27.11.2017

Startup Oktobooks: Die Jagd nach vergriffenen Büchern

Das österreichische Startup „Oktobooks“ findet mit Hilfe des WWW die Bücher, die andere längst vergriffen glauben. Buchhandlungen können von der raffinierten Bestellplattform und ihrem Angebot profitieren.
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(c) Kara/fotolia.com
„Verzeihung, ich suche ein Buch von Karl May. Am liebsten in Original-Ausgabe. Es soll ein besonderes Geschenk für meinen Bruder sein. Er ist gar so ein großer Fan. Haben Sie das zufällig? Ich bräuchte es bis morgen Abend.“ Eine sehr optimistische Anfrage, die eine Frau Mitte 40 mit leuchtenden Augen, in einer heimischen Buchhandlung äußert. Man kann ihr ansehen, wie viel ein solch antiquarischer Fund ihr bedeuten würde. Doch die Buchhandlung muss ihr leider mitteilen, dass das gewünschte Werk nicht zur Verfügung steht, man müsse erst danach suchen und bis morgen Abend gehe sich das nicht aus. Die Dame bedankt sich mit einem enttäuschten Lächeln und verlässt das Geschäft.

Antiquarische und fremdsprachige Bücher zum Bestellen

Solche Szenen möchte Florian Treml künftig vermeiden. 2016 gründete er „Oktobooks“. Das Startup ist eine Bestellplattform für antiquarische und fremdsprachige Bücher für den Stationären Buchhandel. „Die Beschaffung dieser Bücher ist für BuchhändlerInnen ein
zeitraubender Vorgang“, so Treml. „Es dauert oft lange, mehrere Datenbanken zu durchsuchen und den Preis zu kalkulieren.“ Außerdem stellt sich die Frage, wie der Versand abläuft. All das seien Dinge, die man jedes Mal in einem sehr aufwendigen Prozess mit den Kunden besprechen und kommunizieren müsse. „Oktobooks automatisiert diesen Vorgang durch Bereitstellung einer speziell auf den Buchhandel zugeschnittenen Such- und Bestellplattform, die den Buchhändlern im Schnitt 30 Minuten Zeit pro Bestellvorgang einspart“, fasst Treml zusammen. Was er davon hat? Bei jeder Bestellung wird ein einstelliger Prozentsatz des Einkaufspreises als Provision einkalkuliert.

Von einem Buchhändler für den Buchhandel

Einer der Gründer, Daniel Schreiner, ist Buchhändler und hatte im täglichen Berufsleben die Erfahrung, dass bei Anfragen von Kunden nach vergriffenen Büchern zu viel Zeit für Recherche und administrative Tätigkeiten verloren geht. „Genau das wird durch Oktobooks nun gelöst“, meint Treml enthusiastisch und ergänzt. „Oktobooks wurde also von einem Buchhändler für den Buchhandel konzipiert.“ Laut Homepage kann „Oktobooks“ mehr als 18.000.000 Angebote vermitteln. Die Partner des Start-ups sind Antiquariate, Ankaufs- und Verkaufs- Plattformen für gebrauchte Bücher, Buchsuchmaschinen, Buchgroßhändler sowie zahlreiche private Anbieter.

Expansion nach Deutschland

Auf echte Hürden sind die Grüner bisher angeblich noch nicht gestoßen. Spannend wird im kommende Jahr für Oktobooks, wie ihre Idee in Deutschland angenommen werden wird: „Das ist unser erster Expansionsschritt Anfang 2018. Wir haben eine Kooperation mit der größten Branchensoftware für den Buchhandel im deutschsprachigen Raum – insofern ist das der nächste logische Schritt“, erklärt Treml. Das Gründerteam hatte sich bereits 2008/2009 an einem Startup im Ebook-Umfeld versucht. Das Experiment scheiterte, doch der Kontakt blieb. „Wir sind trotzdem Freunde“, lächelt Treml. „Wir tauschen uns regelmäßig beruflich aus.“

B2B-Umfeld

Finanziert haben die Gründer von Oktobooks aus der eigenen Tasche. Sie legen Selbstvertrauen an den Tag, wenn es um ihr jetziges Unternehmen geht. „Nachdem wir ein echtes Problem im Buchhandel lösen, haben wir derzeit keinen Bedarf an einer Marketingstrategie“ zeigt sich Geschäftsführer Treml selbstbewusst. „Die Buchhandlungen sind nach einem Interview in einer Branchenpublikation auf uns zugegangen. Im B2B-Umfeld braucht man in unserem Fall kein Marketing, außer man zählt direkte Ansprache potentieller KundInnen zu Marketing dazu.“ Ihm ist klar, wie wichtig, diese Verbindungen für das eigene Geschäftsmodell sind. „Branchenkenntnisse und Branchenkontakte sind absolute Voraussetzungen – auch wenn viele Dinge für Außenstehende seltsam klingen mögen, haben diese einen guten Grund, den man sich ebenfalls anhören und verinnerlichen sollte.“ Vielleicht findet so das nächste Mal auch ein echtes Karl May-Buch in die Hände einer glücklichen Käuferin.
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zone14
© zone14 - (v.l.) Philip Obermüller, Teammanager des Wiener Sport-Club, Simon Schmiderer, Co-Founder zone14 und David Krapf-Günther, Sektionsleiter Wiener Sport-Club.

