09.03.2022

Die Wiedergeburt von LimeWire: mit Gebrüdern Zehetmayr und Wu-Tang Clan

LimeWire: Eine alte Melancholie kehrt zurück. Jedoch mit neuem Style.
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LimeWire, Wu-Tang, NFT,
(c) Pacher/Brutkasten - Die Gebrüder Zehetmayr mit "alter" Software zu neuen Wegen.

Napster ist vielen heute noch ein Begriff aus dem Ende der 90er Jahre. Illegaler Download von Files und Musikdateien erlebte damals eine Hochblüte. Sein quasi Nachfolger, LimeWire, ermöglichte es ebenfalls, Musik, Bilder, Software und auch Videos herunterzuladen und wurde zu einer der meistgenutzten P2P-Software seiner Zeit. Nach einem Rechtsstreit mit der „Record Industry Association of America“, kurz RIAA, und einer Klage über 75 Billionen US-Dollar, entschied ein Richter 2010, dass der Download-Dienst seine Aktivitäten einstellen muss, nannte aber die geforderte Summe der RIAA „absurd“. Schlussendlich musste LimeWire 100 Millionen US-Dollar der Musikindustrie zahlen.

Nun wird die Plattform im neuen Gewand wiederbelebt und soll als NFT-Marktplatz seinen Erfolgsweg wieder aufnehmen. Mit dabei Paul und Julian Zehetmayr. Und Wu-Tang Clan Manager Tareef Michael. Als COO wird Marcus Feistl von Bitpanda agieren.

Im Detail: Der Dienst wird im Mai als Marktplatz für den Handel mit Non-Fungible-Tokens und digitalen Vermögenswerten neu starten. Er soll Usern ermöglichen, seltene Gegenstände wie limitierte Ausgaben, unveröffentlichte Demos und digitale Fanartikel zu kaufen und zu tauschen. Die österreichischen Brüder Julian und Paul Zehetmayr kauften letztes Jahr das geistige Eigentum und andere Vermögenswerte von LimeWire.

Zehetmayrs: Zwei Exits später

Vorgeschichte: Es war 2014 als der Wiener Julian Zehetmayr mit nur 22 Jahren seinen ersten Startup-Exit hinlegte. Damals verkaufte er das Mobile-Advertising-Startup Mobfox für 17,6 Millionen Euro an den israelischen Matomy-Media-Konzern. Über Nacht wurde er so zum jüngsten Startup-Multimillionär Österreichs. Lange Zeit zum Ausruhen gab es aber nicht: Im Jahr 2015 gründete sein Bruder Paul Zehetmayr mit ihm das Cloud-Startup apilayer.

2019 folgte die Gründung der Stack Holdings GmbH. Die Brüder wurden damit zu Käufern. Auch als Investor traten sie auf und legten Anfang 2021 mit apilayer einen weiteren Exit hin. US-Riese Idera, der eine ganze Reihe an B2B-Software Tools im Portfolio hat, übernahm das Wiener Unternehmen. Nun sind sie mitten im NFT-Markt angelangt und wollen den ganzen Bereich simplifizieren.

Das Unternehmen verhandelt derzeit mit Künstlern über exklusive Partnerschaften und wird die Preise auf ihrer Plattform in US-Dollar und nicht in Kryptowährungen angeben – Nutzer werden Token mit Kreditkarten kaufen können. Die Zahlungsfunktionalität wurde in Zusammenarbeit mit dem Startup Wyre entwickelt.

LimeWire möchte damit auf einen leichter zugänglichen Ansatz für NFTs setzen: „Das Problem mit dem NFT-Markt ist, dass die meisten Plattformen dezentralisiert sind“, sagt Zehetmayr gegenüber CNBC. „Wenn man sich Bitcoin ansieht, machen es alle Börsen wirklich einfach, Bitcoin zu kaufen, zu handeln und zu verkaufen. Es gibt niemanden, der das Gleiche im NFT-Bereich macht.“

LimeWire Token

Begleitet wurden die Founder von der Kanzlei EY Law, insbesondere in Fragen des rechtlichen Setups des NFT-Marktplatzes sowie den damit verbundenen aufsichts-, IT- und IP-rechtlichen Fragestellungen. „Die Begleitung dieses Launches schärft unser Profil im Sektor New Technologies weiter. Ein aufstrebendes Unternehmen in diesem enorm spannenden Bereich der NFTs unterstützen zu dürfen, ist für uns eine weitere Bestätigung, dass wir in diesem Geschäftsfeld ausgezeichnete Expertise vorweisen können und das Vertrauen der Branche genießen“, so Martin Hanzl, „Head of New Technologies“ bei EY Law.

Das geschwisterliche Gründer-Duo plant zusätzliches Kapital durch die Einführung eines „LimeWire-Tokens“ zu beschaffen, der zunächst an einige wenige Investoren verkauft werden soll, bevor später ein öffentlicher Verkauf erfolgt. Der Token wird den Inhabern die Möglichkeit geben, über Änderungen an der Politik von LimeWire abzustimmen sowie darüber, welche Künstler in den Musikcharts gefeatured werden. Interessierte können sich für den limitierten LimeWire Air Drop anmelden.

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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