21.04.2020

Die Imkerei nach „2Min2Mio“: Mit Honigwein und Kapseln zu vier Investoren

Bei "2 Minuten 2 Millionen" konnte Gründer Florian Peterstorfer mit seinem Startup "Die Imkerei" alle fünf Investoren von sich überzeugen. Nach Drehschluss wurden es schlussendlich vier TV-Investoren, die sich am Unternehmen beteiligten. Dem brutkasten erzählte der Founder, wie weit sich die neuen Partner bei seinem Imkerhandwerk eingebracht haben.
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Die Imkerei, Florian Petersdorfer, Honiig, Honigwein, Bienen, Hillinger, Gschwandtner, Schneider, Haselsteiner, Rohla, Kuntke, Zech, REWE, Startup
(c) Die Imkerei - Mit den beiden Florians, Petersdorfer und Gschwandtner scheint sich ein neues "Honig-Dream-Team" gefunden zu haben.

Es war ein traumhafter Auftritt, den Florian Petersdorfer in der Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen hinlegte. Seit 2018 führt er „Die Imkerei“ und produziert mehrfach ausgezeichneten Bio-Honig. Darüber hinaus betreut er mehrere Bienenhäuser für namhafte österreichische Unternehmen. Mit seinen Produkten, einem Nahrungsergänzungsmittel aus Bienenbrot, Propolis in Kapselform und trockenem Honigwein, sorgte er während der Aufzeichnung für eine Bieterschlacht unter den Investoren. Und er nahm letztlich gleich vier Financiers in seine Honigfamilie auf.

+++ Worauf Florian Gschwandtner bei „2 Minuten 2 Millionen“-Deals achtet +++

Aus fünf mach vier bei „Die Imkerei“

Im Detail: In der Show einigten sich die Beteiligten auf fünfmal 24.000 Euro für insgesamt 26 Prozent Firmenanteile. Da aber Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla schlussendlich nicht investierte und Gschwandtner dessen Teil zusätzlich übernahm, wurden es dreimal 5,2 Prozent abgegebene Anteile an Hillinger, Haselsteiner und Schneider und 10,4 Prozent Beteiligung an Gschwandtner für insgesamt 120.000 Euro, wie Petersdorfer erklärt.

Honigwein ab 25. April bei Hofer

„Mit dem Kapital wollen wir das Wachstum von ‚Die Imkerei‘ vorantreiben und größere Aufträge lukrieren“, erzählt der Gründer: „Der Honigwein wird zudem ab 25. April in allen Hofer-Filialen erhältlich sein“.

Neue Geräte für „Die Imkerei“

Für seine Wachstumsziele werden jetzt neue Gerätschaften angeschafft, darunter eine neue Abfüllanlage und eine Honigschleuder, um auf technischer Ebene die Produktion zu steigern. Ab Mai wird zudem das bisherige One-Man-Startup keines mehr sein. Petersodrfer wird durch die Anstellung einer geringfügig beschäftigten Arbeitskraft Unterstützung erhalten.

Verhandlungen auf einer Ebene

Während so mancher Teilnehmer der Sendung im Nachgang mit einem geplatzten Deal hadern musste, nennt Petersdorfer die Verhandlungen mit den Investoren amikal und auf gleicher Augenhöhe stattfindend. „Sie sind nicht nur als bloße ‚Finanzierer‘ aufgetreten, sondern als strategische Partner“, sagt er. Allen voran Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner, der als Digitalprofi große Hilfestellungen in Sachen Website und Webshop bot.

Gschwandtner und die modernen Vertriebswege

„In Zeiten von Covid-19 haben wir alle erlebt, wie schnell sich die Welt verändern kann. Honig ist eines der ältesten Lebensmittel der Welt und wir genießen es viel zu wenig. Ich freue mich, dass ich hier sowohl in Bienen, in ein Nahrungsmittel und in einen tollen Menschen investieren darf. Mein Know-how werde ich vor allem in der Digitalisierung einbringen. Wir müssen über moderne Vertriebswege nachdenken und zusätzlich möchte ich gerne beim Wachstum des Unternehmens helfen. Es gibt auf alle Fälle jede Menge Arbeit“, so Gschwandtner zu einem seiner ersten Non-Tech-Investments.

Honig-Kapseln bei Mediashop

Auch mit Mediashop-Chefin Katharina Schneider passte schlussendlich die Zusammenarbeit, obwohl sie sich in der Sendung bereits als mögliche Investorin verabschiedet hatte. „Mit Ausstrahlungsende der Show können Interessierte auf ihrer Plattform bereits die Kapseln erwerben“, erzählt Petersdorfer: „Perga, auch ‚Bienenbrot‘ genannt, ist fermentierter Blütenpollen mit Propolis. Mittels eines komplexen Prozesses ist es mir gelungen, dies in Kapseln zu bringen. Der Markt an Nahrungsergänzungsmittel ist zwar groß, aber an Inhaltsstoffen ist dieses wohl kaum zu überbieten“.

