15.05.2025
GLOBALER WETTBEWERB

Diese 9 Startups stehen im Österreich-Finale von Climate Launchpad

Das Climate Launchpad – und der damit weltweit größte Wettbewerb für grüne Geschäftsideen – geht in die nächste Runde. Neun österreichiche Startups konnten sich für das nationale Finale qualifizieren.
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9 Finalisten Startups treten am 17. April an. (c) Climate Launchpad
Die 9 Finalisten-Startups der Österreich-Vorentscheidung des Climate Launchpad | (c) Climate Launchpad

Das zweitägige Auftakt-Event – das Climate Launchpad Bootcamp – fand am letzten April-Wochenende statt. Unter Anleitung internationaler Expert:innen arbeiteten die teilnehmenden Teams intensiv an der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle, Impact-Strategien und Pitch-Fähigkeiten. Am 17. Juni 2025 treten die neun Startups im Rahmen des Speak Out Festivals beim österreichischen Climate-Launchpad-Finale im Wiener Museumsquartier gegeneinander an. brutkasten berichtete bereits.

Finale im Museumsquartier

Ziel der Teams ist es, sich zunächst für das regionale und in weiterer Folge für das globale Finale zu qualifizieren. Dieses wird heuer erstmals im Rahmen des neu geschaffenen Climate Innovation Festivals (CIFE) in Wien ausgetragen. Mit der Premiere bringt das CIFE nicht nur eine internationale Bühne für ClimateTech-Innovationen nach Österreich, sondern eröffnet gleichzeitig neue Chancen für Fördermittel, Investor:innenkontakte und erhöhte Sichtbarkeit für die teilnehmenden Startups.

Die neun Finalisten-Startups im Kurzporträt:

Agri Spectra AI
Das im Januar 2025 gegründete Unternehmen mit Sitz in Wien setzt Drohnen sowie hyperspektrale Bildgebung ein, um Krankheiten in landwirtschaftlichen Kulturen frühzeitig zu erkennen. Auf diese Weise will Agri Spectra AI Ernteverluste reduzieren und die Landwirtschaft effizienter gestalten.

Aerovia
Das Startup entwickelt vertikale Windturbinen, um die Energieerzeugung direkt in Städten zu ermöglichen. Aerovia verfolgt das Ziel, urbane Räume in unabhängige Energiezentren zu verwandeln und insbesondere in den Wintermonaten Energiedefizite auszugleichen.

EcoMycel
EcoMycel setzt auf zirkuläre Baustoffe wie Pilzziegel, die aus Myzel – der wurzelähnlichen Struktur von Pilzen – hergestellt werden. Diese Materialien sollen konventionelle Baustoffe ersetzen und den Städtebau nachhaltig transformieren.

Minimist
Die Plattform des 2024 gegründeten Wiener Startups nutzt Machine Learning, um Second-Hand-Plattformen zu optimieren. Sie verbessert den Verkaufsprozess durch intelligente Objekterkennung und automatisierte Preisvorschläge. Brutkasten hat berichtet.

NEWORN GmbH
Neworn, gegründet 2023 in Wien, betreibt eine App-basierte Plattform für Secondhand- sowie unverkaufte Baby- und Kinderkleidung. Ein integriertes Treuepunktsystem belohnt nachhaltiges Konsumverhalten durch Vorteile bei über 20 Partnerunternehmen. Brutkasten hat berichtet.

RePlace
RePlace ist ein von der EU unterstütztes Projekt, das von der Österreichischen Energieagentur (AEA) in Wien koordiniert wird. Es fördert den Austausch veralteter Heiz- und Kühlsysteme und zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu senken sowie den Anteil erneuerbarer Energien europaweit zu steigern.

SolarWing
Das oberösterreichische Startup, gegründet im Jahr 2024, entwickelt innovative Solarlösungen, die direkt in Elektrofahrzeuge integriert werden. Der sogenannte „SolarWing“ entfaltet sich wie ein Flügel über dem Fahrzeug und ermöglicht ein autarkes Aufladen durch Sonnenenergie – unabhängig von externer Ladeinfrastruktur.

Terraformer
Das Wiener Startup entwickelt klimapositive Lösungen im Bereich Bioenergie mit CO₂-Abscheidung (BECCS). Terraformer möchte damit aktiv zur Erreichung europäischer Klimaziele beitragen und gleichzeitig skalierbare Technologien zur Kohlenstoffbindung anbieten.

Troponaut

Das Wiener Startup entwickelt autonome, wasserstoffbetriebene Luftschiffe.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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