22.11.2018

Diese heimischen Startups haben Black Friday Angebote

Gastbeitrag. Der Black Friday hat mittlerweile auch in Österreich Tradition. Kaum ein Unternehmen lässt die Chance aus, seine Umsätze durch stark reduzierte Preise aufzubessern. Jedoch nicht nur etablierte Unternehmen greifen auf diese Strategie zurück, auch heimische Startups haben den Trend erkannt.
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Black Friday
(c) fotolia /weedezign

Morgen ist es wieder soweit: Schnäppchenjäger dürfen sich am Black Friday auf stark reduzierte Preise freuen. Doch was steht hinter dem „Black Friday“ und warum wird er „schwarz“ genannt? Der Begriff kommt, wer hätte es anders erwartet, aus den USA. Hier wird am vierten Donnerstag im November Thanksgiving gefeiert. Am darauffolgenden Freitag haben die meisten Amerikaner frei und somit Zeit zum Shoppen. Die Wirtschaft wird dabei so gut angekurbelt, dass rote zu schwarzen Zahlen werden. Unternehmen können somit Verluste, die über das Jahr aufgebaut wurden, abbauen und ihre Bilanzen aufbessern. Dementsprechend könnte man den Tag auch als „Break-Even-Tag“ bezeichnen.

Sunnybag

Das österreichische Startup Sunnybag entwickelte Produkte zur mobilen Energieversorgung für unterwegs. Dazu zählen Solartaschen, Solarrucksäcke und Outdoor-Solarladegeräte. Zum Black Friday bietet das Startup seinen neuen Sunnybag Iconic Rucksack um 33 Prozent vergünstigt an. Zusätzlich gewährt Sunnybag mit dem Code 15MORE einen Discount von 15 Prozent auf bereits reduzierte Ware.

Sunnybag
(c) Sunnybag: Solar Rucksack ICONIC

Zeppy

Zeppy entwickelte einen Bluethooth-Lautsprecher, der nicht nur schwimmt, sondern auch sanddicht ist. Mit einer Befestigung kann der Speaker auch am Rad montiert werden. Als Black Friday Special bietet das Startup die Zeppy soundbuddy black edition für minus 35 Prozent an. Einfach den Code BLACK2018 im Online-Shop eingeben.

Zeppy
(c) Zeppy: Black Sound Buddy

Luke Roberts

„Ein sonniger Winter“, so lautet der Slogan des Wiener Startups Luke Roberts, das eine intelligente Lampe entwickelt hat. Mit ihr können individuelle Lichtstimmungen durch simple Gesten auf Smartphone oder Tablet kreiert werden. Eine Lichtlenk-Technologie ermöglicht es, das Licht genau dorthin zu lenken, wo man es haben möchte. Von Freitag bis Samstag gibt es das Model F White bei einem Popup-Event um 555 Euro anstatt 699 Euro. Die letzten Modelle der Limited Color Edition sind um 649 Euro anstatt um 749 Euro erhältlich.

Luke Roberts
(c) Luke Roberts

Tractive

Damit sich am Black-Friday nicht nur der Mensch erfreut, sondern auch sein bester Freund, der Hund, wartet das oberösterreichische Haustier-Startup Tractive mit einer eigenen Black Friday Aktion auf. Tractive hat einen GPS-Tracker für Hunde entwickelt. Im Onlineshop bietet das Startup sein Produkt mit minus 40 Prozent an.

Tractive
(c) tractive

Flying Tent

Outdoor-Fans kommen bei  flying tent auf ihre Kosten. Das Kärntner Startup hat ein Einmann-Zelt entwickelt, das man zwischen Bäumen aufhängen und als Hängematte sowie Regen-Poncho verwenden kann. Das Zelt gibt es im Online-Shop (Anbieter Campfire) noch drei Tage lang statt 299 um 179,90 Euro zu haben.