Unsüßer Honigwein

Winzer Leo Hillinger hingegen brauchte nur einen Schluck in der Sendung, um auf den Honigwein-Geschmack zu kommen. Anders als branchenüblicher und süßer Honigwein, produziert der Gründer sein Getränk trocken, wodurch dieser am Gaumen mehr einem fruchtigen Riesling als einer Beerenauslese ähneln soll.

Hillinger-Marketing für „Die Imkerei“

„Leo Hillinger ist ein Marketing-Profi und wird dabei helfen, den Honigwein richtig zu platzieren“, sagt Petersdorfer, der betont, dass in seinem Fall nicht bloß Geld geflossen ist, sondern sich die Investoren tatsächlich persönlich eingebracht haben.

Gin & Honey und Hotellerie

Die nächsten Ziele des Startups werden sein, die Produkte noch stärker im Handel zu platzieren und die Kapseln zu skalieren. Dabei möchte Petersdorfer darauf achten, nicht zu schnell zu wachsen, hat aber dennoch bereits Produkterweiterungen im Sinn. Etwa ein „Gin & Honey“-Getränk, über das er sich noch zurückhaltend gibt. Er sagt: „Ich habe vor, die Produktpalette zu erweitern und meine Erzeugnisse nicht nur im Handel zu platzieren. Ich kann mir auch gut die gehobene Gastronomie und Hotellerie als Abnehmer vorstellen“.

Gschwandtner, der „Bauernhofbub“

Eine Einstellung, die besonders Florian Gschwandtner teilt: „Die Imkerei gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsinvestments. Ich bin ein Bauernhofbub und mit der Natur groß geworden. Jetzt ein nachhaltiges und trotzdem innovatives Investment in diesem Bereich zu tätigen, macht mir einfach nur Spaß. Wichtig war für mich, dass Florian ein moderner Imker ist, der auch an neue Produkte denkt. Ich bin überzeugt, dass wir hier noch ganz viel Freude gemeinsam haben werden“.

Talk mit „Die Imkerei“ und Florian Gschwandtner über das Investment bei „2 Minuten 2 Millionen“


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Mit ihrer Reverse-Mentoring-Agentur forciert Ines Hanusch Zukunftssicherheit in Wirtschaft und Politik. © brutkasten

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Wir leben in einer paradoxen Arbeitswelt: Führungskräfte werden für ihr über Jahrzehnte angesammeltes Wissen bezahlt doch exakt dieses Erfahrungswissen kann angesichts rasanter technologischer und kultureller Umbrüche zum blinden Fleck werden. Genau hier setzt eine Methodik an, die traditionelle Rollenbilder auf den Kopf stellt: Reverse Mentoring.

Ines Hanusch, Gründerin der Reverse-Mentoring-Agentur bond & grow, begleitet Unternehmen und Politik bei diesem Paradigmenwechsel. Für sie ist der Kerngedanke simpel, aber radikal: „Beim klassischen Mentoring lernt die Jüngere von der Erfahreneren. Beim Reverse Mentoring ist es umgekehrt: Die Führungskraft sitzt in der Lernenden-Position gezielt, strukturiert und vor allem nicht nebenbei.“

Kein Kaffeetratsch und keine Therapie

Doch was genau ist Reverse Mentoring in der Praxis? Hanusch wird nicht müde zu betonen, was es nicht ist: Es sei kein lockeres Kaffeegespräch, kein Coaching mit einer einzigen Zielvorgabe und schon gar keine Therapie. Auch der oft gehörte Einwand, man könne sich doch einfach mit den eigenen Kindern austauschen, greift für die Expertin ins Leere: „Mit den eigenen Kindern teile ich eine Sozialisation, ein Machtgefälle, ob ich will oder nicht.

Das Kind wird mir vieles nicht sagen, und ich werde vieles nicht hören wollen.“ Wahre Wirkung entstehe erst durch psychologische Sicherheit ohne persönliche Verstrickung eine Atmosphäre, in der ein junger Mensch kein Interesse daran hat, zu gefallen, sondern ehrlich zu sein.

Der Blick von innen: Reibung als Chance

In klassischen Organisationen verhindert die Hierarchie oft genau jenen Raum der psychologischen Sicherheit, in dem ungefiltert und ohne Angst vor Konsequenzen gesprochen werden kann. Ines Hanusch beschreibt das systematische Dilemma eindrücklich: Je weiter Führungskräfte auf der Karriereleiter nach oben klettern, desto mehr manifestiert sich die Angst vor Inkompetenz und Statusverlust. „Wenn Top-Entscheider:innen plötzlich von jemandem lernen, der dreißig Jahre jünger ist, entsteht unweigerlich intensive Emotion, Irritation und Reibung“ – doch exakt in diesen Momenten verankert sich laut Hanusch der größte Lerneffekt.

