27.01.2015

Die Post bekommt Konkurrenz von Uber-Nachahmer „Roadie“

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10 Millionen US-Dollar Investment für Roadie

Das Konzept von Startup Roadie ist interessant: Ein Versand-Netzwerk „von Nachbar zu Nachbar“. Die Idee erinnert ein bisschen an den Chauffeur-Dienst Uber. Ein Gegenstand, der versendet werden soll, wird von einem Fahrer mitgenommen, der sowieso zum Zielort reisen muss. Für den Postdienst wird der „Bote“ bezahlt.

Marc Golin, Gründer von Roadie, schreibt in einem Blog-Eintrag auf der Website des Unternehmens, wie es zur Idee gekommen ist: Es war im Februar 2014. Im Badezimmer seiner Familie war die Dusche kaputt gegangen. Um die Bauarbeiten zu überwachen, hat sich Golin ins Auto gesetzt und ist von Atlanta nach Florida gefahren, um auf dem Weg einen kurzen Zwischenstopp einzulegen und zu rasten. Daraus wurde nichts, denn in diesem Moment erreichte ihn der Anruf, dass die Reparaturteile, die an diesem Tag geliefert worden waren, kaputt waren.  Nun konnten die Arbeiten nicht länger fortgesetzt werden. Die Baustelle stand still.

Die Alternativen an einem Donnerstag waren ebenfalls nicht aussichtsreich: Das Geschäft mit den nötigen Ersatzteilen war mehrere Stunden Autofahrt entfernt. Aber: Irgendjemand würde wahrscheinlich in diesem Moment von dem Ort, wo die Ersatzteile waren, nach Florida fahren – wie nur könnte man diese Person erreichen? Natürlich wäre Golin auch bereit gewesen für den privaten Botendienst zu zahlen. Roadie war geboren.

„Jeden Tag fahren Menschen in die Schule, zur Arbeit, in den Supermarkt, zu Freunden in einem anderen College oder fahren auf Urlaub“, meint Golin. Einzig, wie kann man diesen Personenkreis erreichen?  „Es ist kein Kurierdienst. Es ist kein Versand-Service. Es sind Menschen, die sowieso den Weg zurück gelegt hätten und auf andere Rücksicht nehmen.“

In seiner heutigen Pressemitteilung verkündete das Unternehmen mit Firmensitz in Atlanta sein Funding in der Höhe von 10 Millionen US-Dollar sowie den Launch der mobile App. Einige bekannte Namen finden sich unter den Investoren: TomorrowVentures vom ehemaligen Google Chief Executive Eric Schmidt und etwa auch der Investment-Ableger UPS Strategic Enterprise Fund vom Versandriesen UPS.

Es wird wohl nicht lange dauern, bis das System auch nach Europa kommen wird.

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BeFounder, Indien, India Edition
© BeFounder - Alireza Sohrabian

Die Kyiv-Vienna Innovation Bridge entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für digitale Transformation der Ukraine, dem Ukrainian Startup Fund (USF) und der Initiative BeFounder, die unter Alireza Sohrabian und Kambis Kohansal Vajargah bereits Anfang 2025 eine „Ukraine-Edition“ ihres Accelerators in Gang gebracht hat – siehe hier.

BeFounder-Initiative: Fokus u. a. auf Energie und Infrastruktur

Nun richtet sich die Initiative an Unternehmen, die 2026 in Wien gegründet wurden oder sich derzeit in Gründung befinden und bei denen mindestens eine Person im Gründungsteam aus der Ukraine stammt.

Mit diesem Paket möchte man ukrainische Unternehmen dabei unterstützen, ihre Geschäftstätigkeit nach Wien auszuweiten: Es soll den Start vor Ort erleichtern und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit österreichischen Unternehmen und der Industrie ermöglichen. Im Fokus der Entwicklung solcher Partnerschaften stehen unter anderem Energie, Infrastruktur, Bauwirtschaft, FinTech und Technologien mit Bezug zum Wiederaufbau der Ukraine.