Rudy games

Rudy games ist ein Linzer Spielehersteller, der sich auf eine Kombination von Brettspielen mit Tablets und Smartphones spezialisiert hat. Im Webshop bekommen Kunden bis 26. November 40 Prozent Rabatt.

factory300

Die factory300 wird zum Black Friday ihrem Namen gerecht und bietet einen 300 Euro Rabatt auf ihre family membership (yearly) an. Mitglieder der factory300, die in der Linzer Tabakfabrik angesiedelt ist, erhalten dadurch Zugang zur factory300 Community und Networking-Events. Zudem sind Workshops und Events inkludiert. Das Angebot gilt bis einschließlich Sonntag. Gültig für alle Neuabschlüsse einer family membership (yearly payment) und bei Upgrade von “fan auf family”. 

Saturo Foods     

Das Wiener Startup Saturo hat ein Getränk auf den Markt gebracht, das eine vollständige Mahlzeit ersetzen und für ca. drei Stunden satt machen soll. Im Online-Shop erhalten Kunden noch für zwei Tag bis zu 30 Prozent auf alle Limited Editions.

Pioneers

Auch Pioneers geht mit einer eigenen Black Friday Aktion an den Start. Alle, die zwischen Freitag den 23. und Sonntag den 26. November ein Ticket für eine Pioneers-Veranstaltung buchen, erhalten dieses um 15 Prozent reduziert. Der Code dafür lautet: BLACKFRIDAY2018

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Serbien: Grüner Wasserstoff aus dem Kohleland?

Die EU fördert neue Wasserstoffprojekte in Serbien. Deutschland sieht in dem Land gar einen möglichen Lieferanten für Europa. Vor Ort zeigt sich: Es fehlen Strom aus Wind und Sonne, klare Regeln und eine Verwaltung, die sie umsetzt. Chancen für die internationale Wirtschaft gibt es trotzdem, nur nicht dort, wo man sie zuerst vermutet.
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Ein Elektrobus der Belgrader Verkehrsbetriebe lädt an einer Schnellladestation von Siemens. | (c) Alexandra Polic

Belgrad steht. Auto an Auto schiebt sich durch die Stadt, dazwischen fahren Busse, die ihr erstes Leben woanders verbracht haben: in Deutschland oder in Österreich zum Beispiel. Manche tragen noch die alten Aufkleber. „Notausstieg” steht da auf Deutsch auf einem Fenster, mitten in Serbiens Hauptstadt.

Es verwundert also wenig, dass einem in neun Tagen in Serbien nur eine einzige Haltestelle mit E-Bussen auffällt. Immerhin gab es die zu Lebzeiten der nun serbischen Busse in deutschsprachigen Ländern kaum. Aufhalten lassen sich ausländische Firmen dadurch nicht. In Belgrad verkauft etwa der chinesische Konzern BYD Elektroautos. Nur: Auf der Straße sieht man kaum welche. Trotzdem sollen ausgerechnet hier, in einem Land mit fossilem Antrieb, neue Wasserstoffprojekte entstehen, gefördert aus europäischen Ländern, zum Teil sogar aus Mitteln der EU. Woran liegt das?

Europas große Wette auf grünen Wasserstoff

Zum einen drängen die Ziele: Bis 2030 will die EU zehn Millionen Tonnen grünen Wasserstoff selbst produzieren und ebenso viel importieren. So steht es im REPowerEU-Plan. Es ist eines der ambitioniertesten industriepolitischen Vorhaben der Union und ein zentrales Werkzeug, um im Wettbewerb mit den USA und China zu bestehen. Der Draghi-Report 2024 nennt hohe Energiekosten und Importabhängigkeit als Hauptgrund, warum Europas Industrie zurückfällt. Seine Forderung: dekarbonisieren.

Grüner Wasserstoff kann dabei helfen. Er funktioniert dort, wo direkte Elektrifizierung an Grenzen stößt, etwa in Stahl, Chemie, Schifffahrt und Schwerlastverkehr, und ersetzt fossile Importe. Er ist Klima-, Industrie- und Souveränitätspolitik in einem. Hergestellt wird er in Elektrolyseuren: Anlagen, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Grün ist er nur, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt.