Wie sich dieser Rollentausch in der Realität anfühlt, schildert eine 21-jährige Mentorin, die im Rahmen von bond & grow Top-Entscheider:innen begleitet. Kristin Barnowsky sieht in ihrer Aufgabe eine enorme Verantwortung: Für sie bedeutet Reverse Mentoring, erfahrenen Führungskräften neue Perspektiven mit auf den Weg zu geben und dabei auch hin und wieder Reibung zu erzeugen“. Nervosität vor dem ersten Aufeinandertreffen ist keine Seltenheit, wie sie verrät. Ihr persönlicher mentaler Trick für das erste Meeting? „Ich stelle mir einfach vor, dass die Person mich bereits mag und ich sie auch. Dadurch gehe ich wesentlich natürlicher, authentischer und positiver in das Gespräch.“

Die größte Herausforderung im laufenden Prozess ist für sie das Gespür dafür, wie tief man in die Glaubenssätze des Mentees eindringen darf. Wenn auf Mentee-Seite Widerstand entsteht, stecke dahinter oft eine unbewusste Angst; etwa das Gefühl, nicht gehört oder gesehen zu werden. Es erfordere Empathie und präzises Timing, unangenehme Themen anzusprechen, ohne die Führungskraft emotional zu überfordern, erklärt die 21-Jährige.

Für wen das Konzept geeignet ist – und wann es scheitert

Die Zahlen sprechen für sich, doch Reverse Mentoring ist kein Selbstläufer. Laut Hanusch eignet es sich primär für Führungskräfte, die Nichtwissen als Startpunkt und nicht als Schwäche betrachten. In hierarchisch geprägten Unternehmen erfordere das immense Größe. „Statusverlust berührt das Selbstbild direkt, und das ist unbequem“, analysiert Hanusch. Viele Führungskräfte fürchten den Moment, in dem sie erkennen müssen, dass jemand, der viele Jahre jünger ist, über entscheidendes Know-how verfügt – sei es über moderne Arbeitskulturen, neue Konsumgewohnheiten oder schlicht den Umgang mit Unsicherheit in Krisenzeiten.

Wann also scheitert Reverse Mentoring? Die Expertin zieht eine klare Grenze: „Ich rate ab, wenn Unternehmen Reverse Mentoring als Imagemaßnahme einsetzen wollen, ohne wirkliche Bereitschaft, etwas zu verändern.“ Ohne intrinsische Motivation beider Seiten, einen geschützten Rahmen und professionelles Matching wird das Format zur reinen Simulation.

Innovation durch unbefangenes Denken

Wenn die Rahmenbedingungen jedoch stimmen, entpuppt sich Reverse Mentoring als machtvoller Innovationsmotor. In vielen Branchen sind junge Menschen näher an der Zielgruppe oder stellen diese gar selbst dar. Sie spüren kulturelle Trends früher und besitzen den Mut, Unbequemes auszusprechen. Kristin Barnowsky erlebt das regelmäßig in ihren Mentoring-Sessions, etwa wenn es um künstliche Intelligenz, Automatisierung von Workflows oder den Einsatz von Social Media geht. Doch der tiefere Wert liegt oft jenseits der Technologie: Es geht um das Hinterfragen erstarrter Prozesse. „Oft sehen die Dinge, die uns Sorgen machen, nur für uns so aus; aus einer anderen Perspektive sind sie plötzlich Chancen für innovative Veränderungen“, resümiert die Mentorin.

Letztlich profitiert nicht nur die Führungskraft auch die jungen Mentor:innen wachsen, bauen sich ein Netzwerk auf und erleben direkte Selbstwirksamkeit. Die wichtigste Frage für Ines Hanusch: „Was, wenn du von denen lernst, die bisher nicht gefragt wurden? Es tut manchmal weh, sich spiegeln zu lassen. Aber nur so entsteht Fortschritt.“ In einer Wirtschaft, die händeringend nach Fachkräften und neuen Wegen sucht, könnte die Bereitschaft, vom Nachwuchs zu lernen, bald über die Existenz von Unternehmen entscheiden. Oder wie Ines Hanusch sagt: „Wer heute keine Kultur des gegenseitigen Lernens etabliert, verliert morgen den Anschluss bei existenziellen Themen wie Mitarbeiterbindung und Innovation.“

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AI Summaries

Die Imkerei nach „2Min2Mio“: Mit Honigwein und Kapseln zu vier Investoren

  • Es war ein traumhafter Auftritt, den Florian Petersdorfer in der Startup-Show hinlegte.
  • Seit 2018 führt er „Die Imkerei“ und produziert  mehrfach ausgezeichneten Bio-Honig.
  • „Mit dem Kapital wollen wir das Wachstum von ‚Die Imkerei‘ vorantreiben und größere Aufträge lukrieren“, erzählt der Gründer: „Der Honigwein wird zudem ab 25. April in allen Hofer-Filialen erhältlich sein“.
  • Die nächsten Ziele werden sein die Produkte noch stärker im Handel zu platzieren und die Kapseln zu skalieren.
  • Eine Einstellung, die besonders Florian Gschwandtner teilt: „“Die Imkerei gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsinvestments.

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