Aufgenommene Unternehmen können abhängig von ihrem individuellen Bedarf und ihrer jeweiligen Entwicklungsphase verschiedene Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Dazu zählen die Identifizierung geeigneter Fördermittel und Unterstützungsangebote sowie die Vermittlung von Kontakten zu potenziellen Investorinnen und Investoren, die zur Entwicklungsphase und zum Tätigkeitsbereich des jeweiligen Unternehmens passen.

Über 400 Gründer:innen dabei

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur gezielten Vernetzung mit Unternehmer:innen, Fachleuten und weiteren relevanten Akteuren des österreichischen Ökosystems. Zudem können die Unternehmen auf Leistungspakete und Guthaben für Marketing und Geschäftsentwicklung zugreifen, die von den jeweiligen Programmpartnern bereitgestellt werden.

Nach Angaben der Initiative haben die damit verbundenen Programme und Aktivitäten bislang 410 ukrainische Gründerinnen, Gründer und Talente unterstützt. Zugleich sei ein Netzwerk aus 85 internationalen Mentorinnen, Mentoren und Fachleuten aus der Wirtschaft entstanden. Zu den bisherigen Aktivitäten zählen Accelerator-Programme, Mentoring, Fachworkshops, die gezielte Vermittlung von Unternehmenskontakten sowie Veranstaltungen im Rahmen von ViennaUP.

Wiederaufbau der Ukraine

Vor allem mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine bringt die Kyiv-Vienna Innovation Bridge Unternehmen mit sich ergänzenden Kompetenzen zusammen, um mögliche Kooperationen in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Industrie und Technologie zu prüfen. Der fachliche Austausch und gemeinsame Erfahrungen sollen dabei die Grundlage für weiterführende Partnerschaften schaffen. Die Initiative möchte diesen Austausch bereits heute ermöglichen, sodass sich „Geschäftsbeziehungen bei entsprechender Eignung und geeigneten Rahmenbedingungen perspektivisch auch auf Wiederaufbauprojekte in der Ukraine ausweiten können“, liest es sich in der Aussendung.

Mit diesem Vorhaben greift der BeFounder-Founder ein zunehmend wichtiges Thema auf: So hat sich etwa die Bundesregierung bereits im Regierungsprogramm 2025-2029 zur anhaltenden Unterstützung der Ukraine mit Fokus auf die humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau bekannt und die Plattform ukraine-wiederaufbau erstellt. Die WKO greift das Thema mittels einer „REBUILD UKRAINE 2026„-Konferenz auf, die Mitte November in Warschau, Polen, stattfinden wird.

„Der Wiederaufbau der Ukraine ist bereits heute ein wichtiges und strategisches Thema. Mit der Kyiv-Vienna Innovation Bridge konzentrieren wir uns darauf, die Innovationsökosysteme und Industrien der Ukraine und Österreichs stärker miteinander zu verbinden“, sagt Sohrabian. „Unsere Rolle ist dabei ergänzend, nicht die Umsetzung des Wiederaufbaus selbst. Wir bringen relevante Unternehmen und Akteure zusammen, damit innovative und wirtschaftliche Kooperationen früher entstehen und österreichische Unternehmen sowohl Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit ukrainischen Innovationen als auch Chancen für ein Engagement in der Ukraine besser erkennen können.“

Symbiose

Zudem sollen sich Ansiedlung ukrainischer Unternehmen in Wien und der Ausbau des österreichischen Partnernetzwerks ergänzen: Ukrainische Unternehmen erhalten Zugang zum österreichischen Markt, zu Fachwissen und zu lokalen Kontakten. Österreichische Unternehmen können im Gegenzug ukrainische Technologien und Kompetenzen kennenlernen und mit entsprechenden Unternehmen und Teams zusammenarbeiten, so der Plan.

„Wir arbeiten daran, ukrainische Innovationen gezielt mit dem Standort Wien zu vernetzen und passende Unternehmen, Partner und Möglichkeiten in Wien zusammenzubringen“, erklärt Sohrabian „Unsere Aktivitäten in diesem Bereich wurden von der Austrian Business Agency und der Vienna Business Agency unterstützt.“

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