Aber der Hochlauf stockt. Die Produktion ist teuer, die Infrastruktur fehlt. 2024 waren in der EU laut European Hydrogen Markets Monitoring Report 308 Megawatt Elektrolysekapazität installiert. Vorgesehen waren 6.000. Bis 2030, so sieht es die EU-Wasserstoffstrategie vor, sollen es 40.000 werden.

Serbien: Ein Kandidat ohne Plan

Während Spanien als Vorreiter gilt und in Österreich mit 140 Megawatt die bisher größte Elektrolyseanlage des Landes entsteht, versuchen europäische Akteure auch den serbischen Markt zu erschließen. Dabei fehlt Serbien bis heute eine nationale Wasserstoffstrategie.

Politisch ist das Land seit 2012 EU-Beitrittskandidat und aktuell so weit von einer Mitgliedschaft entfernt wie lange nicht. Im jüngsten Fortschrittsbericht attestierte die EU-Kommission Serbien das schlechteste Zeugnis aller Kandidaten, die Reformen seien zum Stillstand gekommen. Proteste, Korruptionsvorwürfe und Neuwahlen Ende Oktober halten das Land in Aufruhr. Kann aus einem Beitrittskandidaten ohne Strategie ein Energiepartner werden? Und was heißt das für alle, die dort investieren wollen?

Im Navigator Business Center in Novi Beograd sind zahlreiche Unternehmen und Startups angesiedelt. | (c) Alexandra Polic

Keine Nachfrage für Wasserstoff

„Alle vier Jahre wird Wasserstoff zum wichtigsten Thema, und dann verschwindet er wieder von der Agenda. Gerade sind wir eher unten auf der Kurve. Die Investitionen rund um Wasserstoff sind so niedrig wie seit Jahren nicht”, sagt Rahul Mishra, Co-Founder von The Energy Bridge. Die Wiener Plattform bringt Forscher:innen, Unternehmer:innen und Investor:innen zusammen. „Serbien ist auf jeden Fall ein interessanter Ort für erneuerbare Energien. Was grünen Wasserstoff betrifft, bin ich mir allerdings nicht so sicher”, sagt Mishra. Grüner Wasserstoff mache nur dort Sinn, wo es bereits einen hohen Anteil an erneuerbarer Energie gebe.

Aber von Serbiens heimischer Energieproduktion entfielen laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) 2024 rund 70 Prozent auf fossile Brennstoffe, während Sonne, Wind und andere Erneuerbare zusammen nur etwa 1,4 Prozent beitrugen. Damit fehlt genau die Voraussetzung, die Mishra nennt. Dazu kommt ein Richtungswechsel in Brüssel: Mit ihrem im Juli präsentierten Elektrifizierungsplan setzt die EU-Kommission stärker auf Strom als auf Wasserstoff.

Tiefschwarz

Viele Menschen in Serbien sagen unabhängig voneinander das Gleiche: dass das Land tiefschwarz ist. Schwarz steht in diesem Fall für Kohle. Wasserstoff ist in Serbien ein Thema für einen kleinen Kreis von Fachleuten. Selbst manche Institutionen zeigten sich auf Anfrage überrascht, dass es solche Projekte im Land gibt. Das serbische Energieministerium hat auf Anfragen nicht reagiert.

Warum Projekte feststecken

Dabei haben in den vergangenen Jahren vor allem deutsche Firmen versucht, den serbischen Wasserstoff-Sektor aufzubauen. Laut Informationen der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer (AHK) steckt ein Pilotprojekt gerade wegen regulatorischer Probleme in der Planung fest. Selbst für Pilotprojekte fehlen also Verordnungen, etwa zur Sicherheit.

Erst im Jänner hat Serbien ein nationales Gesetz zu CO₂-Emissionen eingeführt, das dem EU-Emissionshandel entsprechen soll. Wasserstoff fehlt darin, obwohl er unter den EU-Grenzausgleich CBAM fällt. Die Kammer hatte dessen Aufnahme in der öffentlichen Konsultation gefordert, blieb damit aber erfolglos.

