17.05.2018

Die Post pitcht beim Pioneers-Opening Event vor Startups

Seit 2015 veranstaltet die Post AG am Tag vor dem Pioneers Festival ein Opening Event für Startups. Der Pitch-Modus hat sich inzwischen umgedreht.
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Opening Event
(c) Post AG: Beim Pioneers Opening Event im vergangenen Jahr.
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“Mehr als Brief und Paket” – das ist der Slogan, unter dem das diesjährige Opening Event der Österreichischen Post am Vorabend des Pioneers Festivals steht. Gerade im Startup-Bereich sieht man sich seitens des rund 20.000 Mitarbeiter starken Unternehmens nämlich auch in Feldern um, die man ad hoc nicht dem Kerngeschäft zuordnen würde. Und dieses wandelt sich seit Jahren. „E-Substitution und ein damit verbundener Rückgang des Briefvolumens stehen dem E-Commerce-Boom und einem massiven Wachstum im Paket-Bereich gegenüber“, erklärt David Weichselbaum, Pressesprecher der Post.

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„Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette erweitern“

Daneben entwickle man weitere Geschäftsfelder. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erweitert“, sagt Weichselbaum. Das eröffne viele Möglichkeiten für Startups. „Wir suchen neue Businessmodelle und investieren auch in kleinere Unternehmen und Startups aller Entwicklungsstufen“, erklärt der Pressesprecher. Ein Beispiel sei der Grazer E-Commerce-Dienstleister ACL advanced commerce labs, der mittlerweile zu 70 Prozent der Österreichischen Post AG gehört. In den ersten Jahren des Opening Events, gab es die klassische Startup-Pitch-Competition. Bereits vergangenes Jahr hat man den Spieß aber umgedreht. Nun pitchen die Entscheidungsträger der Post vor den ausgewählten Startups. „Das Konzept hat sich im letzten Jahr bewährt – viele Kontakte zum Unternehmen sind noch aufrecht und die Ideen werden weiter verfolgt“, sagt Weichselbaum.

Eindrücke vom Opening Event 2017:

Opening Event in entspannter Atmosphäre

Um in die exklusive Auswahl zu kommen – es ist ein invite-only-Event – müssen die Jungunternehmen natürlich trotzdem zeigen, was sie können. Für die Bewerbung muss unter anderem ein Pitchdeck übermittelt werden. Für die Auswahl wurden fünf thematische „Hotspots“ definiert (siehe unten). Beim Event erwartet die Gründerinnen und Gründer ein Meet&Greet mit Top-Managern und Entscheidungsträgern der Post und Austausch mit Startups und Investoren. „Das Ganze findet in angenehmer und entspannter Atmosphäre statt“, so Weichselbaum. „Die Startups haben keinen Präsentationsdruck, sondern können direkt Kontakte für weitere Kooperationen knüpfen“.

⇒ JETZT FÜR DAS OPENING EVENT BEWERBEN

Die fünf „Hotspots“ im Überblick:

1. Digital business solutions

  • location-based services
  • big data
  • digital advertising
  • digital document management
  • data science“

2. Logistics & last mile

  • internet of things
  • first & last mile solutions
  • smart logistics 4.0
  • e-mobility & automation
  • data science

3. Branch services

  • telecom & energy services
  • digital banking & fintech
  • optimization of retail processes

4. Customer experience

  • AR augmented reality
  • OCR / classification / scanning
  • usability
  • online identification
  • e-commerce
  • daily consumer needs

5. Innovation in corporate processes

  • business intelligence & predictive analytics
  • lean corporate & workflow solutions (HR, procurement, governance)
  • HR development & succession planning
  • retail payment solutions
  • real estate & facility management

 

 

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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