Ein 7:0 im Jahre 1958 gegen den damaligen italienischen Spitzenreiter Juventus Turin. Dreimal die österreichische Meisterschaft (1922, 1958 und 1959) und zweimal Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister (damaliges Pendant zur heutigen Champions League) – 1959 und 1960. Das sind die Erfolgsgeschichten des Hernalser Fußballvereins Wiener Sport-Club. Heute ist man nach drei Spieltagen ohne Punkteverlust Spitzenreiter der Regionalliga Ost, verfügt über ein modernisiertes Stadion im Westen von Wien und setzt nun im Sinne der Weiterentwicklung auf die Technologie von zone14 rund um Lukas Grömer, Simon Schmiderer und Tobias Gahleitner. Und intensiviert damit die seit Jahren bestehende Kooperation.

zone14-Technologie durch alle Teams

Damit sollen künftig alle Teams des WSC – Kampfmannschaft, Frauenmannschaft und Nachwuchs – von professionellen Insights durch Videoanalyse und Leistungsdaten profitieren.

„Der Wiener Sport-Club ist weit mehr als ein Fußballverein und gehört fest zur Wiener Sportkultur. Wir wollen nicht nur Weltklasse-Technologie bereitstellen, sondern gemeinsam jeden Tag daran arbeiten, mit Videos und Daten Trainer:innen und Spieler:innen im sportlichen Alltag bestmöglich zu unterstützen – von der Kampfmannschaft bis zum Nachwuchs“, sagt Schmiderer, Mitgründer und Co-CEO von zone14.

Über die Technologie hinaus verbindet beide Partner ein ähnliches Verständnis davon, wie sich Fußball weiterentwickeln soll. Während der Wiener Sport-Club seit Jahrzehnten für Weltoffenheit, Toleranz und soziale Verantwortung steht, verfolgt zone14 das Ziel, professionelle Fußball-Technologie auch außerhalb des Profifußballs zugänglich zu machen.

Langfristige Kooperation

Für den Wiener Verein ist die Zusammenarbeit bewusst langfristig angelegt. Videoanalyse und Leistungsdaten sollen künftig noch stärker Teil der sportlichen Arbeit werden und Trainer:innen sowie Spieler:innen bei der Spielvorbereitung, der Nachbereitung und individueller Entwicklung unterstützen.

Dabei erhält der Wiener Sport-Club Zugang zu automatisierter Videoanalyse, Laufdaten, Heatmaps und Insights über das Spiel. Trainer:innen sollen künftig konkrete Spielsituationen aufarbeiten, taktische Abläufe analysieren und relevante Szenen für die Vorbereitung nutzen können. Spieler:innen erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, ihre eigene Leistung objektiver zu beurteilen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen, so der Plan.

„Mit zone14 haben wir einen langfristigen und zukunftsorientierten Partner gefunden, der es uns ermöglicht, auf höchster Ebene zu agieren“, sagt Philip Obermüller, Teammanager des Wiener Sport-Club. „Zone14 bietet uns die Möglichkeit, Leistung objektiv zu bewerten und sich tagtäglich zu verbessern. Gleichzeitig ist auch die Betreuung rundherum auf höchstem Niveau und der persönliche Einsatz des gesamten zone14-Teams hervorragend. Dass wir dabei mit einem Wiener Unternehmen zusammenarbeiten, das von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert wird, macht dies zu einer perfekten Partnerschaft für uns.“

Die Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club, die das Startup nun eingeht, ist nicht die erste dieser Art: 2024 konnte man etwa Rapid als Kunden gewinnen, 2021 die Austria bzw. 2025 die „Austria Wien“-Akademie.

Frauenmannschaft und Nachwuchs im zone14-Fokus

Wie erwähnt, werden auch die Frauenmannschaft und der Nachwuchs des Wiener Sport-Club im Rahmen der Partnerschaft mit der Technologie von zone14 arbeiten. Damit sollen Videoanalyse und Leistungsdaten auch in der Ausbildung junger Spieler:innen und in der sportlichen Weiterentwicklung aller Mannschaften eingesetzt werden.

Die Zusammenarbeit knüpft zugleich an das Engagement von zone14 für mehr Sichtbarkeit und Professionalisierung im Frauenfußball an. Mit der Initiative „Fokus: Frauen im Fußball“ und dem Event „Frauen im Fußball – The Talk“ setzt sich das Unternehmen aktiv für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs ein.

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