Viele Ankündigungen, wenig Umsetzung

Ilija Batas-Bjelić forscht am Institut für Technische Wissenschaften der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (SANU). Er modelliert Energiesysteme, mit dem seines Landes hat er sich umfassend auseinandergesetzt. Sein Fazit: „Im Grunde gibt es hier kein System.” Ein echtes Energiesystem verbindet viele verschiedene Komponenten zu einem funktionierenden Ganzen: Kraftwerke, Netze, Verbraucher:innen sowie unterschiedliche Sektoren wie Strom, Wärme und Transport. In Serbien fehlt diese Verzahnung bisher.

Laut Batas-Bjelić liegt das Land in der Energiewende rund zwanzig Jahre zurück, weil Kohle für das Finanzministerium die zentrale Einnahmequelle bleibt und notfalls sogar importiert wird. Das Energieministerium habe zwar viel Arbeit in Regulierung und Gesetzgebung gesteckt, aber für die Umsetzung fehle alles: das Geld, das Fachpersonal und die Infrastruktur. „Es gibt viele Ankündigungen, aber es passiert nichts”, sagt er.

Wer trotzdem baut

„Generell halte ich Wasserstoff für diese Region für etwas zu teuer”, sagt der Forscher. „Von Fall zu Fall kann sich Wasserstoff wirtschaftlich lohnen und für Banken finanzierbar sein”, erklärt er. Den Anstoß erwartet er vor allem von kleineren Unternehmen. Solarstrom und PV-Anlagen seien billig, die Gasversorgung bleibe unsicher. Wer eine eigene PV-Anlage betreibt, könne damit auch vor Ort Wasserstoff erzeugen.

Die Theorie bestätigt sich in der Praxis. Nach Informationen aus dem Umfeld der deutschen Entwicklungsbank KfW kommt derzeit nur ein Wasserstoffprojekt im Land wirklich voran: das eines privaten Transportunternehmens nahe Belgrad. Es will Strom aus einer eigenen Solaranlage in Wasserstoff für die eigenen Lkw umwandeln, die Tankstelle soll bis Mitte 2027 in Betrieb gehen. Das Projekt ist aus Eigenmitteln finanziert. Der Aufwand für Förderungen stand in keinem Verhältnis zur Summe. Wer in Serbien auf Wasserstoff setzt, ist bisher auf sich allein gestellt. Aber was heißt das für jemanden, der investieren will?

Wo der Markt wirklich liegt

Die Gesprächspartner:innen zeigen alle in dieselbe Richtung, und sie zeigt nicht auf Wasserstoff. Batas-Bjelić beobachtet, dass derzeit ausschließlich kleine Solarprojekte tatsächlich gebaut werden, während größere Vorhaben liegen bleiben, und erwartet den Anstoß von Unternehmen selbst. Wer in Serbien in Erneuerbare investieren will, muss also kleiner denken: bei Anlagen für den Eigenverbrauch von Betrieben.

Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer verweist auf eine konkrete Lücke, die auch für österreichische Investor:innen interessant sein könnte: Deutsche Firmen haben in Serbien längst selbst Photovoltaik installiert und ihre Prozesse optimiert, um auf das CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM der EU vorbereitet zu sein. Ihre kleineren serbischen Zulieferer haben das nicht. Deren Emissionen schlagen nämlich auf die Klimabilanz ihrer internationalen Abnehmer durch. Und genau dort sei Raum für Investitionen.

Für alle Bereiche rät Daniel Schaub von The Energy Bridge, lokale Akteure einzubeziehen. „Wenn die Community rund um ein Projekt dagegen ist, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Die Community einzubinden, senkt dieses Risiko, und das ist bei Investitionen wichtig.” Wissenstransfer und lokale Arbeitsplätze gehören für ihn dazu.

Bei grünem Wasserstoff ist Serbien noch nicht so weit. Wer dort trotzdem investieren will, sollte beim Fundament anfangen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort.


Dieser Beitrag ist im Rahmen von „eurotours 2026″ entstanden, einem Projekt des Bundeskanzleramts, finanziert aus Bundesmitteln.

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