11.11.2015

Diese 3 Punkte überzeugen Investoren

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Alberto Sanz ist ein alter Hase im Online-Business. Der Österreicher war Manager bei eBay Österreich & Schweiz und ging dann nach Deutschland, um die Geschäftsführung der Autoscout24-Gruppe zu übernehmen. Jetzt ist er als Geschäftsführer des juristischen Fachverlags LexisNexis nach Wien zurückgekehrt und investiert selbst in Startups – etwa in die Immobiliensuchmaschine Zoomsquare. Dem Brutkasten hat Sanz anhand von Zoomsquare verraten, auf was er bei Startups besonders achtet.

1. Gibt es einen Markt?

Sanz erklärt anhand von Zoomsquare: „Das Konzept Anzeige gibt es schon länger als wir auf der Welt sind – Suchen und Finden wird es immer geben. Und bei welcher Anzeigenart wird am meisten Geld bewegt? Das ist das Immobilienanzeigengeschäft – in allen Ländern.“

2. Gibt es einen Mehrwert für den Kunden?

Sanz: „Brauchen wir die X-te Immobilienplattform? Eigentlich ist die Antwort Nein. Es braucht aber eine, die etwas kann, was andere nicht können. Bei Zoomsquare hat man als Suchender auf einer Plattform den gesamten Markt abgebildet. Die nächste Frage: Metasuchmaschinen hat auch schon jemand erfunden. Die meisten Metasuchmaschinen durchsuchen nur große Plattformen und holen sich dort nur jene Daten, die auf allen diesen Plattformen verfügbar sind. Die Informationsdichte beschränkt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Zoomsquare geht einen komplizierteren Weg und reichert die Daten an mit Informationen, die die Plattformen oft nicht einmal selbst haben.“

3. Wie stabil ist die Geschäftsidee?

Sanz: „Hat man die Möglichkeit die Idee so schnell umzusetzen, dass es andere nicht auch einfach machen? Da spielt bei Zoomsquare die Anhängigkeit von den Ausgangsplattformen eine Rolle. Klassische Metasuchen holen sich alle Daten von zwei bis drei großen Plattformen – wenn eine den Hahn abdreht, ist die Metasuche am Ende. Zoomsquare greift auf 90 Prozent der Anzeigen-Websites zu und holt sich die Informationen auch bei den Maklern selbst. Damit ist Zoomsquare relativ unabhängig. Der anderer Punkt: Anzeigen sind ein lokales Geschäft und Österreich ist recht klein. Die Frage ist also auch, ob man das Produkt einfach replizieren kann. Das trifft auf Zoomsquare zu“.

+++ Mehr zum Thema: Von der Idee zum Businessplan – So klappt’s! +++

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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