gründer-Duo sieht darin auch einen Beleg für eine sich immer stärker professionalisierende Branche: „Was vor wenigen Jahren mit klassischen Fassmischern ausreichend war, genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr.“

NovaLabs-Umsatz genährt durch Export

Bemerkenswert ist zudem, dass rund 50 Prozent des NovaLabs-Umsatzes mittlerweile im Export erzielt werden. Deutschland ist mit rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes inzwischen der wichtigste Auslandsmarkt. Weitere Produkte gehen unter anderem in die Schweiz, nach Belgien und Frankreich. Über Kunden und Vertriebspartner gelangen die in der Steiermark hergestellten Nahrungsergänzungsmittel darüber hinaus bis nach Dubai und China. „Unsere Kunden wachsen – und wir mit ihnen. Gleichzeitig gewinnen wir laufend neue Aufträge. Unsere Aufgabe ist deshalb, die Produktion heute bereits so aufzustellen, dass sie auch mit den Mengen von morgen umgehen kann“, sagt Gubik.

Der Expansionskurs macht sich bei NovaLabs auch bei der Beschäftigung bemerkbar. Anfang des Jahres verfügte NovaLabs über 76 Mitarbeiter:innen. Rund 30 zusätzliche Stellen wurden 2026 bislang geschaffen – die Beschäftigtenzahl ist damit auf über 100 gestiegen. Weitere Neueinstellungen sind bis Jahressende geplant.

„Je automatisierter und größer wir werden, desto wichtiger werden Menschen, die Prozesse verstehen, Anlagen beherrschen und unsere Strukturen mitentwickeln“, erklärt Schweiger. Für ihn und Co-Gründer Gubik ist die Millioneninvestition daher weniger Abschluss der jüngsten Expansion als Vorbereitung auf die nächste Wachstumsstufe, so die Geschäftsführer: „Am ursprünglichen Ziel hat sich nichts geändert: Wir sind angetreten, um Europas führender Produzent für Nahrungsergänzungsmittel zu werden. Dafür schaffen wir jetzt die industrielle Basis.“

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